16.11.2025
Der Call of Interest für die ECU-Turniere 2026 wurde veröffentlicht. Bewerbungen von FA & IA sind bis zum 05.12.2025 möglich. Nach Eingang der Bewerbungen werden drei Listen gebildet:
Offene Liste
Frauen Liste
Rookie-Liste (noch kein Einsatz bei einer Europa- oder Weltmeisterschaft)
Je nach Anzahl der durch die ECU-Schiedsrichterkommission zu normierenden Schiedsrichter wird nacheinander aus den Listen ein Schiedsrichter gewählt.
Im Jahr 2025 haben sechs Deutsche Schiedsrichter einen Einsatz bei einem ECU-Turnier erhalten.
Regularien für den COI 2025/26
Bewerbungsformular ECU COI 2025/26
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... und eine Achterbahnfahrt: Alexander Donchenko erreicht im Tiebreak das Viertelfinale. "Ich bin glücklich, dass ich hier bin." Aber Frederik Svane ist raus.
15.11.2025
Lange gehörten sie zur den auch zahlenmäßig stärksten Abordnungen beim World Cup. Geflügeltes Wort in Goa: Hier gibt es fast so viele deutsche Großmeister wie Inder. Doch nun, im Viertelfinale, ist von sieben nur noch einer übrig geblieben. GM Alexander Donchenko darf weiterhin vom Kandidatenturnier im Frühjahr auf Zypern träumen - an der Seite des bereits qualifizierten GM Matthias Blübaum. Und das, obwohl seine Partie am Samstag ein kleiner Alptraum war - dieses zweite Remis gegen GM Quang Liem Le im klassischen Schach gab ihm aber keinen Knacks. "Ich war nie näher dran an der nächsten Runde als gestern", sagte er am Sonntag, als er es doch noch geschafft hatte, "es gab keinen Grund für mich, heute nervös zu sein." Soll heißen: Wer sowas wegsteckt, den haut nix um. Lange stand Donchenko am Samstag auf Gewinn in einem Turm-Endspiel mit Bauern-Überzahl – und wirkte dann plötzlich zu zögerlich, wollte es vielleicht zu genau machen. Der Vietnamese, Nummer 22 der Welt, bekam völlig unerwartet wieder Zugriff und rettet sich noch ins Remis. „Das bricht mir das Herz“, sagte Bundestrainer GM Jan Gustafsson dazu, dass sein Schützling den sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben hat: „Ich bin geschockt.“ Um am Sonntag umso erfreuter zu sein: Donchenko gewann das Duell noch mit 4,5: 3,5 und sagte nach seinem Sieg im Blitz: "Ich hatte vorher viel Respekt vor denen, die mehrere Runden Tiebreak spielen mussten." Jetzt habe er selbst erfahren müssen, was das bedeutet: "Jede Partie ist eine Achterbahnfahrt."
Weiterlesen … Der World Cup, das Achtelfinale - ein deutscher Herzensbrecher...
Auch WM-Kandidat Blübaum ist raus, Frederik Svane und Alexander Donchenko schaffen Historisches. Sie sind die ersten Deutschen in einem Achtelfinale.
13.11.2025
Andrey Esipenko ist ein junger Mann, der aus hartem Holz geschnitzt ist. Schon im März 2022 gehörte er zu einer Gruppe russischer Großmeister, die öffentlich klarmachten: Mit diesem Krieg gegen die Ukraine können sie sich nicht identifizieren. Seitdem spielt er unter FIDE-Flagge. Der Mann ist nicht nur politisch bemerkenswert mutig, er ist auch ein wirklich eisenharter Spieler, wie er am heutigen Donnerstag beim World Cup in Goa deutlich machte: Der 23-Jährige Esipenko, der auf großer Bühne auch schon den größten Großmeister Magnus Carlsen (2021 in Wijk aan Zee) besiegt hat, eliminierte GM Vincent Keymer. Der hat im Verlauf des Turniers mehrfach betont, wie schwer es sei, sich gegen Außenseiter zu behaupten – nun erwischte es ihn als Favoriten im Tiebreak, in der zweiten Runde Schnellschach. Endstand 1:3. Wie sehr er sich selbst als Underdog betrachtet habe, sagte der erstaunlich gelassen wirkende Esipenko (rund 100 Elo weniger als Keymer, Nummer 41 der Welt) danach: „Es fühlt sich gut an“, sagte er trocken. Er sei das überhaupt ganz entspannt angegangen, „ich habe mir gedacht, dass es ja nicht so schlimm ist, wenn ich heimfliegen muss.“ Dann das Geständnis: „Ich habe vor der Runde schon die Flugtickets gecheckt, mir mögliche Direktflüge nach Moskau rausgesucht.“ Das ist nun nicht mehr nötig. Noch nicht. Und das gilt, als Trost für alle deutschen Fans, auch für zwei DSB-Akteure: GM Frederik Svane und GM Alexander Donchenko stehen im Achtelfinale.
