
Liebe Schachspielerinnen, liebe Schachspieler,
heute erhalten Sie den ersten Newsletter im Jahr 2025. Als Vizepräsident Sport möchte ich mich auf meinen Bereich fokussieren. Im Augenblick laufen mit der Europameisterschaft und dem FIDE Frauen-Grand-Prix hochklassige internationale Turniere mit deutscher Beteiligung. In allen Bereichen befinden sich die Ligen im Endspurt. Ganz frisch sind der SK Freiburg-Zähringen 1887, der SC Kreuzberg und der Chemnitzer SC Aufbau 95 in die Frauenbundesliga aufgestiegen. Die drei Aufsteiger in die Schachbundesliga werden am nächsten Wochenende und in einem Stichkampf am 13. April 2025 ermittelt. Ende April findet dann das gemeinsame Finale der Frauen- und der Schachbundesliga in Deggendorf statt, und wir werden ein hochklassiges Event mit vielen Weltklasse-Spielerinnen und -Spielern erleben.
Mitte Mai starten dann die Deutschen Meisterschaften in München, die beiden Rundenturniere der Meisterklasse sind hochklassig besetzt. Auf unserer Webseite wird neben den Ausschreibungen auch ein vielfältiges und attraktives Rahmenprogramm beschrieben, welches viele Schachfans nach München locken soll.
Der Monat Mai wird dann mit dem Bundeskongress in meiner Heimatstadt Paderborn abgeschlossen. Dort finden alle Wahlen statt und es werden zukunftsweisende Entscheidungen getroffen. Für einige ehrenamtliche Positionen werden noch Kandidatinnen und Kandidaten gesucht.
Ich wünsche allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Jürgen Klüners

In nicht einmal zwei Monaten, ab dem 14. Mai, gibt es in der bayerischen Landeshauptstadt eine Premiere. Zum ersten Mal wird das German Masters der Frauen als Meisterklasse innerhalb der Deutschen Frauen-Einzelmeisterschaft fortgeführt. Damit schließt sich der Kreis und beide früheren German-Masters-Turniere sind nun Bestandteil der beiden Deutschen Einzelmeisterschaften. Die "Deutschen" finden übrigens zum ersten Mal nach 100 Jahren wieder in München statt.
Bei den Frauen spielen in München in der Meisterklasse neben der German-Masters-Siegerin 2024 WGM Fiona Sieber und der Deutschen Meisterin 2024 WFM Tetyana Kostak: IM Dinara Wagner, Kateryna Dolschykowa, WGM Josefine Heinemann, WGM Hanna Marie Klek, FM Jana Schneider und FM Lara Schulze und die WFM Charis Peglau und Lisa Sickmann.
Bei den Männern fehlt mit GM Dmitrij Kollars der Deutsche Meister 2024 - er ist bei einem Turnier im Ausland. Allerdings - und das freut viele Fans - ist Deutschlands Nummer eins GM Vincent Keymer dabei. Auch der Vorjahreszweite Niclas Huschenbeth kommt nach München. Des Weiteren am Start sind die Großmeister Matthias Blübaum, Alexander Donchenko, Frederik Svane, Hagen Poetsch, Martin Krämer und Dennis Wagner, sowie die IM Leonardo Costa und Marco Dobrikov. "Ein absolutes Top-Feld, in dem es hochklassige Partien geben wird", sagt GM Matthias Blübaum: "Natürlich ist Vincent der Favorit, aber ich sehe mich und einige andere nicht chancenlos auf den Titel."
Gespielt wird täglich ab 14 Uhr, außer der 9. Runde, die am 23. Mai um 11 Uhr beginnt. Parallel finden die beiden Kandidatenturniere der Deutschen Einzelmeisterschaften statt, wobei diese zwei Tage später beginnen und dafür am 19. und 21. Mai Doppelrunden spielen.
