
die letzten Meter des Jahres, die letzten Züge am Brett, die ersten Züge der Weihnachtszeit und des glücklichen Beisammenseins. Ein Schachjahr geht zu Ende, das neue kommt. 2026 wird einige Schach-Highlights bieten: Im Frühjahr das WM-Kandidatenturnier mit Matthias Blübaum, im Sommer den Schachgipfel in Dresden, im Herbst die Olympiade in Usbekistan. Der DSB und seine Spielerinnen und Spieler werden schwer gefordert sein. Da tut es gut, zwischen zwei Schachjahren mal durchzuatmen, die Seele baumeln zu lassen – oder vielleicht einfach das Weihnachtsquiz in diesem Newsletter mitzumachen. Es gibt Preise zu gewinnen, die die Brücke schlagen zu großen Schachevents aus diesem erfolgreichen Jahr 2025 – und die man nicht kaufen kann: Wir verlosen noch einmal, von den Meisterklasse-Akteuren (darunter unsere Nummer vier der Weltrangliste, Vincent Keymer und Matthias Blübaum) unterschriebenen Shirts der Titelkämpfe München 2025, dazu Team-EM-Plakate aus Batumi mit Unterschriften der kompletten Frauen-Nationalmannschaft. Und Ersttagsbriefe mit Sonderbriefmarken der Schacholympiade in Dresden 2008. Der Blick zurück kann manchmal sehr viel Vorfreude auf das Neue auslösen. In diesem Sinne: Frohes Fest, seid lieb zueinander...
...wünscht das DSB-Team Öffentlichkeitsarbeit.
Für 2026 steht ein Führungswechsel bevor. Am Mittwoch, den 26. November 2025, trafen sich das DSB-Präsidium und die Präsidenten dreier Landesverbände zu einem Gespräch in Berlin. DSB-Präsidentin Ingrid Lauterbach und DSB-Vizepräsident Finanzen Alexander von Gleich erörterten mit Ingo Thorn (Bayerischer Schachbund), Michael S. Langer (Niedersächsischer Schachverband) und Paul Meyer-Dunker (Berliner Schachverband) den Antrag auf Abwahl des DSB-Präsidiums und einen damit verbundenen außerordentlichen Kongress im Februar 2026. Als Ergebnis der Zusammenkunft wurde eine gemeinsame Erklärung abgegeben, die einen außerordentlichen Kongress vorsieht und die DSB-Präsidentin Ingrid Lauterbach ihr Amt zur Verfügung stellt - beides bis spätestens Mitte August 2026. Der Antrag auf Abwahl wurde zurückgezogen.
Ein Onlineportal aus dem Süden, mit Seeblick (der bisweilen zu allzu viel Weitblick verleitet), hatte eine kurze Stellungnahme von Alexander von Gleich zur im deutschen Schach stetig brodelnden Gerüchteküche interpretiert. Er habe, so von Gleich, eigentlich gehofft, mit seinen Sätzen Spekulationen zu beenden, die derzeit nicht angebracht seien. Das Zitat: "Ich hatte stets eine Kampfkandidatur im DSB für mich ausgeschlossen, aber sehe mich in der Pflicht, dem deutschen Schach zu helfen und glaube, dass ich hier weiter viel beitragen kann." In welcher Rolle, das blieb offen. Daraus wurde aber beim Onlineportal: Von Gleich will Präsident werden. Soviel sei ganz offiziell verraten: So weit ist es noch lange nicht. Ob es überhaupt jemals dazu kommt? Es sind noch neun Monate - und da stehen bekanntlich noch viele Partien an.
Die komplette Erklärung können Sie hier lesen.