Weiterlesen … World Cup: Harter Gegner, harter Schlag - Keymers WM-Traum zerplatzt in Goa
Der Großmeister und ehemalige Nationalspieler startet als Nummer eins bei den Deutschen Meisterschaften im Schach960 im Olympiastadion
13.11.2025
Wir erreichen ihn in Riga, seinem Geburtsort. In der Straßenbahn, auf dem Weg zum Strand in Jurmala. Noch ist es etwas lauter im Hintergrund, aber gleich wird er ein bisschen die Seele baumeln lassen, Freunde treffen – wenige Stunden vor einem Schachturnier, das er am Wochenende in Lettland mitgespielt hat. Es ist ruhiger geworden um GM Daniel Fridman. Natürlich spielt er noch Turniere und auch Mannschaftskämpfe. Er sagt, er verdiene weiterhin sein Geld mit Schach. Aber bei den großen Events im klassischen Schach ist es still um ihn geworden. Ab dem morgigen Freitag wird er, der den Schachsport hierzulande sehr geprägt hat, auch für deutsche Fans wieder ein bisschen greifbarer: Er spielt die Deutsche Meisterschaft im Schach960 mit. „Ich mag das Format grundsätzlich sehr gerne“, sagte er, „und wenn dann der Preisfond stimmt, dann bin ich dabei. Umso schöner, dass es auch noch in einer solchen Top-Location stattfindet.“ Das U25-Berlin-Open und die Deutsche Schach960-Meisterschaft finden parallel von Freitag bis Sonntag im Olympiastadion statt. „Eine solche Atmosphäre im VIP-Bereich eines Fußballstadions kenne ich sonst nur aus der Bundesliga in Bremen“, sagt er, „aber ich finde das sehr interessant.“ Er will die freie Zeit auch nutzen, um die Stadt zu erkunden.
Weiterlesen … Daniel Fridman: Schach in wohldosierter Form
Der WM-Kandidat ist raus, Frederik Svane und Vincent Keymer müssen ins Stechen. Alexander Donchenko schafft Historisches.
12.11.2025
Der World Cup wird immer spannender, aufregender, intensiver. Nächster Halt: Achtelfinale. Doch der Blick von GM Matthias Blübaum ging in Runde vier heute schon kurz nach 14 Uhr regelrecht immer wieder ins Leere. Er spürte, dass er längst keine Chance mehr hatte, nachdem er früh in die deutlich schlechtere Stellung schlitterte. „Eine hoffnungslose Situation.“ Das sagte irgendwann GM Jan Gustafsson, der Bundestrainer, der in Goa für die FIDE als Kommentator arbeitet, über den mit seinem vom Brett abschweifenden Blick irgendwann sehr uninspiriert wirkenden und die Hände vors Gesicht schlagenden Blübaum. Der hat zuletzt wirklich famos gespielt – heute wirkte er am Ende müde, überspielt. Natürlich traf das seine immer zahlreicher werdenden Fans mitten ins Herz, aber viele fanden auch rasch Trost: Es war schließlich ein deutsch-deutsches Duell. Ein DSB-Akteur ist also weiter. GM Alexander Donchenko warf mit seinem heutigen, von Anfang bis Ende überzeugenden Sieg den eigenen Teamkollegen aus dem Wettbewerb - und war damit, historisch betrachtet, der erste Deutsche, der das Achtelfinale eines World Cups erreicht hat. GM Vincent Keymer und GM Frederik Svane können nachziehen. Sie spielten in der zweiten Partie der vierten Runde beide Remis und müssen am Donnerstag in den Tiebreak.„Absolutely amazing“ fühle sich das alles an, sagte Donchenko in der Stunde seines Triumphes. Wirklich wundervoll, erstaunlich.
Weiterlesen … World Cup: Donchenko schlägt Blübaum. "Absolutely amazing."