Die Meisterschaften werden live auf SchachdeutschlandTV von GM Klaus Bischoff und GM Stefan Kindermann kommentiert. Daneben gibt es für die Zuschauer und anderen Gäste ein reichhaltiges Rahmenprogramm mit Blitzschach-, Schach960- und Löseturnier, ein Simultan mit GM Pawel Eljanow, Gesprächsrunden zu Wolfgang Unzicker und Robert Hübner und eine Ausstellung mit Fotos von Stev Bonhage. Hier eine tabellarische Übersicht des Rahmenprogramms:
| Datum | Veranstaltung |
|---|---|
| 15.-24.05. | Fotoausstellung Stev Bonhage |
| 16.05. | Simultan an 20 Brettern mit Pawel Eljanow |
| 17.05. | Blitzschachturnier, 9 Runden |
| 17.-24.05. | Bücherstand |
| 18.05. | Schach960-Turnier, 5 Runden 10+5 |
| 19.(21.)05. | Symposium Wolfgang Unzicker 100 Jahre |
| 20.05. | Runder Tisch Robert Hübner |
| 22.05. | Löseturnier |
Den Abschluss der Münchener Schachtage markieren die Deutschen Blitzschach-Einzelmeisterschaften am 24. Mai.

Am 8. und 9. März 2025 fand in Lehrte, Neuwied (Rheinland-Pfalz), Hofheim und Mühlheim-Stetten (Baden-Württemberg) die Zwischenrunde der Deutschen Pokal-Mannschaftsmeisterschaft 2024/25 statt. Gespielt wurde an allen Orten ein K.o.-Turnier mit jeweils vier Vereinen: den acht Siegern der Vorrundengruppen und den acht besten Vereinen aus der Saison 2023/24. Sechs dieser Besten schafften erneut einen Freiplatz für die Zwischenrunde in der kommenden Saison. Dazu gesellten sich mit Oberligist Schachfreunde Augsburg und dem HSK Lister Turm zwei neue Vereine. Augsburg schaffte sogar den Sprung in die Finalrunde am 14./15. Juni, während für den HSK aus Hannover Pokalverteidiger OSG Baden-Baden (Foto) mehrere Nummern zu groß war. Neben Augsburg und Baden-Baden schafften die Schachfreunde Deizisau und der Schachclub Viernheim die Finalqualifikation.

Klaus, Du bist unter die Streamer gegangen. „Schwäbischer Schachsalat“ heißt Dein neuer Kanal. Wie ist es angelaufen?
Ich hatte ja beim Tata Steel in Wijk aan Zee meine Premiere – und es hat großen Spaß gemacht. Herangegangen bin ich an das Projekt nach dem Motto: Es ist ein Versuch. Jetzt muss ich sagen: Dieser Versuch hat gar nicht so schlecht funktioniert. Im Laufe des Turniers schauten immer mehr alte Bekannte bei mir vorbei, bei denen es sich erstmal rumsprechen musste, dass ich jetzt meinen eigenen Kanal habe. Ich habe oft von Leuten, die früher bei schach.de (Red.: der interne Chessbase-Kanal) zugeguckt haben, gehört: „Schön, dass Sie wieder was machen.“ Jetzt habe ich schon 178 Follower – das werte ich als Newcomer als Erfolg, auch wenn wir mir klar ist: In die Riege der großen Streamer werde ich es nicht mehr schaffen.
Warum dieser Name?
Ich bin Schwabe und wollte eigentlich den Kanal Schwäbischer Wurstsalat nennen. Meine Gattin Ingrid meinte aber, das klingt nicht wirklich gut. Schwäbischer Schachsalat ist jetzt der Kompromiss. Das soll locker und leicht klingen. Wobei ich sagen muss: Streamen ist harte Arbeit, mehr als vier Stunden am Tag geht eigentlich nicht.
Zu Beginn blieb der Bildschirm auch bisweilen schwarz. Was war los?
