17. Februar 2026
Er war der Mann mit den Politbüro-Wahlergebnissen. Wenn abgestimmt wurde, beim Hauptausschuss oder Bundeskongress, ja schon als er kommissarisch im Oktober 2024 ins Amt kam, versammelten sich die Delegierten hinter Alexander von Gleich. Heute erklärte der Vizepräsident Finanzen des Deutschen Schachbundes seinen Rücktritt – zu Ende März, wenn die Kassenprüfung ansteht. In seinem Rücktrittsschreiben an die Landesverbände und die anderen Präsidiumsmitglieder betonte er, dieses Amt „mit großem Engagement, Freude und Verantwortungsbewusstsein“ ausgeübt zu haben – „und dies trotz meiner erheblichen beruflichen Verpflichtungen in Deutschland sowie in den Ländern des Kaukasus und Zentralasiens.“ Der erfolgreiche Geschäftsmann aus Hamburg, ein ausgewiesener und renommierter Fachmann im Finanz- und Bankenwesen, führte fort: „In den vergangenen Monaten haben sich bedauerlicherweise unterschiedliche Auffassungen über Sachfragen, Arbeitsweise und Kommunikation im Präsidium gehäuft.“
Der Rücktritt im Wortlaut: „Auch im Hinblick auf die aktuelle Termin- und Gremienplanung bestehen unterschiedliche Einschätzungen. Vor diesem Hintergrund kann ich die Entscheidung zur Durchführung eines Hauptausschusses im Mai – bei gleichzeitig vorgesehener Durchführung eines außerordentlichen Bundeskongresses in diesem Jahr – persönlich nicht vollständig nachvollziehen und sehe mich daher nicht in der Lage, diesen Weg mitzutragen.“ Zum Hintergrund: Im Mai tagt der Hauptausschuss in Frankfurt am Main, im Maritim-Hotel. Im August steht ein außerordentlicher Bundeskongress an, bei dem das Präsidium neu gewählt werden soll. Von Gleich vertrat die Ansicht, eine Veranstaltung wäre ausreichend gewesen.
Bis zur Kassenprüfung werde er „eine geordnete Übergabe im Finanzressort sicherstellen und stehe für den Abschluss der Kassenprüfung selbstverständlich zur Verfügung“. Alexander von Gleich dankte allen Kolleginnen und Kollegen im DSB „für die Zusammenarbeit und das mir entgegengebrachte Vertrauen und wünsche dem Deutschen Schachbund für die Zukunft weiterhin eine positive und erfolgreiche Entwicklung“.
In der Schachwelt wurde die Nachricht mit großer Enttäuschung aufgenommen – von Gleich, auch Schachspieler in Hamburg, genoss vielerorts große Wertschätzung. Aus dem Präsidium, das am Freitag – dem Tag vor dem Rücktritt - zum letzten Mal in dieser Runde tagte, meldete sich Ingrid Lauterbach, auch im Namen von Jürgen Klüners und Jannik Kiesel: „Ich und meine Vizepräsidenten Sport und Verbandsentwicklung wurden heute Morgen von den Rücktrittsabsichten von Alexander von Gleich überrascht. Ich möchte ihm als allererstes für seinen Einsatz danken“, sagte die Präsidentin des DSB: „Direkt nach meiner Wahl hat er zusammen mit Matthias Kierzek den Finanzausschuss geleitet und für eine Aufarbeitung bei der Klärung der Frage gesorgt, warum der DSB in die finanzielle Schieflage kam. Es gab die verschiedensten Herausforderungen und er hat unermüdlich dazu beigetragen, Transparenz und Verlässlichkeit in unsere Finanzstrukturen zu bringen. Erst letzte Woche konnten wir gemeinsam mit Claudia Meffert unser Ziel, die FIDE Senioren-Team-WM in Magdeburg auszurichten, ein gehöriges Stück voranbringen - aber das kostet Zeit und Kraft. Der enorme Arbeitsaufwand der letzten Monate war sicher sehr belastend, und mit hauptberuflichen Tätigkeiten und Familie immer wieder schwer vereinbar. Wir bedanken uns im Namen des DSB für seinen Einsatz, für einen stets offenen Umgang und wünschen ihm alles Gute für die Zukunft, wenn er nach der Kassenprüfung sein Amt abgibt.“
Ingrid Lauterbach betonte, dass man nun zügig an die Nachfolge-Regelung gehen werde. (mw)
// Archiv: DSB-Nachrichten - DSB // ID 36936