Mit geballter Expertise: Sandra Schmidt und Frank Jäger führen am 19. November 2025 durch das Seminar zur perfekten Turnierorganisation
12.11.2025
Dieser Kurs richtet sich an alle, die ein Schachturnier erfolgreich planen und durchführen möchten – ob Einzelpersonen, Vereine oder Organisationen. Denn ein gelungenes Schachevent beginnt lange, bevor der erste Zug gemacht wird. Sandra Schmidt und Frank Jäger zeigen praxisnah, worauf es bei der Turnierleitung und Organisation wirklich ankommt. Gemeinsam beleuchten sie Themen wie Turnierleitung und Organisation, Turnierarten und dazugehörige Regularien, Spielsaal und Material, die Turnieranmeldung, den Turnierablauf und den Turnierabschluss.
Beide sind eingespielte Profis: Bei der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM) bilden sie ein perfekt harmonierendes Team. Frank Jäger, offiziell „Pairing Arbiter“, ist weit mehr als nur Schiedsrichter und Auslosungsleiter – er ist die rechte Hand von Organisationschefin Sandra Schmidt. „Ohne Frank würde die DSAM nicht laufen“, sagt sie mit einem Lächeln. Und das merkt man: Mit Erfahrung, Überblick und Engagement sorgen sie dafür, dass jedes Turnier reibungslos funktioniert.
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Springer und Hakenkreuz - der DSB stellt Strafanzeige. Interview mit Niklas Rickmann, wie er Rechtsextremismus im Schachsport erlebt.
11.11.2025
Der Deutsche Schachbund hat heute Strafanzeige gegen einen Facebook-Nutzer gestellt. Dieser hatte in der Nacht von Samstag auf Sonntag einen Kommentar unter einem DSB-Post zum Vielfaltskongress der Deutschen Schachjugend (bei dem es einen Workshop zum Thema „Rechtsextremismus im Schach“ geben wird) mit Grafik hinterlassen, auf der er einen Springer ein Hakenkreuz schlagen lässt. Dazu kommentierte er: „Heil Springer!!!“ Hätte man als Polizei den Vorgang selbst entdeckt, wäre man als Ermittlungsbehörde verpflichtet, dieses Delikt zu verfolgen, teilte auf Nachfrage der DSB-Öffentlichkeitsarbeit ein Mitarbeiter des Staatsschutzes mit. Es geht um die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Paragraph 86a StGB. Der Vorgang hat aus Sicht des DSB-Präsidiums und der DSB-Geschäftsstelle eines gezeigt: Nie war der Workshop der DSJ wichtiger als heute. Dieser Ansicht ist auch Niklas Rickmann. Der 43-Jährige ist der Referent beim Vielfaltskongress zu diesem Thema. Er engagiert sich politisch in der SPD, war lange Jahre Vorsitzender des Stadtverbandes Stralsund und ist heute stellvertretender Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Vorpommern-Rügen. Von 2021 bis 2024 war er Vorsitzender der DSJ, zuvor bis 2016 auch Präsident des Landesschachverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Seit kurzem hat der ehemalige Vizepräsident des DSB (2011 bis 2013) dieses Amt wieder inne. Matthias Wolf vom DSB-Team Öffentlichkeitsarbeit sprach mit ihm über rechte Auswüchse im Internet.
Weiterlesen … "Wenn wir das Thema totschweigen, dann wird es nicht gelöst."
11.11.2025
Vom 2. bis 10. Oktober 2025 fand in Büsum, einer Gemeinde, die im 16. Jahrhundert noch von der Nordsee umgeben auf einer Insel lag, die 19. Offene Senioren-Einzelmeisterschaft des Schachverbandes Schleswig-Holstein statt. Zahlreiche Titelträger, darunter die Internationalen Meister Klaus Klundt und Detlef Heinbuch, machten sich auf den Weg an die Ostküste der Nordsee. Klundt spielte von 1970 bis 1981 in der BRD-Nationalmannschaft, darunter 1970 bei der Schacholympiade in Siegen. Heinbuch gehörte dem Nationalteam von 1985 bis 1987 an und war 1986 in Dubai auch Olympiadeteilnehmer. Eine Platzierung in der Spitze gelang indes nur Letzterem. Heinbuch unterlag aber in der letzten Runde Bernd Baum, der trotzdem hauchdünn die Titelverteidigung verfehlte: Mit Jens Wulf von Moers trug ein Außenseiter den Sieg davon. Wulf von Moers konnte in der letzten Runde Norbert Heck besiegen, den früheren Trainer des DSB-Sportdirektors Kevin Högy. Heck hätte bei einem Sieg selbst Turniersieger werden können.