Reiner Stach (* 1951) ist im Literaturbetrieb ein klangvoller Name. Er gilt seit seiner mit vielen Preisen ausgezeichneten dreibändigen Kafka-Biographie, an der er volle 18 Jahre lang arbeitete und die inzwischen in elf Sprachen übersetzt ist, mindestens als einer der führenden Experten auf diesem Gebiet. Mit der Verbindung von akribischer Forschung und lebendigem Erzählstil hat er den lange als mystisch geltenden Autor von Weltrang einem breiten Publikum näher gebracht. Auf der monumentalen Trilogie basiert auch die sechsteilige Miniserie Kafka, die 2024 u.a. in der ARD ausgestrahlt wurde und an deren Drehbuch Stach mitwirkte. Aktuell arbeitet er an einer kommentierten Ausgabe der Werke Franz Kafkas, die all jenen an Herz gelegt sei, die tiefer ins Schloss, den Prozess etc. einzudringen trachten.
Weniger bekannt ist, dass Stach ein großer Schachfan ist. Bis in seine Zwanziger hinein spielte er in Hessen Wettkampfschach und verlor die Szene auch später nie aus den Augen. Wir freuen uns über seine Antworten auf unsere traditionellen drei Newsletter-Fragen.
1) Obwohl das Gros der Schachgemeinde sein Augenmerk noch immer auf das klassische Schach richtet, wird uns von Schachvermarktern suggeriert, dass es überholt und vom Aussterben bedroht ist. Warum? Was sagen Sie zu der stetigen, auf breiter Front betriebenen Bedenkzeitverkürzung? Handelt es sich um einen irreversiblen Prozess? Werden wir, nach heutigem Sprachgebrauch, bald nur noch Schnellschach und Blitz spielen? Wie sehen Sie das Schach in zehn Jahren?
Ich halte solche Prophezeiungen für Wunschdenken derer, die das Schach vermarkten. Natürlich ist ein Blitzturnier leichter in ein kommerzielles Format zu bringen als ein Turnier, das ein, zwei Wochen dauert. Es herrscht permanente Action, und die Aufmerksamkeit wird jeweils nur für Minuten beansprucht, was unter den Bedingungen des gegenwärtigen Konsumverhaltens ein Vorteil ist. Ich denke aber, dass dieser Effekt sich abnutzt. Stellen Sie sich vor, es gäbe Snooker-Turniere, bei denen die Profis pro Stoß nur fünf Sekunden Bedenkzeit haben. Oder es gäbe Formel-Eins-Rennen im K.o.-Format mit jeweils nur drei Runden. Natürlich kämen auch zu solchen Spektakeln Zuschauer. Doch die würden sich sehr bald nach ernsthaften Wettkämpfen zurücksehnen. Dasselbe würde passieren, wenn es nur noch Blitz-GMs gäbe. Die Schachspieler dieser Welt würden wieder einen Weltmeister sehen wollen, den man ernst nehmen kann.
Die Verminderung der Bedenkzeit beim Turnierschach ist vermutlich irreversibel, ebenso wie es ja auch die Abschaffung der Hängepartien war. Die rote Linie überschritten ist aber mit Eingriffen ins Regelwerk. Schach hat über die Jahrhunderte eine eigene Kultur entwickelt, es ist gewachsen, hat sich ausdifferenziert, und es hat etwas mit Ästhetik zu tun. Nur weil sich ein paar Top-Spieler mit der Eröffnungstheorie langweilen, werden die übrigen Millionen nicht damit beginnen, Schach960 zu spielen. Das ist eine Totgeburt. Für das klassische Schach bin ich aber optimistisch. Es verbindet die Leute, es kann Teil einer umfassenderen Kultur werden, wie jetzt in Indien und China zu beobachten. Und wie oft wurde dem Schach schon der Remis-Tod vorhergesagt?
2) Sie waren in Ihrer Jugend aktiver Schachspieler und haben das Schachgeschehen zeitlebens nicht aus den Augen verloren. Welche schachliche Leistung hat Sie in den vergangenen 50, 60 Jahren am meisten beeindruckt – und warum?
