
Liebe Schachfreundinnen und Schachfreunde,
in rund vier Wochen beginnt dem Schachgipfel in Dresden der vorläufige Höhepunkt in diesem Jahr. Neben vielen Deutschen Meisterschaften und einem touristischen und schachlichen Rahmenprogramm, findet auch zum fünften Mal eine Bundesvereinskonferenz statt. Sechs Workshops zu verschiedenen Themen stehen auf dem zweitägigen Programm. Die Anmeldung dafür ist bereits freigeschaltet und wir freuen uns auf Euer Interesse.
Und jetzt viel Spaß beim Lesen unseres Newsletters.
Euer DSB-Team Öffentlichkeitsarbeit

Das Motto der Vereinskonferenz: Vereine gestalten Zukunft
Im Mittelpunkt steht vor allem die praktische Vereinsarbeit. In Workshops werden verschiedene Aufgaben- und Themenfelder der Vereinsarbeit gemeinsam diskutiert und weiterentwickelt.
Zu drei verschiedenen Zeitslots stehen den Teilnehmenden jeweils zwei unterschiedliche Workshops zur Verfügung und sie können selbst entscheiden, welche Themen ihnen besonders am Herzen liegen und in welchen Teilbereichen ihr Verein Nachholbedarf hat. Es bietet sich an, dass die Vereine mit mehreren Teilnehmenden an der Konferenz teilnehmen, denn dann nimmt man am meisten aus den Workshops mit und es können mehrere Workshops parallel besucht werden.
Stetig, aber langsam steigt der Anteil der Frauen im DSB, von 6,5 Prozent 2005 auf 10 Prozent heute. Ca. 10.000 der rund 100.000 DSB-Mitglieder sind weiblich. Zu wenig – befindet Jannik Kiesel im DSB-Interview zum Gleichstellungsbericht 2026. Auffällig ist der frühe Wiederaustritt von Mädchen aus Vereinen ab 11 Jahren. U. a. hier will der Vizepräsident Verbandsentwicklung gemeinsam mit der DSJ mit einem Förderprojekt ansetzen: »In zehn Jahren soll es vollkommen normal sein, dass Frauen in allen Bereichen des Schachs – vom aktiven Spielbetrieb über das Trainings- und Schiedsrichtwesen bis hin zu den Vorstandsetagen – sichtbar, prägend und gleichberechtigt vertreten sind«. Langfristiges Ziel: 16.000 weibliche Mitglieder!
Der Kampf um den Titel war durch das vorgeschaltete 4½:1½ von Titelverteidiger SK Schwäbisch Hall gegen die OSG Baden-Baden im höheren Sinne entschieden, aber ein Höhepunkt war die zentrale Endrunde der Bundesliga in Bad Königshofen allemal. Nahezu alles, was im deutschen Frauenschach Rang und Namen hat, war vertreten, trotz erschwerter Umstände – Lufthansa-Streik – garniert mit internationaler Prominenz. Und sogar ein neuer Name tauchte auf, der die schon beeindruckenden »Alters«rekorde der DSAM pulverisierte: Lavinia, vier Wochen »alt«! Flankiert von Mama & Oma Elisabeth und Anna Pähtz – was den familiären Charakter der Veranstaltung unterstrich.

Schwäbisch Hall ließ mit seinen Georgierinnen an den Spitzenbrettern wie erwartet nichts mehr anbrennen, machte mit drei Siegen die makellose Saison perfekt und holte sich den vierten Titel.
Fünf Wochen später dann aber Ernüchterung: der frischgebackene Meister zog seine gerade noch gefeierte Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurück! Die massiv gestiegenen Kosten, besonders für Reise und Übernachtung, seien nicht mehr zu schultern. Wir kennen es von den Männern: der eine kommt, der andere geht. Oder bleibt: im konkreten Fall der SV Hemer, der sich als 10. der Tabelle schon in Liga 2 wähnte.

Noch familiärer geht es bei der DFMM-LV zu, so die leicht zungenbrecherische Abkürzung, und das bei der 1979 ins Leben gerufenen Veranstaltung seit 2006 jedes Jahr in Braunfels. Das Städtchen am östlichen Rand des Taunus hat damit einen Status vergleichbar dem der Fußball-Pokalstadt Berlin. Ein sich während der Runde meldendes Handy, welches anderswo im Schachbetrieb mittlere Katastrophen auslösen kann, wird hier als »Käse« abgetan.