Das kann ich gar nicht so genau sagen, die Übertragung brach ab. Wie das halt so ist am Anfang, aber es hat sich eingespielt – ab Runde zwei lief es stabil. Geholfen haben mir dabei auch die Kollegen von Chessbase aus Hamburg – danke für den Support. Wenn, dann ist es nur die technische Seite, die mich vor Herausforderungen stellt. Ansonsten ist ja bekannt, dass ich seit 20 Jahren als Kommentator unterwegs bin, unter anderem in der Bundesliga – und das auch mit großer Freude.

Durch die Partnerschaft des DSB mit der Maritim-Hotelgesellschaft mbH gibt es verschiedene Vergünstigungen für DSAM-Spielerinnen und -Spieler und Begleitpersonen. Details sind in der Ausschreibung zu finden. Darüber hinaus erhalten alle DSB-Mitglieder seit dem 1. September 2024 bei Übernachtungen in einem Hotel der Maritim-Hotelgruppe - unabhängig von einem DSAM-Turnier – einen Rabatt von 12 Prozent auf die tagesaktuellen Preise. Maritim-Hotels gibt es an 25 Standorten, verteilt über ganz Deutschland.

Finanzen: Konsolidierung gelungen
Seit zwei Jahren sind die Finanzen das große Thema beim DSB. Einer, der mitgeholfen hat, die missliche Lage 2023 zu durchschauen und aufzuarbeiten, ist der heutige Vizepräsident Finanzen: Alexander von Gleich. Jetzt schreibt der DSB wieder schwarze Zahlen, im hohen fünfstelligen Bereich. Man könne also „die Rücklagen stärken“ und wieder mehr tun – auch für den Leistungssport, sagt Alexander von Gleich. Hinter den Kulissen wird schon heftig diskutiert: Wer bekommt nun was? Ihm sei bewusst, dass der Gewinn Begehrlichkeiten wecken werde, sagt der Finanzchef. „Wir hören sehr aufmerksam zu, was die Leistungssport-Vertreter uns sagen. Die Aktivensprecher GM Rasmus Svane und WGM Josefine Heinemann sind regelmäßig bei den Präsidiumssitzungen dabei: „Wir hören ihre Kommentare und natürlich auch Beschwerden - und tun unser Möglichstes. Ja, wir wollen mehr tun, wir müssen mehr tun für den Leistungssport. Die Frage wird sein: Ist die Akzeptanz bei den Mitgliedern auch da?“ Ansonsten müsse es dem Verband gelingen, zusätzliche Sponsorentöpfe aufzutun. Auch hier wolle er sich einbringen. Inegsamt aber sei klar: Es dürfe nie mehr einen "Kontrollverlust" wie damals geben, der aus fetten schwarzen plötzlich rote Zahlen machte.
Wenn ihr Lust habt, hört euch das ganze Interview an. Ihr findet es hier.
Mitgliederwerbung: Gerhard Prill und seine Tipps
Im Januar gab es ein zweiteiliges Interview auf unserer Webseite mit Gerhard Prill, dem Beauftragten des DSB für Mitgliedergewinnung. Es war gespickt mit vielen Ideen, wie man sowohl Erwachsene (Stichwort: Rückkehrer, die früher mal Schach gespielt haben, oder auch Menschen, die eine neue Beschäftigung im Rentenalter suchen) als auch Kinder und Jugendliche gewinnen kann. Hier gehe es darum, im Vergleich mit anderen Sportarten auch das Gemeinschaftsgefühl unter den jungen Leuten zu stärken. Von Schach-Jugendreisen bis hin zu einheitlichen Trikots. Aber auch die Symbiose zwischen der Schulschach-AG und Prills Verein SC Heitersheim hat Vorbildcharakter. Das Interview war ein großer Erfolg, wie sich nicht nur an den hohen Klickzahlen (über 3.400) auf unserer Homepage ablesen ließ. In der Folge, berichtete danach Prill, habe er sehr viele Anfragen bekommen von Vereinen. Prill stellt nämlich allen Interessierten gerne seine Powerpoint-Präsentationen zur Verfügung. Anfordern könnt Ihr Sie unter: g.prill@t-online.de
Der Schachsport soll weiblicher werden