Der Durchmarsch Bobby Fischers zum WM-Titel war spektakulär, und ich glaube nicht, dass sich derartiges je wiederholen kann. Wobei es mir schon damals auf die Nerven ging, wenn die Medien dauernd versuchten, daraus ein politisches Ereignis zu machen. Fischer repräsentierte keineswegs den »freien Westen«, er war ein soziopathischer Schach-Nerd, der außer sich selbst überhaupt nichts repräsentierte. Dennoch, er stand allein gegen die ganze Phalanx des gut organisierten Sowjet-Schachs, und es machte uns fassungslos und stimmte uns auch irgendwie optimistisch, dass es einem Einzelnen möglich war, diesen Apparat in Verlegenheit zu bringen. Rein schachlich hatten allerdings die Duelle zwischen Karpow und Kasparow eine
nachhaltigere Wirkung. Das Positionsverständnis dieser beiden erschien mir überirdisch, ebenso die sehr geringe Zahl von Fehlern, die auch ich noch so eben als Fehler wahrnehmen konnte. Ich bezweifle, dass dieses Niveau unter den heutigen Bedenkzeitregelungen noch möglich wäre. In einzelnen Partien ja, über die Dauer eines Wettkampfs nein.
3) Wie hat sich der Typus »Schachspieler« in den letzten Dekaden – wenn – entwickelt/verändert? Gibt es grundlegende Merkmale bzw. Charaktereigenschaften, die wesensprägend und konstant geblieben, also quasi »zeitlos« sind?
In der breiten Masse der Schachspieler gibt es so viele unterschiedliche Charaktere – es fällt mir schwer, hier typische Merkmale zu nennen. Vielleicht kann man sagen, dass narzisstische Charaktere, die schnelle und häufige Bestätigung brauchen, eher nicht beim Schach bleiben werden. Denn es dauert beim Schach anfangs relativ lange, ehe man wirkliche Erfolgserlebnisse hat. Und man muss es ertragen können, dass auch erschöpfende geistige Anstrengung manchmal nicht genügt, um eine Niederlage abzuwenden. Das fällt Menschen mit stabilem Selbstbewusstsein leichter. Anders scheint mir die Situation bei den Top-Spielern, die denselben Anpassungsmechanismen unterliegen wie die Profis in anderen Sportarten. Nur dass es beim Schach eben mehr auffällt. Die ganze »Szene« sieht heute völlig anders aus. Kleines Beispiel: Wären vor 50 Jahren Live-Übertragungen von Partien üblich gewesen, hätte man sicherlich nicht dieses alberne »Wow!«-Gebrüll erlebt wie bei heutigen Live-Streams. Denn Schach galt als distinguiert, bewundert wurden Leute mit Selbstkontrolle, während heute ein Spieler wie Navara fast schon als Exot gilt, nur weil er höflich ist. Ähnliches gilt für die Fairness-Regeln, die nicht zuletzt durch die heutigen Möglichkeiten des Betrugs unterminiert wurden. Feindschaften werden jetzt öffentlich ausgetragen, und haltlose Betrugsvorwürfe werden zwar nicht gutgeheißen, aber ihr Sensationswert sorgt dennoch für Unterhaltung. Auch die Eigengesetzlichkeiten der Social Media gehen natürlich an den Schachspielern nicht vorbei. So genießen jetzt Spieler, die eloquent und extrovertiert sind, das heißt sich gut in Szene setzen können, einen enormen Vorteil gegenüber eher introvertierten Spielern. Das öffentliche Bild, das die Profis heute abgeben, hat sich dadurch gravierend verändert, und das wiederum sorgt dafür, dass das Schach jetzt auch Leute anlockt, die an Marketing weit mehr interessiert sind als am Schach selbst. Ich denke da vor allem an gewisse Sponsoren. Die würden am liebsten auch noch das Remis abschaffen, weil es zu wenig Dramatik liefert. Man kann den Top-Spielern nur dringend raten, sich von denen nicht ihren Sport ruinieren zu lassen.