12 Ländervertretungen mit 104 Spielerinnen waren diesmal am Start. Nach leichten Anlaufschwierigkeiten (4½:3½ gegen Sachsen und Hessen) setzten sich die als Favoritinnen ins Rennen gegangenen Frauen von Sachsen-Anhalt letztlich souverän mit 10:0 Punkten vor NRW und Bayern, je 7:3, durch. Ihre beiden lettischen Großmeisterinnen Laura Rogule und Ilze Berzina von der SG Löberitz holten beide 4/5.

Um Titel, Medaillen, Preisgeld und die Qualifikation für den nächsten Weltcup (Platz 1 bis 10) ging es bei der Europameisterschaft Ende Mai in Batumi. Ein gutes Pflaster für die deutschen Spielerinnen, sollte man meinen, feierte unser Team doch hier im Oktober letzten Jahr mit Bronze bei der Mannschafts-EM einen historischen Erfolg.
Für die potenziellen Nationalspielerinnen ging es kurz vor der Nominierung für die in der zweiten Septemberhälfte anstehende Olympiade in Samarkand zudem darum, sich Nationaltrainer Zahar Efimenko noch einmal nachdrücklich zu empfehlen. Nach meinem (rt) Verständnis waren Dinara Wagner, Elisabeth Pähtz und Hanna Marie Klek gesetzt, während es für die verbleibenden zwei Plätze mehrere Kandidatinnen gab: neben den in Batumi (wie Wagner und Klek) am Start befindlichen Jana Schneider, Josefine Sarfali und Fiona Sieber auch Lara Schulze und Kateryna Dolzhykova.
Schneider, Safarli & Sieber machte zwischenzeitlich Spaß und war phasenweise in Reichweite der Qualifikationsplätze. Aber Safarli und Sieber verloren in der letzten Runde und Schneider verdarb ihr Turnier mit einer Doppelnull in den Runden 8 und 9 (von 11), so dass sich ihre Abschlussplatzierungen durchweg nicht imposant ausnehmen. Trotzdem überwogen bei dem Trio die positiven Aspekte.
Bestplatzierte Deutsche war Wagner, die auf Platz 12 den Weltcup nur knapp verpasste. Sie spielte wie stets sehr solide und blieb ungeschlagen, verlor allerdings durch eine lange Remisenserie in den Runden 4 bis 7 den Anschluss zur Spitze. Ihre zwei besten Gegnerinnen wiesen eine Zahl knapp oberhalb der 2300 auf, was sich trotz ihrer »+4« in einem kleinen Elominus manifestierte und nicht das erhoffte Training unseres vermutlichen Spitzenbrettes für die Olympiade darstellte. Der letzte Weltcup der Frauen ging 2025 ohne deutsche Beteiligung über die Bühne. Natürlich gibt es noch weitere Gelegenheiten, sich für den kommenden im nächsten Jahr zu qualifizieren, aber aktuell stehen wir mit leeren Händen da.
Unbedingt Erwähnung verdient der EM-Titel der 15-jährigen Ukrainerin Anastasiia Hnatyshyn (aus Lwiw; inzwischen 16, * 12. Juni 2010) – mit Elo 2207 die Nr. 76 der Setzliste! Mit ihren 9/11 gewann sie rekordverdächtige 214 Elopunkte.
Déjà-vu! Ihr 17-jähriger Landsmann Roman Dehitarov (Charkiw) holte im April den EM-Titel bei den Männern. Er war mit Elo 2452 an Nr. 126 gesetzt, triumphierte ebenfalls mit 9/11, musste sich aber mit dem Gewinn von vergleichsweise kargen 46 Elopunkten begnügen (was an den unterschiedlichen K-Faktoren liegt: Hnatyshyn 40, Dehitarov 10).