Der Anteil der weiblichen Mitglieder beim Deutschen Schachbund liegt nur bei neun Prozent. Doch bei der Ursachenforschung, wann und warum Mädchen den Verein verlassen (oder gar nicht erst zum Schach finden) tappen im Grunde alle seit Jahren im Dunkeln. Der Deutsche Schachbund (DSB) und die Deutsche Schachjugend (DSJ) haben sich jetzt auf ein gemeinsames Projekt zur Förderung des Frauen- und Mädchenschachs geeinigt. Der DSB hat Lilli Hahn, die auch im Women Council der Europäischen Schach-Union (ECU) aktiv ist und Tatjana Gallina, die im Schachverband Württemberg die Entwicklung von Frauen- und Mädchenschach fördern will, als Vertreterinnen in die Arbeitsgruppe entsandt. Von der DSJ sind Karoline Gröschel, Referentin für Mädchenschach, und Jannik Kiesel (stellvertretender Vorsitzender der DSJ) dabei. Das Quartett wird eigenverantwortlich Konzepte entwickeln und umsetzen – und hat dafür ein Budget von 10.000 Euro zur Verfügung gestellt bekommen. Ziel ist es, die Weiblichkeit im Schachsport, ob als Spielerin, als Schiedsrichterin oder als Funktionärin mittelfristig zu verdoppeln. Über mehrere Veranstaltungen, mindestens sechs regionale Konferenzen, soll Vereinen die Möglichkeit gegeben werden, in den Dialog mit den Mitgliedern der Arbeitsgruppe zu kommen.
Weitere Infos erhaltet Ihr unter projekt-maedchenschach@deutsche-schachjugend.de und projekt-frauenschach@schachbund.com.

DSAM:
Es ist ja eigentlich keine neue Meldung mehr: Die Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM) muss mal wieder wieder ein Anmeldestopp verhängen. Konkret geht es um das Qualifikationsturnier in Magdeburg vom 3. bis 6. April 2025. Nach 777 Anmeldungen sind die Kapazitäten in der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt erreicht. Und auch für Travemünde gibt es bereits eine Warteliste (22. bis 25. Mai) Dieses Turnier ist einfach ein Hit! „Ja“, sagt Sandra Schmidt, die Organisationschefin der DSAM mit einem Lächeln, „wir werden immer beliebter.“
Ein Paradebeispiel war Ende Februar die DSAM in Dresden. Dort hieß es nach 560 Anmeldungen: volles Haus! „Wir mussten dann Schluss machen mit den Anmeldungen“, so Schmidt, „es soll ja alles entspannt bleiben und wir wollen uns nicht den Saal vollstopfen.“
Die wachsende Popularität der DSAM spiegelt sich auch in lokalen Medien wieder. So betitelten der Tag24 und Sachsen-Fernsehen die Veranstaltung mit folgenden Worten: „Schach bleibt auch in der modernen Welt ein zeitloser Klassiker.“ Die DSAM ist mittlerweile europaweit eines der größten Schachturniere. Denn von Jung bis Alt darf jeder mitmachen. In Dresden hieß der Jüngste Simeon Dimitrov mit sieben Jahren und Dr. Wolfgang Langbein war mit 89 Jahren der Älteste. „In Dresden hat man gesehen, dass Schach die ganze Gesellschaft abbildet“, sagte DSB-Präsidentin Ingrid Lauterbach, „Schach ist inklusiv, jeder kann mitspielen – und das mit großer Freude.“
DFAM:
Und nicht nur auf die Startplätze der DSAM gibt es einen Run. Auch der Ansturm auf die Deutschen Familienmeisterschaft am 9. März in Berlin war riesig. Unglaubliche 82 Mannschaften trafen sich in der Hauptstadt, um den 25. deutschen Meistertitel auszuspielen. Rekordverdächtig! Bei der Rekordausgabe setzten sich die beiden Philipp-Brüder (Michael und Mathias Philipp) durch. "Es macht einfach Spaß diese Familienturniere mitzuspielen. Vor allen Dingen jetzt, wo da noch zwei Kleine mit dabei sind", erzählen beide Brüder (die schachspielende Kinder haben) nach ihrem Sieg. Positiv gesagt: Eine schachverrückte Familie.