Nachfolgend der Bericht des schleswig-holsteinischen Seniorenreferenten Gerhard Ihlenfeldt. (fb)
Weiterlesen … Jens Wulf von Moers gewinnt überraschend die Senioren-Einzelmeisterschaft von Schleswig-Holstein
Der in der Schachszene nicht unumstrittene Amin Tabatabaei ist beim U25-Open auf der Jagd nach dem nächsten Preisgeld
10.11.2025
Vom Tegernsee direkt nach Berlin. Am Wochenende meldete sich der iranische Großmeister Seyyed Mohammad Amin Tabatabaei, kurz Amin Tabatabaei, für das U-25 Open im Rapid- und Blitzschach im Olympiastadion an, dass der SV Königsjäger Süd-West in Kooperation mit dem Berliner Schachverband und dem DSB vom kommenden Freitag (bis Sonntag) im Olympiastadion ausrichtet. Klar, das hohe Preisgeld lockt. „Unser erster 2600plus-Spieler“, freute sich Turnierchef Jonathan Born. Um genau zu sein, wird der 24-Jährige mit 2681 Elo geratet – und ist damit der klare Favorit für Berlin. Mit 2700 Elo steht Tabatabaei sogar aktuell auf Rang 33 der Live-Weltrangliste. Das hat er seinem Sieg bei den Offenen Internationalen Bayerischen Meisterschaften am Tegernsee zu verdanken. Mit einem Punkt Abstand vor dem Feld triumphierte der Wertungsfavorit. Es war seine erste Teilnahme am Tegernsee – und gleich der erste Titel für den Mann, der in der Schachszene nicht unumstritten ist.
Weiterlesen … Vom Tegernsee nach Berlin - zum zweiten Triumph?
Nur Rasmus Svane scheidet aus - Vincent Keymer, Matthias Blübaum und Alexander Donchenko komplettieren das DSB-Quartett in der Runde der letzten 32
08.11.2025
Da waren es nur noch…nein, falscher Ansatz: Zwar ist GM Rasmus Svane heute ausgeschieden, aber es sind immer noch vier deutsche Topspieler unter den besten 32 Akteuren beim World Cup. In Goa sorgten zwei von ihnen heute sogar für faustdicke Überraschungen. Nicht unbedingt prognostizierte Siege, die die Nummer eins des DSB, GM Vincent Keymer, der ebenfalls (aber wie erwartet aus der Favoritenrolle heraus) weiterkam, zu einem Fazit mit vielsagendem Lächeln brachte: „Das zeigt, wie viel Potenzial im deutschen Schach ist. Wir haben viele junge Spieler und werden bei der nächsten Olympiade gute Chancen haben.“ Doch bis es soweit ist, im kommenden Spätsommer in Usbekistan, blicken derzeit alle Augen nach Indien. Wo im Schach-Wunderland auch Deutsche Akzente setzen können – siehe Runde drei. Dabei brachte GM Frederik Svane das Kunststück fertig und eliminierte Weltmeister GM Dommaraju Gukesh. Danach sagte er, die Ruhe in Person, er habe sich gar nicht vom Titel und der Aura des Gegners beeindrucken lassen: „Natürlich ist es etwas Besonderes gegen ihn zu spielen. Aber ich habe es angenommen wie jedes andere Spiel auch.“
Weiterlesen … World Cup: Frederik Svane eliminiert Weltmeister Gukesh. "Das zeigt, wie viel Potenzial im deutschen Schach ist."
"Da ist noch viel Potenzial." Beim Mammutturnier in Montenegro verpasst der DSB nur denkbar knapp weiteres Edelmetall.
08.11.2025
Bernd Vökler, der Bundesnachwuchstrainer, wollte nicht drumherum reden. Er wisse wenig über FM Mykola Korchynskyi. Was kein Wunder ist, schließlich ist der Junge ein Ukraine-Flüchtling und noch nicht lange im DSB-Nachwuchsbereich. „Aber er scheint ein Juwel zu sein“, sagt Vökler, „selbstbewusst und ideenreich am Brett.“ Während der Jugend EM in Budva, bei der Korchynskyi am Freitag den Titel bei der U16 holte, hat sich Vökler intensiv mit dem Talent und auseinandergesetzt. Besonders die achte Runde habe gezeigt, welche Qualitäten er habe: Da sei die Lage gegen FM Jernej Koslowicz sehr unübersichtlich und schwer zu behaupten gewesen, „völlig chaotisch würde ich sagen“, so Vökler: „Aber er hat die Übersicht behalten und mit diesem starken Sieg den Grundstein für seinen Titelgewinn gelegt.“ Vökler sagt, er sei ingesamt "durchaus zufrieden" mit dieser EM.