Phantastisch, was die Ukraine, die bei den Männern den Anschluss an die Weltspitze verloren hat, in Kriegszeiten an Talenten hervorbringt. Erstaunlich, dass die Schachmedien diesem Phänomen fast keinerlei Aufmerksamkeit widmeten.
| Pl. | Titel | Name | Land | Elo | Pkt. | Buch |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | WFM | Anastasiia Hnatyshyn | UKR | 2207 | 9,0 | 71,5 |
| 2 | IM | Sabrina Vega Gutierrez | ESP | 2375 | 8,5 | 73,0 |
| 3 | IM | Olga Badelka | AUT | 2392 | 8,5 | 67,5 |
| 4 | IM | Nurgyul Salimova | BUL | 2404 | 8,5 | 66,0 |
| 5 | GM | Anna Ushenina | UKR | 2420 | 8,0 | 68,5 |
| 6 | IM | Klaudia Kulon | POL | 2377 | 8,0 | 65,0 |
| 7 | IM | Olga Zimina | ITA | 2290 | 7,5 | 70,0 |
| 8 | IM | Eline Roebers | NED | 2389 | 7,5 | 69,0 |
| 9 | IM | Meri Arabidze | GEO | 2409 | 7,5 | 69,0 |
| 10 | IM | Mai Narva | EST | 2426 | 7,5 | 68,5 |
| 11 | WGM | Nadya Toncheva | BUL | 2320 | 7,5 | 67,5 |
| 12 | IM | Dinara Wagner | GER | 2408 | 7,5 | 64,5 |
| 13 | WGM | Govhar Beydullayeva | AZE | 2368 | 7,5 | 64,0 |
| 14 | IM | Alina Bivol | SRB | 2361 | 7,5 | 63,0 |
| 15 | WIM | Margareth Olde | EST | 2194 | 7,5 | 63,0 |
| 16 | IM | Ann Matnadze Bujiashvili | ESP | 2310 | 7,5 | 61,5 |
| 17 | IM | Stavroula Tsolakidou | GRE | 2455 | 7,5 | 61,0 |
| 18 | GM | Bella Khotenashvili | GEO | 2415 | 7,5 | 61,0 |
| 19 | IM | Ulviyya Fataliyeva | AZE | 2450 | 7,0 | 70,0 |
| 20 | IM | Laura Unuk | SLO | 2289 | 7,0 | 69,0 |
| 32 | WGM | Fiona Sieber | GER | 2224 | 6,5 | 67,5 |
| 40 | WGM | Hanna Marie Klek | GER | 2369 | 6,5 | 62,0 |
| 43 | WGM | Jana Schneider | GER | 2283 | 6,5 | 61,0 |
| 54 | WGM | Josefine Safarli | GER | 2253 | 6,0 | 65,0 |
| 89 | WFM | Luisa Bashylina | GER | 2208 | 5,5 | 57,5 |
| 103 | WFM | Charis Peglau | GER | 2238 | 5,0 | 56,0 |

Die größte Stärke einer Eröffnung liegt oft nicht in ihrer objektiven Bewertung, sondern darin, wie gut sie den Gegner aus seiner Komfortzone bringt. Wer früh von bekannten Pfaden abweicht, stellt sofort neue Probleme – genau das macht den Ansatz von IM Georgios Souleidis, besser bekannt als The Big Greek, in seinem neuen Kurs so effektiv.
Im Schnellrepertoire "Giftig gegen Italienisch" setzt er auf frische Ideen und scheut auch vor Bauernopfern nicht zurück, um Entwicklungsvorsprung und Angriffschancen gegen den weißen König zu erhalten. Dadurch verliert die Italienische Partie ihren sonst eher ruhigen Charakter und verhindert ein schablonenhaftes Spiel des Weißen.
Der Kurs richtet sich an alle, die auch mit Schwarz aktiv auf Gewinn spielen möchten und taktisch geprägte Partien bevorzugen! Weitere Infos und Kurseinblicke gibt es hier: www.chessemy.com/giftig-gegen-italienisch

Obige Zeilen hatte ich geschrieben, bevor die Aufstellung der deutschen Olympiamannschaft bekannt wurde: Dinara Wagner (2412), Elisabeth Pähtz (2404), Hanna Marie Klek (2369), Lara Schulze (2326), Jana Schneider (2263). Mich erstaunt, dass der Bundestrainer auf Josefine Safarli verzichtet, deren Spiel zwar generell großen Schwankungen unterworfen war und ist, die jedoch in den großen Mannschaftswettbewerben zuletzt sehr zuverlässig agierte. Aber Zahar Efimenko ist natürlich näher dran.