Erproben Sie Ihr Schachwissen bei unserem Weihnachtsquiz und wählen Sie jeweils Ihre Antwort aus. Unter allen Quizteilnehmern mit den meisten richtigen Antworten verlosen wir Sachpreise mit echtem Sammlerwert. Eine Ausgabe des Fotobuches von Stev Bonhage "Capture". Mehrere Plakate von der Mannschafts-EM im Oktober im Batumi - alle unterschrieben von den Spielerinnen des deutschen Frauen-Nationalteams, das Bronze gewann. Dazu mehrere Shirts, unterschrieben von allen Spielerinnnen und Spielern der Meisterklasse München 2025. Sowie Ersttagsbriefe mit Sonderbriefmarken zur Schach-Olympiade 2008 in Dresden. Außerdem verloren wir 5 x 2 Schachbund-Tassen, für die gemeinsame Partie. Wenn Sie an der Verlosung teilnehmen wollen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse und Ihren Namen an!
Viel Spaß beim Lösen!
Die Höhepunkte im klassischen Schach waren zuletzt der FIDE-Grand-Swiss in Samarkand, die Mannschafts-Europameisterschaft in Batumi und der Weltcup in Goa. Raj Tischbierek hat sich ihnen und den deutschen Glanzlichtern – Kandidatenturnier-Qualifikation von Matthias Blübaum sowie Mannschafts-Bronze unserer Frauen – in seinen Kolumnen ausführlich gewidmet:
Wir gehen hier daher nicht noch einmal im Detail darauf ein. Spannend ist jedoch die Frage, wie realistisch der „Traum“ von einer schlagkräftigen deutschen Olympiamannschaft im nächsten Jahr ist. Wie ist es unserem Spitzenquartett nach dem Weltcup ergangen?
Vincent Keymer legte nach Goa eine kleine schöpferische Pause ein, bevor er zum Freestyle Grand Slam nach Südafrika reiste. Nach krankheitsbedingt beschwerlicher Vorrunde (bei der nach dem neuen Modus niemand mehr ausscheidet) schlug er im Viertelfinale Arjun Erigaisi, unterlag anschließend dem späteren Sieger Levon Aronjan, bevor er im Spiel um Platz 3 Weltcupsieger Javokhir Sindarov beherrschte. Platz 3!
YouTube: Vincent Keymer gewinnt 362.000 Dollar beim FreeStyle Chess
Ein selbst für seine hohen Ansprüche – zur Erinnerung: Vincent ist die Nr. 4 der Welt – glänzendes Ergebnis, wobei die Freestyle-Events nicht unter den gleichen sportlichen Kriterien wie das klassische Schach zu sehen sind (worüber man natürlich geteilter Meinung sein kann). Vincent ist im Konzert der Großen dabei. 2026 gibt es einen neuen FIDE circuit, dessen Gewinner sich für das übernächste Kandidatenturnier qualifiziert...
Matthias Blübaum remisierte am 6./7. Dezember zwei ereignisarme Bundesligapartien gegen Andrej Wolokitin und Jan-Krzysztof Duda. Mit ihm und dem an 1 gesetzten Keymer haben wir im Januar erstmals zwei Teilnehmer im Masters von Wijk aan Zee – besser lassen sich die Fortschritte des deutschen Schachs kaum in Worte fassen. Mit Giri, Pragg und Sindarov sind auch drei von Blübaums Kontrahenten beim Ende März beginnenden Kandidatenturnier mit von der Partie, auf dessen Vorbereitung im Anschluss sein Fokus liegen wird.
Eine bessere Gelegenheit als Wijk aan Zee, die Weichen in Richtung der „ausgegebenen Ziele“ Elo 2800 (Keymer) bzw. 2700 (Blübaum) zu stellen, gibt es nicht: 13 Runden, Weltklassekonkurrenz. Die Tücken eines solchen Marathons in der grauen Januar-Tristesse der niederländischen Nordseeküste kennt indessen nicht zuletzt ...