Senioren:
Schachverrückt sind auch viele Senioren nach wie vor. Und zudem erfolgreich unterwegs - wie das Team Lasker-Schachstiftung GK bei der Ü65-Senioren-WM. Dieses bestand aus GM Artur Jussupow, GM Rainer Knaak, Dr. Gerhard Köhler und GM Jakob Meister. Am Ende durfte sich das Team über Silber freuen. Denn der ganz große Wurf als Team gelang allerdings nicht. „Wir wollten das Turnier gewinnen, aber leider waren die Engländer einen Tick besser“, sagte Jussupow, der sein erstes Ü65-Turnier spielte und schmunzelnd feststellte: "Ich muss mich erst an das hohe Wettkampfniveau gewöhnen." Trotzdem haben er und Knaak die Einzel-Brettwertung gewonnen. Glückwunsch!
Unsere Talente haben in den vergangenen Wochen sehr gut performt. Hier ein kleiner Überblick:
Christian Glöckler:
3,2,1 - meins. Der 13-Jährige machte Anfang des Monats Schlagzeilen - er holte sich die dritte IM-Norm beim Schachfestival in Prag und damit auch den Titel. Während seine Familie sehr genau darauf achtet, dass nicht zu viel Druck entsteht, stellen Experten schon Vergleiche mit dem jungen Vincent Keymer an. Bundesnachwuchstrainer IM Bernd Vökler und sein Privattrainer GM Thomas Pähtz aber warnen - für eine solche Entwicklung seien viele Faktoren wichtig. Trotzdem schön, dass Pähtz sagt: "Einen wie ihn habe ich noch nicht trainiert. Er ist unheimlich pfiffig und wissbegierig." Selbst Nationalspieler GM Matthias Blübaum glaubt: "Dass Glöckler Großmeister wird ist sicher - und nur eine Frage der Zeit."
Hussain Besou:
Auch der jüngste deutsche Nationalspieler startet stark in das Jahr. Im August letzten Jahres sicherte sich Besou die erste IM-Norm bei einem IM-Turnier in Budapest. Und jetzt hat er sich auch die zweite geholt. Beim Marienbad-Open in Tschechien, einem stark besetzten Schachfestival, schob sich der 13-Jährige im Kreise mehrerer Großmeister mit fünf Punkten aus neun Partien auf den vierten Platz der Endtabelle. Der nächste Schritt sei laut Besou nicht nur „die dritte Norm zu erfüllen“ - er will viel mehr: „Europameister, Weltmeister und dann Großmeister“ wolle er werden, allerdings sei ihm eines auch klar: „Dafür ist viel Geduld und Ausdauer nötig. Einen Zeitraum, um das zu erreichen, habe ich mir nicht gesetzt.“
Marius Deuer:
Der 16-jährige Marius Deuer ist zwar schon IM, aber möchte noch mehr. Und dafür werden auch Extraschichten in Kauf genommen. So war Deuer, neben Leonardo Costa und Charis Peglau, einer der Jugendspieler, der beim DSB-Trainingslager in Oberhaching mitmachen durfte. Im Februar wurde eine Woche lang mit den Kaderspielern und -spielerinnen trainiert. Und das bis zu drei Mal am Tag. Gelobt wurden die jungen Spieler von Star-Trainer GM Ramachandran Ramesh: „Marius Deuer ist im Vergleich zu Leonardo Costa in engen Momenten entspannter – aber grundsätzlich darf ich sagen: Beide konnten in der Analyse mit den starken Großmeistern mithalten.“ Der Inder hat schon den aktuellen Weltmeister D. Gukesh und Tata-Steel-Sieger R. Praggnanandhaa trainiert. Sein Lob ist dementsprechend hoch einzuschätzen.