Als Ziel gibt er einen Platz unter den ersten Zehn aus: »Trotz der enormen Konkurrenz bei der Olympiade, an der so starke Mannschaften wie China, Indien, die USA, Kasachstan und Usbekistan teilnehmen werden, hoffe ich dennoch, dass die deutsche Nationalmannschaft es unter die Top Ten der besten Mannschaften schaffen wird.« Als Bronzemedaillengewinner der letzten Mannschafts-EM. Niemand, der ins Risiko geht.

Berlin, Berlin! Bereits zum fünften Mal richteten die Schachfreunde Berlin das zentrale Treffen aller Bundesligavereine aus – eine Aneinanderreihung logistischer Meisterleistungen, die höchste Würdigung verdient! Austragungsort war diesmal das schacherprobte Willy-Brandt-Haus in Kreuzberg.
Der SC Viernheim setzte seinen Siegeszug fort und schlug auch in Abwesenheit der beiden etatmäßigen Spitzenbretter Abdusattorow und Duda den u. a. mit Anand und Keymer antretenden Serienmeister aus Baden-Baden mit 4½-3½. Der Vorsprung vor den auf den Plätzen zwei und drei einlaufenden Teams aus der Kurstadt und Wolfhagen schwoll damit auf satte sieben Zähler an.
Das Augenmerk der zahlreichen Zuschauer richtete sich indessen nicht nur auf das Schaulaufen der Stars, sondern auch auf den Kampf ihrer Schachfreunde gegen den Gang in Liga 2. Deren Hoffnungen auf den Klassenerhalt waren bereits im Vorfeld durch den annoncierten Rückzug von Wolfhagen nach der Saison genährt wurden. Im Laufe des Wochenendes machte dann das Gerücht von zwei weiteren Rückzügen – Deizisau und Düsseldorf – die Runde, so dass gar keine Mannschaft abgestiegen wäre. Den Berlinern glückte in der 14. und vorletzten Runde mit dem 5½-2½ gegen Kirchweyhe ihr Meisterstück – womit sie gerettet waren, obwohl sich letztlich »nur« der zweite Rückzug von Deizisau bewahrheitete. Den Gang ins Unterhaus musste als einzige Mannschaft das Tabellenschlusslicht Dresden antreten.
Durch die immer größere Dichte lukrativer Turnierangebote für die absolute und erweiterte Weltelite geben sich die Stars in der Bundesliga nicht mehr so häufig die Ehre wie noch vor wenigen Jahren. Entsprechend war bisweilen von einer schwindenden Bedeutung der höchsten deutschen Spielklasse zu lesen. Nimmt man die Perspektive eines globalisierten Spitzenschachs ein – mitsamt den daraus resultierenden Mechanismen medialer Aufmerksamkeit –, mag man diesem Urteil zustimmen.
Für die Bundesliga greift diese Sicht jedoch zu kurz. Im nationalen Maßstab hat sie keineswegs an Zugkraft eingebüßt: mit Ausnahme von Vincent Keymer bleibt sie für die erste, zweite wie dritte deutsche Garnitur, für die nachrückende Generation, lokale Größen und ergraute Routiniers von ungebrochener Attraktivität. Die Einsatzzahlen der genannten Gruppierungen sprechen eine deutliche Sprache. Dass der Liga ohne Carlsen und Nakamura etwas vom früheren Glamour abhandengekommen ist, muss dabei kein Nachteil sein. Der geringere Fokus auf Stars rückt ihren Charakter als Deutsche Mannschaftsmeisterschaft wieder stärker in den Vordergrund.
Auch die wiederkehrenden Rückzüge sollten nicht überdramatisiert werden. In aller Regel wurden aus dem Ligabetrieb ausscheidende Vereine durch ambitionierte Neuzugänge über kurz oder lang aufgefangen.