… Alexander Donchenko sehr gut, der 2021 und 2024 das Masters in Wijk durchlitt (mit 3½ bzw. 4½/13). Unser Weltcup-Held spielte nur eine Woche nach Goa das US-Masters in Charlotte (Doppelrunden!) und musste dazwischen gleich zweimal einen Jetlag wegstecken: zunächst die viereinhalb Stunden zwischen Indien und Deutschland und gleich darauf noch einmal sechs Stunden in die andere Richtung! Er nahm in der 2. Runde ein bye, um sich eine Vormittagsrunde zu ersparen und verkraftete die Strapazen insgesamt hervorragend, wie Platz 4 mit guten 7/9 belegt.
2025 US Masters ~ Charlotte Chess Center
Wieder eine Woche später saß Donchenko in Baden-Badener Diensten in Neuwied am Bundesligabrett. Mit soliden 1½/2 hielt der Aufwärtstrend auch hier an. Aktuell notiert er in der livelist bei 2668 Elo, was immer noch ein Stück von seinem Allzeithoch von 2684 (2023) entfernt ist.
Ende dieses Jahres wird Donchenko gemeinsam mit Keymer und Rasmus Svane bei der Rapid- & Blitz-Weltmeisterschaft in Doha die deutschen Farben vertreten.
Frederik Svane wagte sich in der ersten Dezemberhälfte zum President's Cup, einem 9-rundigen GM-Turnier, in die Höhle des Löwen nach Taschkent. Usbekistan ist das Land, welches im Weltschach neben Indien in den letzten Jahren den größten Sprung nach vorn gemacht hat. Auch wenn die klangvollen einheimischen Namen fehlten, betrug der Eloschnitt ansprechende 2625.
Frederik Svane fabrizierte einen Fehlstart von 1/4, konnte sich dann aber noch auf 50 Prozent hieven. Prädikat: durchwachsen.
4th President's Cup | Masters - Live Games - Chess.com
Fazit: Der Zeitraum nach dem Weltcup war zu kurz, um einen Trend ausmachen zu können.
Unter Spitzenschach firmieren mindestens auch Teile des langsam Form annehmenden Gipfels 2026 vom 16. bis 26. Juli nächsten Jahres in Dresden. Anfang Dezember wurde die Website schachgipfel.de gelauncht, der man den Zeitplan entnehmen und bereits auch Hotelbuchungen vornehmen kann.
An historischer Stätte, dem mit dem Maritim-Hotel verbundenen Internationalen Congress Center Dresden (ICD), in dem 2008 die Schacholympiade stattfand, gelangen 14 Turniere zur Austragung. Über die Deutschen Meisterschaften mit Topbesetzung bis hin zu den Senioren in den Altersklassen 50+ und 65+ sowie dem Finale der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM) wird der Bogen vom Spitzen- zum Breitenschach geschlagen. Ein besonderes Highlight verspricht die erstmals in den Gipfel eingebundene Deutsche Schach960-Meisterschaft zu werden, für die Deutsche Schachstiftung 960 einen Preisfonds von 10.000 EUR ausgelobt hat.
Dresden wird dann vermutlich auch der letzte öffentliche Auftritt von Ingrid Lauterbach als Präsidentin des Deutschen Schachbundes werden. Dazu später mehr.
Kein außerordentlicher Bundeskongress - Ingrid Lauterbach gibt ihr Amt ab.

Bad Wildungen, Auftakt der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft 2025/26. Von der „Ruhe vor dem Sturm“ zu reden, wäre weit untertrieben, auch wenn die Räumlichkeiten in der Kur- und Bäderstadt im Nordhessischen am vorletzten November-Wochenende nicht mehr als 336 Teilnehmer zuließen. Vom 19. bis 21. Dezember werden es in Bonn bei der zweiten Etappe weit mehr als doppelt so viele sein!
