Zentrale Bundesliga-Endrunde war ein voller Erfolg

02.05.2018 21:41
Bundesliga am Sonntag
Frank Hoppe
Bundesliga am Sonntag

Monatelange Vorbereitungen gingen der zentralen Schachbundesliga-Endrunde in Berlin voraus, um die Veranstaltung vom 28. April bis 1. Mai 2018 zu einem Erfolg zu machen. Und das wurde sie auch. Die gastgebenden Schachfreunde Berlin mit ihrem Vorsitzenden Jörg Schulz und Rainer Polzin, Lars Thiede, Lars Hein, Theodor Heinze, Martina Skogvall und vielen anderen fleißigen Helfern machten die vier Tage in der Hauptstadt zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Nur das i-Tüpfelchen fehlte am Ende - ein Siegerfoto von der Bundesliga-Saison 2017/18. Die OSG Baden-Baden und die SG Solingen blieben in allen ihren drei Begegnungen erfolgreich und sind in der Abschlußtabelle punktgleich. Nun wird ein Stichkampf, dessen Termin noch nicht feststeht, über den deutschen Mannschaftsmeister 2018 entscheiden müssen.

Vorläufiger Endstand 1. Bundesliga

Pl. Mannschaft MP BP 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
1. OSG Baden-Baden 27:3 86½ x 5 5 4 7
2. SG Solingen 27:3 84½ x 3 4 6 7
3. SV Hockenheim 22:8 76 3 5 x 5 6 6 6 6
4. SV Werder Bremen 22:8 74½ 4 x 5 5 6 6 6 4 6
5. SF Deizisau 18:12 67½ x 3 5 7 5
6. USV Dresden 18:12 62 3 x 4 4 4 4 6 5
7. DJK Aachen 16:14 62½ 4 x 5 4 6
8. SK Schwäbisch Hall 16:14 61½ ½ 3 3 x 6 6
9. Schachfreunde Berlin 15:15 57½ 2 3 5 4 2 x 3 6 5
10. Hamburger SK 12:18 63 4 2 4 x 6 7
11. SV Mülheim Nord 11:19 52½ ½ 2 3 3 x 6 4 7
12. SV Hofheim 11:19 48 2 2 2 1 4 2 x 5 4 4
13. MSA Zugzwang 8:22 44 2 4 2 4 5 2 x 2
14. Speyer-Schwegenheim 8:22 42½ ½ ½ 2 2 2 4 3 6 x 4 5
15. FC Bayern München 6:24 45½ 3 3 2 2 1 1 4 4 x
16. SK Norderstedt 3:27 32 1 1 ½ ½ ½ 3 4 3 x

Die potentiellen Absteiger sind farblich markiert. Speyer-Schwegenheim darf noch hoffen, während Bayern München mit sehr großer Wahrscheinlichkeit absteigen wird. Schwäbisch Hall wird seine Mannschaft zurückziehen und bis zum 15. Mai (Meldeschluß Saison 2018/19) nicht für die erste und zweite Liga melden.

Die beiden Titelkandidaten Baden-Baden und Solingen hatten spielstarke Mannschaften mit in das Maritim-Hotel nahe des Potsdamer Platzes gebracht. Beim Titelverteidiger aus Baden saß zum ersten Mal in dieser Saison Lewon Aronjan am Brett. Der in der Weltrangliste nach über zweieinhalb Jahren wieder aus der Top-10 gerutschte Armenier, gewann gegen Michailo Olexijenko und trennte sich vom Sieger des Emanuel-Lasker-Blitzturniers (separater Bericht geplant), Jewgenij Tomaschewskij und Jan-Christian Schröder remis. Der 19-jährige deutsche Großmeister vom SV Hofheim wird sich ganz besonders über dieses Ergebnis gegen den über 200 Elo-Punkte besseren Aronjan gefreut haben.

ChessBase: Interview mit Jan-Christian Schröder

Die SG Solingen, die in diesem Jahr ihren 150. Geburtstag feiert, brachte mit Pentala Harikrishna und Richard Rapport zwei Weltklasse-Großmeister mit nach Berlin. Rapport hatte vor Kurzem beim GRENKE Chess Open für eine Sensation gesorgt, als er dem deutschen Nachwuchstalent Vincent Keymer unterlag. Diesmal lief es mit 2½ aus 3 deutlich besser beim 22-jährigen Ungarn, der damit wesentlichen Anteil am optimal verlaufenen langen Wochenende der Solinger hatte.

Baden-Baden siegte 5:3 gegen Hockenheim, 7½:½ gegen Speyer-Schwegenheim, 6½:1½ gegen Hofheim. Solingen besiegte Schwäbisch Hall 7½:½, Aachen 5½:2½, Deizisau 5½:2½.

www.schachbundesliga.de | DSB-Ergebnisdienst

Emanuel-Lasker-Blitzturnier, Bundesvereinskonferenz, Lasker-Konferenz und vieles mehr ...

Rund um die Endrunde hatten neben dem Deutschen Schachbund die Schachfreunde Berlin als Ausrichter, der Berliner Schachverband, die Emanuel Lasker Gesellschaft und die Deutsche Schachjugend so viele Veranstaltungen zusätzlich auf dem Programm, dass Gäste, Mitspieler und Journalisten oftmals die Qual der Wahl hatten, wo sie zuerst hingehen sollten. Von früh um 9 bis abends nach 21 Uhr war für jeden etwas dabei. Die Vorträge und Workshops bei der Bundesvereinskonferenz und der Lasker-Konferenz zogen interessierte Zuschauer und Fachleute aus ganz Deutschland nach Berlin. Teilweise noch von viel weiter reisten die Teilnehmer an der Bundesliga, dem Emanuel-Lasker-Blitzturnier, dem Politikerturnier, der Jugendbundesliga und dem Jugendschnellturnier an. Und die einheimischen Vereinsspieler wurden angelockt durch das Finale der Berliner Feierabendliga und der Berliner Pokal-Mannschaftsmeisterschaft - und füllten danach als Zuschauer den Saal mit der Schachbundesliga.

Sehr gut besucht war auch die Live-Kommentierung der Bundesliga durch GM Robert Rabiega. Am ersten Tag hatte er tatkräftige Unterstützung durch GM Sebastian Siebrecht, der in der vergangenen Woche mit seiner Faszination-Schach-Tour in Berlin Halt machte. Die beiden harmonierten prächtig miteinander und sparten nicht mit Anekdoten und Geschichten zu den Spielern, deren Partien sie zeigten. So zum Beispiel auch Jan Gustafssons grandiosen Sieg gegen Arik Braun am Sonntag. Die Freude war groß, als Gustafsson leibhaftig im Saal erschien und die beiden bei der Analyse seiner Partie unterstützte. Und nebenbei bekamen sie gleich noch eine Lektion in der Bedienung der Chess24-Software.

Den Gästen, denen das Zuschauen und Zuhören nicht reichte, stand der Salon Madrid im ersten Obergeschoß offen, wo Marcus Gretzer (Schachfreunde Berlin) insgesamt sechs Blitzturniere an drei Tagen leitete. Die Hamburger Schachsoftwarefirma ChessBase hatte dafür Preise gestiftet und selbst einige Titelträger versuchten diese zu ergattern, was bei einem stets starken Teilnehmerfeld manchem schwerfiel.

Nachfolgend eine kleine Bildauswahl von den Veranstaltungen im Maritim-Hotel. In den nächsten Tagen veröffentlichen wir noch mehr. Beachten Sie dazu auch die unten angegebenen Links zu unseren Unterseiten.

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