Ende Mai machte Viernheim das Double perfekt. Beim »Final Four« des Mannschaftspokals mobilisierte der Deutsche Meister mit Duda, Mamedyarov und Maghsoodloo drei 2700er – und spielte damit in einer eigenen Liga. Im Halbfinale wurden die SF Berlin und im Finale der gastgebende SV Erkenschick jeweils mit 3-1 geschlagen.

Nominiert wurde auch das Männerteam für die Olympiade. Die Top-4 der Eloliste sind hier – von den Spielern selbst so gewollt – automatisch qualifiziert: Vincent Keymer (2767), Matthias Blübaum (2694), Frederik Svane (2657) und Alexander Donchenko (2640). Die Nr. 5 wählt Bundestrainer Jan Gustafsson aus, Rasmus Svane (2620) erhielt den Vorzug vor Dmitrij Kollars (der vermutlich als Sekundant/Theorietrainer vor Ort sein wird). »Natürlich wollen wir vorne mitspielen, je weiter vorne – desto besser« – der Bundestrainer hat eine Kommunikationsschulung für Politiker besucht. Ich stehe nicht in der Verantwortung und kann mich weiter aus dem Fenster lehnen: Die drei Topfavoriten sind Usbekistan, Indien und die USA, aber wir sollten um die Medaillen mitspielen.

Die Seniorinnen und Senioren – und hier vor allem die »richtigen«, 65+; mit 50+ ist man in aller Regel noch berufstätig – sind die am stiefmütterlichsten behandelte und zugleich die erfolgreichste Sparte im DSB.
Zu den zahlreichen Erfolgen gesellte sich im April bei der Mannschafts-Weltmeisterschaft im albanischen Durres ein weiterer Titelgewinn durch die Emanuel-Lasker-Gesellschaft/Schachstiftung GK um Gerhard Köhler. Den entscheidenden Punkt beim abschließenden 2½-1½ gegen die Slowakei holte der 70-jährige Jakob Meister, der zuvor auch schon gegen Mitfavorit England für den einzigen Sieg gesorgt hatte. Artur Jussupow und Rainer Knaak hielten vorn die Kasse, komplettiert wurde das Quintett von Sergej Kalinitschew.
Silber holten sich die im Rahmen der Männerkonkurrenz startenden Frauen von Deutschland in der Besetzung Brigitte Burchardt, Margrit Malachowski, Annett Wagner-Michel, Diana Skibbe und Mira Kierzek. Gold ging hier an das russische Team, das unter FIDE-Flagge antrat.
Bei den Männern? Ja, denn ein eigenes Turnier konnten die nur vier teilnehmenden Frauenmannschaften schlecht spielen. Ein leidiges Problem, wünschenswert wäre auch hier – und nicht nur bei den Enkelinnen – eine Quantitätsoffensive hinsichtlich der an Magdeburg vergebenen Mannschafts-WM 2027.
| Pl. | Mannschaft | Land | S | R | N | MP | BP |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Emanuel-Lasker-Gesellschaft/Schachstiftung GK | GER | 6 | 3 | 0 | 15 | 22,5 |
| 2 | Italien | ITA | 6 | 2 | 1 | 14 | 24,0 |
| 3 | Island | ISL | 5 | 3 | 1 | 13 | 23,5 |
| 4 | England 1 | ENG | 5 | 3 | 1 | 13 | 22,0 |
| 5 | Israel | ISR | 5 | 3 | 1 | 13 | 21,5 |
| 6 | Frankreich 1 | FRA | 6 | 1 | 2 | 13 | 20,5 |
| 7 | Montenegro | MNE | 6 | 0 | 3 | 12 | 25,0 |
| 8 | FIDE | FID | 4 | 4 | 1 | 12 | 22,0 |
| 9 | Slowakei | SVK | 5 | 2 | 2 | 12 | 21,5 |
| 10 | England 2 | ENG | 6 | 0 | 3 | 12 | 21,0 |
| 11 | Frankreich 2 | FRA | 5 | 1 | 3 | 11 | 20,5 |
| 12 | Deutschland | GER | 4 | 3 | 2 | 11 | 19,5 |
| 13 | Sachsen | GER | 5 | 1 | 3 | 11 | 18,5 |
| 14 | Albanien | ALB | 4 | 3 | 2 | 11 | 18,0 |
| 15 | Finnland 1 | FIN | 4 | 2 | 3 | 10 | 22,0 |
| 16 | Orange | NED | 4 | 2 | 3 | 10 | 21,0 |