DSAM-Geschichten wurden deshalb nicht weniger geschrieben. Immer wieder reizvoll die Gegenüberstellung von ältestem und jüngsten Teilnehmer, diesmal hieß es 87 – Klaus Schöler – zu 7 – Garegin Grigorian. Nur knapp dahinter notierte Lukas Gottschling mit seinen neun Lenzen, der nach Einschätzung von „Analysehelfer“ bzw. (gemäß eigener Aussage) „Partienzerpflücker“ Großmeister Thomas Pähtz die beste Partie des Turniers spielte und dafür mit dem autobiographischen Buch von dessen Tochter Elisabeth, Wer den vorletzten Fehler macht, gewinnt, belohnt wurde. Häufig und gern ist im Schach von „Legenden“ die Rede: zumindest unter Amateur-Aspekten gebührt auch Frank Stolzenwald, der diesmal die Gruppe F gewann, mit seinen sage und schreibe 124 DSAM-Turnierteilnahmen dieser Status. Oder Vitalyi Sviridov, der vor 30 Jahren aus Kasachstan nach Deutschland kam, in der letzten Saison mit fast sechs Stunden (bei einer Bedenkzeit von 90 + 15 min zzgl. 30 sek Bonus/Zug) die längste Partie der DSAM-Historie gegen Teenie Laura Rössling spielte (Remis) und am Rande von Bad Wildungen über die Amateurmeisterschaft ins Schwärmen geriet: „Das ist für mich die Nummer eins unter den Turnieren in Deutschland – und ich kann mir nicht vorstellen, dass es weltweit noch etwas Schöneres gibt.“
Organisationschefin Sandra Schmidt, angereist aus ihrem neuen Lebensmittelpunkt Wien, wo sie bereits in Teilzeit, ab Januar 2026 dann in Vollzeit, als Geschäftsführerin des Österreichischen Verbandes arbeitet, freute sich besonders über zwei weibliche Siegerinnen in den Gruppen B – Michelle Trunz, Bundesligaspielern bei SV Hemer, – und C – Kirsten Bünte. Erwähnung verdient auch der 2. Platz von Carmen Voicu-Jagodzinsky in Gruppe A. Diese drei haben sich ein glänzende Ausgangsposition für das diesmal besonders lohnende Ziel geschaffen: Finale im Juli 2026 in Dresden im Rahmen des wieder stattfindenden Gipfels des DSB!

Durch die Partnerschaft des DSB mit der Maritim-Hotelgesellschaft mbH gibt es verschiedene Vergünstigungen für DSAM-Spielerinnen und -Spieler und Begleitpersonen. Buchungen können Sie über diesen Link vornehmen. Maritim-Hotels gibt es an 25 Standorten, verteilt über ganz Deutschland.
Das Maritim möchte Sie auch zur Silvestergala 2025/26 nach Berlin einladen. Bitte beachten Sie dazu den nachfolgenden Flyer und buchen Sie über diesen Link.


Rabac. Hohe Promotionsdichte bei der Ende September an der kroatischen Adriaküste ausgetragenen Einzel-Europameisterschaft! Der zwischenzeitliche Schach-Aussteiger Frank Holzke (* 1971), ehemaliger Jurist und Porzer sowie Wattenscheider Bundesligaspieler, gewann Bronze in der Kategorie 50+ und war damit der einzige deutsche Medaillengewinner. Gold ging an den Franzosen Jean-Marc Degraeve.
Holzke, der zuletzt auch als Autor eines Lehrbuches "für Fortgeschrittene" in Erscheinung trat (Von der Stellung zum Zug), hatte nach seiner Rückkehr in die Szene im Frühling schon mit Deutschland Silber bei der Mannschafts-EM gewonnen. Nun fehlt „nur noch“ Gold, dem er sicher weiter nachjagen wird.
Olga Birkholz wurde in der 50+ der Frauen Vierte. Den Titel holte hier die letzte DDR-Meisterin Dr. Gundula Heinatz (* 1969), die seit mehr als 20 Jahren für die Schweiz spielt.