Leonardo Costa:
In der Analyse etwas angespannter, dafür am Schachbrett eiskalt - Leonardo Costa. Die aktuelle deutsche Nummer eins im Juniorenbereich spielte bei der Jugendweltmeisterschaft 2025 bis zum Ende um die Medaillen mit. Wohlgemerkt als 17-Jähriger im mit Großmeisters gespickten U20-Feld. Schlussendlich wurde es ein starker achter Platz. Neben einer Medaille bei der WM ist der Titel eines Großmeisters sein nächstes Ziel. Dazu fehlt auch nicht mehr viel. Denn beim Schachfestival in Budapest 2024 gelang Costa im direkten deutschen Duell mit Marius Deuer der Sieg und die erste GM-Norm. Mit einer Elo von 2500 besitzt er auch die benötigte Elo für den GM-Titel. So sind es „nur“ noch zwei GM-Normen, die Ihm vom GM-Titel trennen.
Bennet Hagner:
Ein weiterer Normenjäger ist der 16-jährige Bennet Hagner. Anfang des Jahres holte er seine dritte IM-Norm bei dem Staufer-Open in Schwäbisch-Gmünd. Die benötigte Elo von 2400 hatte er schon deutlich davor überschritten. So ist die Verleihung des Titels Internationaler Meister nur noch ein formeller Akt. Auch in der Schachbundesliga gehört er zu den erfolgreichsten Spielern. Das nächste Ziel ist für den U14-Weltmeister im Schnellschach aus 2022 eine GM-Norm inklusive GM-Titel. Und dieses Ziel ist nicht unrealistisch. Schon 2023 hat Bennet Hagner nur knapp eine GM-Norm verpasst, als er das Berliner U25-Open gewann.
Charis Peglau:
Bei der U20-WM in Montenegro verblasste ihre Leistung ein wenig vor der von Leonardo Costa. Aber für eine erst 16-Jährige ist es aller Ehren wert, am Ende gegen starke "und teilweise deutlich unterbewertete Gegnerinnen" (so ihr Trainer GM Henrik Teske) auf Platz 18 im Mädchen-Turnier zu landen. Teske: "Sie hat das richtig gut gemacht, vor allem am Ende mit eine starken Siegesserie." Gemeinsam mit Zwillingsschwester Dora rockt sie auch die Frauenbundesliga im Familien-Team SZ Seeblick Dippoldiswalde. Charis wurde auch für das DSB-Trainingslager nominiert. Man wolle sie langsam an den Frauen-Leistungsbereich heranführen, so DSB-Sportdirektor Kevin Högy.

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Danach schwärmten alle Teilnehmer: Der DSB hatte den indischen GM Ramachandran Ramesh als Coach für das Trainingslager der männlichen DSB-Kaderspieler in Oberhaching verpflichtet. "Das hat die Jungs vor allem im Bereich Schach-Psychologie zweifellos weiter gebracht", sagte danach auch Bundestrainer GM Jan Gustafsson. Ramesh gilt als einer der renommiertesten Schachtrainer weltweit. Der 48-jährige Großmeister, der 2007 Commonwealth-Champion war, äußerte sich danach auch sehr positiv über das Potenzial im deutschen Kader. Deutschland habe ein junges Team, das bei der nächsten Olympiade mit etwas Glück auch eine Medaille erringen könne. Nur, das schränkte der große Meister dann doch ein: Dafür müsse man auch hart arbeiten. Das Frauen-Team wurde von Bundestrainer GM Yuri Yakovich trainiert. Auch er lobte danach das effiziente Arbeiten im einwöchigen Trainingscamp.