| 17 | Kasachstan | KAZ | 4 | 2 | 3 | 10 | 20,5 |
| 18 | FIDE (Frauen) | FID | 3 | 4 | 2 | 10 | 19,0 |
| 19 | Polnische Amateure | POL | 4 | 2 | 3 | 10 | 19,0 |
| 20 | England 3 | ENG | 5 | 0 | 4 | 10 | 18,5 |
| 21 | SC Kreuzberg | GER | 3 | 4 | 2 | 10 | 18,5 |
| 23 | Deutschland (Frauen) | GER | 4 | 2 | 3 | 10 | 18,5 |
Das Sauerland Stern Hotel in Willingen ist und bleibt der Nabel des deutschen Nachwuchsschachs. Traditionell treffen sich hier über Pfingsten anlässlich der Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaften und der parallel ausgetragenen offenen Turniere annähernd 1.000 Jünger Caissas aller Altersklassen, zuzüglich Trainer, Betreuern, Eltern und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Für viele der aus den Landesverbänden qualifizierten Akteure der Jahreshöhepunkt, für besonders Leistungsorientierte, – leistungsorientiert sind im positiven Falle alle, ja, aber die einen mehr, die anderen weniger – jedoch zu viele Teilnehmer mit resultierendem Qualitätsverlust, zu viel Rahmen, zu viel Happening. Was es nicht leichter macht: beide Fraktionen haben – aus ihrer Perspektive – recht. Der Anreiz für die Landesverbände, ihre Mädchen und Jungs zu entsenden, soll erhalten bleiben und »wahre« Talente werden in aller Regel über engagierte Eltern, gute Trainer usw. und nicht durch einzelne Veranstaltungen generiert. Andererseits lässt der »Output« der DJEM in den letzten Jahren zu wünschen übrig. Angeregt wurde verschiedentlich, die Riesenveranstaltung aufzuteilen, also etwa in »Kadetten« (U8 bis U12) und »Jugend« (U14 bis U18), wie bei der FIDE. Das wird jedoch in absehbarer Zeit nicht passieren. Die Deutsche Schachjugend hat das Sagen und steht als Ausrichter voll hinter ihrem Konzept, zudem gibt es einen ratifizierten Vertrag mit dem Hotel, der bis 2030 gilt.

Offensichtlich können sich große Schachveranstaltungen für Hotels lohnen, auch im gehobenen Preissegment. Das zumindest scheint beim Maritim in Magdeburg der Fall zu sein: gerade wurde die Senioren-WM für April 2027 an das Haus vergeben, da beherbergte es die letzte Etappe der DSAM vor dem großen Finale in Dresden, mit 715 Teilnehmern: »Das Maritim ist zu einem richtigen Schach-Hotel geworden«, brachte es Org-Chefin Sandra Schmidt auf einen Nenner! Beispielhaft auch, wie hier die verschiedenen Sparten ineinander fließen: Gerhard Köhler, frischgebackener Senioren-Mannschafts-Weltmeister war mit seiner GK Stiftung vor Ort, die besonders Kinderschach in Deutschland e.V. fördert. Frauenschach-Referentin Nadja Jussupow zählt mit dem von ihr ins Leben gerufenen Beginnerinnen-Turnier zu den Stammgästen. »Nebenbei« wurde in Magdeburg der 50.000 Teilnehmer eines Qualifikationsturniers begrüßt: Kurt Ender vom Ratinger SC 1950, der seinerseits das erste Mal dabei war. Die DSAM hört nicht auf, Geschichten zu schreiben ...
Am 26./27. September 2026 ist der TSV Lengsfeld Ausrichter für die Deutschen Schnellschach-Amateurmeisterschaften. In sieben Wertungsgruppen werden 9 Runden Schweizer System 15+10 gespielt. Austragungsort ist die Kürnachtalhalle in Würzburg. Anmeldungen für das Turnier sind bereits möglich. Die Meisterschaften sind offen für alle Interessenten mit oder ohne Mitgliedschaft im Deutschen Schachbund.