Rainer Knaak, amtierender 65+-Weltmeister, ging bei den „richtigen“ Senioren beim Sieg des Georgiers Zurab Sturua auf Platz 8 leer aus. Mira Kierzek wurde bei den Frauen Fünfte.
Senioren-Europameisterschaft in Kroatien: Bronze für Frank Holzke
Gallipoli. Vier Wochen später stieg am Ionischen Meer die Einzel-Weltmeisterschaft und wieder gewann Deutschland Bronze: in der Kategorie 65+ schlug der mit Elo 2192 an 38 (!) gesetzte Christian Maier (* 1959) den Favoriten ein Schnippchen! Nach seinem Sieg gegen Titelverteidiger Rainer Knaak in Runde 9 (der Leipziger wurde am Ende 10.) war für Meier, einen der aktivsten deutschen Senioren überhaupt, sogar der ganz große Wurf greifbar, aber in den beiden Schlussrunden hieß das Motto des Breisgauers „lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“. Wertungssieger wurde mit dem Ukrainer Alexander Reprintsev ein weiterer Überraschungsmann.
Die Kategorie 50+ wurde vom Israeli Victor Mikhalevski dominiert (9½/11).
Senioren-WM: Bronze für Christian Maier nach starkem Endspurt
Binz + Heringsdorf. Zwei parallele Senioren-Open, letzteres die Einzelmeisterschaft von Mecklenburg-Vorpommern, Ende November in Ostseebädern auf Rügen und Usedom! Der hier beschriebene Zwist machts möglich - oder, besser formuliert: nötig.
Das quanti- und qualitativ stärkere der beiden mit 154 Teilnehmern in Binz ging an Dirk Paulsen (* 1959), einen weiteren nimmermüden Schachverliebten. Legendär die gemeinsamen Geburtstagsturniere von ihm und Christian Maier. Beindruckend auch, dass Paulsen sein Schaffen parallel zum Turnier im Stile Nakamuras auf YouTube dokumentiert.
Dirk Paulsens Rundenberichte auf YouTube: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9
Mit seinem Schlussrundensieg gegen Friedbert Prüfer schob er sich einen halben Punkt vor Thomas Pähtz, den einzigen Großmeister im Feld, und Stephan Buchal.
Dirk Paulsen gewinnt das Binzer Senioren-Open
Im drei Autostunden entfernten Heringsdorf, 74 Teilnehmer, ging der Sieg mit satten 8/9 an den 80-jährigen (!) Bernd Baum, ehemals Erfurt, heute Marburg. Chapeau!
Bernd Baum gewinnt die 25. Offene Senioreneinzelmeisterschaft von Mecklenburg-Vorpommern

Die DSAM - das ist Gemeinschaft beim Schach. Die man jetzt auch in seiner Freizeit - oder an jedem Schachbrett der Welt - zeigen kann: Unser Ausrüster 11teamsports hat gemeinsam mit dem DSAM-Team eine Kollektion entworfen. Peu à peu werden alle Produkte in unserem Onlineshop auch in der DSAM-Variante bestellbar sein. Einen ersten Vorgeschmack, wie das aussieht, geben wir hier:


Durres. Nichts Zählbares sprang für die 20-köpfige deutsche Delegation bei den Jugend-Weltmeisterschaften der Altersklasse U14 bis U18 Mitte Oktober in Albanien heraus. Eine – sportliche – Enttäuschung! Entsprechend ernüchternd liest sich die Elostatistik: 16 x im Minus, 4 x im Plus. Wieder einmal bestätigt sich die Binsenweisheit, dass viele junge Nicht-EuropäerInnen ratingmäßig unterbewertet sind. Für unsere einzige Top10-Platzierung sorgte Alfred Nemitz mit 7½/11 in der U14, Platz 8. Russland/FIDE und Kasachstan sahnten mit sechs bzw. vier Medaillen am meisten ab.