Weiterlesen … Jugend-EM: Mit kalten Duschen und Atemübungen - Mykola Korchynskyi gewinnt Gold.
Jetzt anmelden: Beim Vielfaltskongress der Deutschen Schachjugend werden auch heiße Eisen angepackt. Das wird sport- und gesellschaftspolitisch spannend.
07.11.2025
Das Programm ist so vielfältig wie die Teilnehmer des Vielfaltskongresses der Deutschen Schachjugend vom 5. bis 7. Dezember. Die Organisatoren mit Najat Tabakh, Bundesjugendsprecherin bei der Deutschen Schachjugend, und Niklas Mörke, DSJ-Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit, haben viel Zeit und Energie darauf verwendet, um aus dem zweiten Kongress der DSJ ein sport- und gesellschaftspolitisches Event zu machen. Ein Beweis dafür, dass der organisierte Schachsport nicht nur aus Turnieren besteht, sondern auch klare Kante zeigt – zu Themen die auch unseren Sport umtreiben. „Es war wirklich super, wenn sich noch viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer anmelden“, sagt Niklas Mörke, „auch gerne aus dem DSB-Bereich.“ Der 26-Jährige, Student für VWL und Politik, hatte sich im Rahmen einer DSJ-Vorstandsitzung zur Organisation bereit erklärt. „Ich kann es ja mal machen“, hatte er im ersten Moment eher lapidar gesagt – und dann rasch Feuereifer entwickelt. Für ihn war klar: Dieser Kongress, der muss auch kritisch sein, bisweilen weh tun, deutlich machen: Die Schachwelt ist keine heile Welt, es gibt hier Probleme wie überall. Niklas Rickmann, langjähriger DSJ-Vorsitzender und mittlerweile Präsident des Landesverbandes in Mecklenburg-Vorpommern, wird zum Beispiel zum Thema Rechtsextremismus im Schach referieren. Ein heißes Eisen. Mörke hat ihn interviewt und eine ganz einfache Frage gestellt: „Was hat Schach mit Rechtsextremismus zu tun?“ Die Antwort von Rickmann: leider sehr viel.
Weiterlesen … Was hat Schach mit Rechtsextremismus zu tun? Leider viel. "Tendenz zunehmend."
In Goa sind Vincent Keymer, Matthias Blübaum, Frederik Svane, Rasmus Svane und Alexander Donchenko weiter - Niclas Huschenbeth und Dmitrij Kollars fliegen heim. "Das ist ein bisschen bitter."
06.11.2025
Für den ersten deutschen Großmeister, Niclas Huschenbeth, war es schon am Mittwoch vorbei. Am Donnerstag ereilte dann auch GM Dmitrij Kollars das Aus. Er musste im Tie-Break gegen GM Munirethinam Pranesh in der zweiten Rapid-Partie aufgeben. „Wirklich schade, aber so ist das nun einmal in diesem Format“, sagt Niclas Huschenbeth nach seiner Niederlage, „es war eine schöne Zeit hier, insgesamt habe ich gut gespielt, habe mich gut gefühlt – und dann hatte ich diesen einen Schwächeanfall im Kopf.“ Dem Berliner, der am morgigen Freitag zurückfliegt, bleibt nur noch, den anderen DSB-Akteuren die Daumen zu drücken, mit denen er im indischen Goa viel unternommen hat (gemeinsam Essen, Fitnessstudio) weiterhin viel Erfolg zu wünschen. „Es freut mich, dass es für so viele Deutsche so gut läuft“, sagte Huschenbeth, der letztlich seine erste Runde als Favorit souverän gemeistert hatte, dann auch noch GM Nodirbek Yakubboev einen zähen Kampf lieferte - und letztlich ein wenig mit dem ersten Spiel in Runde zwei haderte: „Es lief gut für mich mit Weiß, ich stand besser - und habe aber leider nicht mehr als ein Remis herausgeholt. Und mit Schwarz mache ich dann einen entscheidenden Rechenfehler.“ Und so ist das eben beim World Cup, diesem gnadenlosen und top besetzten Turnier – dieser eine Fehler kann teuer werden.
Weiterlesen … World Cup: Von Schwächeanfällen im Kopf, Rechenfehlern und einem Glücksring