Über die Wahl des neuen DSB-Präsidenten beim Kongress am 16. Mai in Eschborn ist an anderer Stelle ausführlich berichtet worden. Paul Meyer-Dunker hat sich im Anschluss u. a. hier selbst vorgestellt und sich zu den nach seinem Amtsantritt stellenden Aufgaben geäußert:
Dem habe ich (rt) drei Fragen hinzugefügt.
1) Sie gehörten im weiteren Sinne zu der Fraktion, die Richard Lutz als Präsident verhindert hat. Die Vorbehalte galten dem Vernehmen nach nicht ihm, sondern Alexander von Gleich und Gerald Hertneck in seinem avisierten Präsidiumsteam – ist das richtig? Geschah dies bereits in der Absicht, Sie wieder als Präsidentschaftskandidaten zu aktivieren? Wäre stattdessen Kompromissbereitschaft/ Aufeinander Zugehen nicht eine wünschenswerte Alternative gewesen? Sprich, waren im Interesse des deutschen Schachs zunächst noch Ellenbogen gefragt und haben die genannten Tugenden erst ab Tag 1 Ihrer Amtszeit wieder an Bedeutung gewonnen?
Tatsächlich gehörte ich zu keinerlei »Fraktion« die Richard Lutz verhindert hat. Die Bedenken, die geäußert wurden, kamen lagerübergreifend. Ich habe von Anfang bis Ende bei allen dafür geworben, Richard und sein Team zu akzeptieren und die von ihm vorgeschlagenen Wege mitzugehen. Wenn ich es mir hätte aussuchen können, hieße der Präsident des Deutschen Schachbundes Richard Lutz.
Für Kompromissbereitschaft und Aufeinanderzugehen benötigt es zwei Seiten. Meine Vorgängerin war dazu leider an vielen Stellen nicht in der Lage. Zumindest insofern war dies tatsächlich erst seit Tag 1 meiner Amtszeit wieder möglich.
2) Nach meiner Wahrnehmung hat mit dem Ausscheiden von Horst Metzing als Geschäftsführer 2013 die Unruhe im DSB begonnen. Mit ihm ging das ölende Bindeglied zwischen Präsident/Präsidium/Geschäftsstelle und den Landesverbänden (sowie den internationalen Institutionen) verloren. Seitdem haben mächtige Landesfürsten an Einfluss gewonnen und bestimmen die Geschicke des DSB zumindest mit – ohne dafür Verantwortung zu tragen. Sind die Probleme somit nicht hausgemacht? Würde es – neben allen Harmonisierungsbestrebungen – nicht Sinn machen, strukturelle Veränderungen ins Auge zu fassen? Zum Beispiel eine Professionalisierung der Verbandsarbeit durch eine deutlich aufgewertete Geschäftsführung und die Flankierung durch einen Länderrat, faktisch die Abschaffung einer »überkommenen« Präsidential-Struktur. Jeder Landesverband hat einen Sitz und eine Stimme, der Vorsitz wechselt jährlich. Präsentationsaufgaben werden delegativ erledigt, oder durch den Geschäftsführer wahrgenommen. Die Verantwortung liegt da, wo diese getragen werden muss.
Die Annahme »mächtige Landesfürsten bestimmen die Geschicke ohne Verantwortung zu tragen« würde ich rundheraus zurückweisen. Zum einen ist die Formulierung bereits etwas respektlos. Außerdem übersieht es, dass sich viele Landesverbandspräsidenten sehr wertvoll im Deutschen Schachbund engagieren und tatsächlich viel Verantwortung tragen. André Martin und Andreas Fielmann an zentraler Stelle in der IT und beim Thema Nu. Kevin Högy als Sportdirektor des Deutschen Schachbundes. Ingo Thorn, der unserem Vizepräsidenten Finanzen als Beauftragter mit Rat und Tat zur Seite steht. Nochmal André Martin bei der Organisation des Schachgipfels 2026 in Dresden. Carsten Karthaus bei der Organisation des Schachgipfels 2027. Der hessische Vizepräsident Joachim Gries seit Jahrzehnten im Ausbildungsbereich im DSB. Michael Langer, der stets wertvolle Kontakte aus der Welt des organisierten Sports einbringt. Bis vor einiger Zeit Guido Springer aus MV mit diversen Funktionen auf Bundesebene. Der Stellvertreter des Präsidenten Jürgen Gersinska, der auch Vizepräsident im Badischen Schachverband ist. Und die Liste ist noch nicht abschließend.