Der Schlussbericht der Jugend-Weltmeisterschaften U14-18 in Albanien
Budva. Ukraine-Flüchtling Mykola Korchynskyi sorgte bei den Jugend-Europameisterschaften der AK U8 bis U18 im montenegrinischen Schachmekka mit seiner Goldmedaille in der U16 dafür, dass Deutschland nur zwei Wochen nach der WM bei den zweiten großen Titelkämpfen (1.800 Teilnehmer!) en suite nicht leer ausging. Er spielt in der 2. Bundesliga für den SK Erkenschwick und war zuvor selbst dem Nachwuchs-Bundestrainer kaum ein Begriff - es gab schlicht noch keine Berührungspunkte. Das dürfte sich bald ändern. Weitere Lichtblicke sah Bernd Vökler mit Lilian Schirmbeck – U12w, Platz 5 – und Konstantin Müller – U10, Platz 6.
Diesmal gingen 43 schwarz-rot-goldene Hoffnungen an den Start. Am erfolgreichsten waren Polen und die Türkei mit fünf bzw. vier Medaillen.
Jugend-EM: Mit kalten Duschen und Atemübungen - Mykola Korchynskyi gewinnt Gold.
Titel. Nach den beiden vorgeschalteten Dämpfern braucht die Nachwuchsseele etwas Balsam! Dafür sorgten zwei unserer vielversprechendsten Talente, die in Durres bzw. Budva noch zu den Enttäuschten zählten.
Marius Deuer, 17, erfüllte Anfang Dezember beim Open im spanischen Sant Boi des Llobregat seine dritte Großmeister-Norm und wird beim nächsten FIDE-Kongress geweiht. Nach dem im Sommer 2026 abzulegenden Abitur plant er, ein Schachjahr einzulegen und die Eloschallmauer von 2600 anzupeilen.
Bis dahin ist es für Hussain Besou noch ein weiter Weg, aber mit seinen erst 14 Jahren bleibt ihm noch reichlich Zeit. Ein Zwischenschritt ist die Verleihung des IM-Titels, die er jüngst mit der bei einem ebenfalls spanischen Open, dem in Benidorm, erzielten Norm perfekt machte. Was Ehrgeiz und Ziele angeht, steht er Marius in nichts nach: Schon 2026 will Hussain, der 2016 mit seiner Familie aus Syrien zu uns kam, die Zahl der deutschen Großmeister weiter über 100 schrauben.
Titel-Upgrade in Spanien: Marius Deuer ist Großmeister. "Das fühlt sich sehr gut an."
Hussain Besou: In Spanien holt er sich den IM-Titel. "Es war ein langer, harter Weg."

| Datum | Veranstaltung | Ausrichter/Ort |
|---|---|---|
| 18.12.2025 20:00 | WissenSchach Kompakt: Onlineschach - Die ungenutzte Chance?! | Online |
| 18.12. - 21.12.2025 | 2. DSAM-Qualifikationsturnier 2025/26 | DSB/Bonn |
| 01.01. - 04.01.2026 | 3. DSAM-Qualifikationsturnier 2025/26 | DSB/Potsdam |
| 15.01.2026 19:00 | WissenSchach Kompakt: Ausbildungen in der Welt des Schachsports | Online |
| 30.01. - 02.02.2026 | 4. DSAM-Qualifikationsturnier 2025/26 | DSB/Ingolstadt |
| 11.02.2026 19:00 | WissenSchach Kompakt: Neue Mitglieder – aber wie? | Online |
| 03.03.2026 19:00 | WissenSchach Kompakt: Fakten statt Bauchgefühl: Strategien, mehr Mädchen und Frauen für Schach zu gewinnen und langfristig zu halten | Online |
| 05.03. - 08.03.2026 | 5. DSAM-Qualifikationsturnier 2025/26 | DSB/Hannover |
| 26.03. - 29.03.2026 | 6. DSAM-Qualifikationsturnier 2025/26 | DSB/Travemünde |
| 30.04. - 03.05.2026 | 7. DSAM-Qualifikationsturnier 2025/26 | DSB/Magdeburg |