Zur Professionalisierung der Verbandsarbeit trägt eine hauptamtliche Geschäftsstelle bereits bei. Das Problem liegt aus meiner Sicht an anderen Stellen. Aus individuellen Fehlern der jüngeren Vergangenheit wird auf strukturelle Probleme geschlossen. Ich glaube, dass der DSB so wie er dasteht vernünftig geführt werden kann und gute Arbeit leisten kann. Hierfür braucht es viele Gespräche, viel aufeinander zugehen und auch die Bereitschaft, mal nachzugeben und auf Partner zuzugehen, statt immer nur die eigenen Vorstellungen durchsetzen zu wollen. So werde ich versuchen, es zukünftig zu handhaben.
Sicherlich kann immer überlegt werden, wo Strukturen verändert und verbessert werden können. Andererseits sollte man realistisch im Blick behalten, dass 2/3-Mehrheiten gerade für kontroverse Vorschläge schwer zu erhalten sind. Insofern können solche Überlegungen gerne angestellt werden. Ich werde mich für vor allem für die Anfangszeit aber erstmal darauf konzentrieren, an dem zu arbeiten und das umzusetzen, was auch realistisch möglich und hilfreich ist.
3) Jüngst wurde der erste eines zweiteiligen Interviews mit Ihnen auf der DSB-Seite veröffentlicht. Ein Schritt in die richtige Richtung bezüglich der Transparenz der Arbeit des DSB – könnte man meinen. Aber außer Ihren Bemühungen darum, Einigkeit zwischen den konkurrierenden Lagern herzustellen (siehe Abstimmungsergebnis 116:114) und alle mit ins Boot zu holen und Ihrem Optimismus, diesbezüglich erfolgreich zu sein, erfährt man bei Lichte besehen nicht viel. Es fehlen detaillierten Nachfragen, ketzerisch könnte man den Terminus 'weichgespült' verwenden. Das Feld 'Kritik' überlässt man anderen Plattformen, die dann – nicht selten unwidersprochen – ein katastrophales Bild des DSB zeichnen. Gibt es Überlegungen hinsichtlich einer größeren, wirklichen Transparenz, um die Außendarstellung des DSB zu verbessern?
Ich hoffe, dass der zweite Teil die Erwartungen des Fragestellers etwas besser erfüllt hat. Aber dass die eigenen Öffentlichkeitsarbeit jetzt eher informative Nachfragen stellt, liegt ja eher in der Natur der Sache. Ansonsten bin ich immer für einen kritischen Diskurs zu haben, wie dies hoffentlich auch die Antworten auf die durchaus »bissig« formulierten Fragen zeigen. Zur Sache: Natürlich soll die Außendarstellung besser werden. Dazu gehört ein aktiveres Zugehen auf Kritikerinnen und Kritiker, eine aktivere Presse- und Öffentlichkeitsarbeit die sich nicht darauf beschränkt reaktiv zu agieren. So ist uns das z. B. bei den Meldungen in der Sportschau und im Spiegel zur Suspendierung des russischen Schachverbandes ganz gut gelungen. Und auch bei den durchaus kritischen Nachfragen der Perlen vom Bodensee zu den Förderanträgen des Schachgipfels in Dresden konnten wir zeigen, dass wir hier transparenter und offener mit kritischen Anfragen umgehen und umgehen werden.

| Datum | Veranstaltung | Ausrichter/Ort |
|---|---|---|
| 16.07. - 26.07.2026 | Schachgipfel | DSB/Dresden |
| 17.07. - 19.07.2026 | Abschlusskonferenz Mädchen- und Frauenschach | DSB/Dresden |
| 01.08. - 09.08.2026 | Dortmunder Schachtage | Dortmund |
| 15.09. - 28.09.2026 | Schacholympiade | Samarkand (Usbekistan) |
| 26.09. - 27.09.2026 | DSSAM | DSB/Würzburg |