Vincent Keymer:
Es war die Meldung, die weltweit in der Schachszene für Aufmerksamkeit sorgte. Vincent Keymer gewinnt den Freestyle Chess Grand Slam in Weissenhaus und durfte sich über 191.000 Euro Preisgeld freuen. Auf dem Weg zum Titel schlug die deutsche Nummer eins nicht nur den Weltranglisten-Ersten Magnus Carlsen, sondern auch Top-Ten-Spieler wie Nodirbek Abdusattorov oder Fabiano Caruana. Das sei „einer der größten, wenn nicht der größte Erfolg meiner Karriere", sagte Keymer. Aber nicht nur im Freestyle Chess war Vincent Keymer aktiv. Beim prestigeträchtigen Prager Schachfestival holte er den sechsten Platz. Und die nächsten Turniere warten auch schon. Im April spielt Keymer das Grenke-Turnier mit und im Mai ist er bei den Deutschen Meisterschaften in München dabei.
Elisabeth Pähtz:
Deutschlands einzige Großmeisterin Elisabeth Pähtz ist nach Ihrer Teilnahme beim FIDE Grand Prix in Kasachstan und Monaco, auch in Zypern dabei. Es wird Ihr letzter Grand Prix dieses Jahr sein. „Mein Energielevel ist nicht mehr so hoch“, sagt sie, „und das merke ich aktuell in jeder Partie. Man muss schon sagen, dass ich eine Formkrise habe.“ Grund dafür könnte auch ihr voller Terminplan seit der Olympiade in Budapest sein: „Ich hätte eigentlich nach der Olympiade eine längere Pause einlegen sollen“, sagt sie mit Blick auf einen anstrengenden Herbst 2024. Private Dinge wie ein Hausbau, gemeinsam mit den Eltern, rücken in den Vordergrund. Doch auch 2025 wird sie am Brett zu sehen sein. Dazu zählt (voraussichtlich) das Grenke-Turnier in Karlsruhe im April, wo sie erwägt, mal im Freestyle anzutreten, und ein Monat später die Bundesliga-Endrunde in Deggendorf.
Josefine Heinemann:
Auch in Deggendorf dabei ist Josefine Heinemann. In der Frauen-Bundesliga für die OSG Baden-Baden ist sie die zweiterfolgreichste Spielerin nach Dinara Wagner. Ein weiterer (historischer) Erfolgsmoment in Heinemanns Karriere war ihr erster Sieg bei einem Rundenturnier. Die 27-Jährige holte beim 56. WGM-Turnier in Serbien sieben Punkte aus neun Partien. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich das Turnier gewonnen habe“, sagte sie danach: „Es gelingt mir tatsächlich oft, bei solchen Turnieren vernünftig zu spielen und in der ersten Hälfte zu landen, aber ich kann mich an kein Rundenturnier erinnern, das ich gewonnen habe.“ Die Belohnung: Ein Elo-Plus von 34 und gute Chancen auf die Nominierung bei der Mannschafts-EM.
| Datum | Veranstaltung | Ausrichter/Ort |
|---|---|---|
| 03.04. - 06.04. | 6. DSAM-Qualifikationsturnier 2024/25 | DSB/Magdeburg |
| 15.05. - 24.05. | Deutsche Meisterschaften (DEM, DFEM, DBEM, DFBEM) | DSB/München |
| 22.05. - 25.05. | 7. DSAM-Qualifikationsturnier 2024/25 | DSB/Travemünde |
| 15./16.06. | Deutsche Pokal-Mannschaftsmeisterschaft | DSB/bei einem Finalisten |
| 19.06. - 22.06. | Deutsche Frauen-Mannschaftsmeisterschaft der Landesverbände | DSB/Braunfels |
| 17.07. - 19.07. | DSAM-Finale 2024/25 | DSB/Bad Wildungen |
| 17.07. - 19.07. | Deutsche Pokal-Einzelmeisterschaft | DSB/Bad Wildungen |
| 18.08. - 22.08. | Internationale Offene Deutsche Frauen-Einzelmeisterschaft | DSB/Ostfildern |
| 18.08. - 24.08. | Offene Deutsche Einzelmeisterschaft der Schachspieler mit Behinderung | DSB/Ostfildern |
| 23./24.08. | Deutsche Frauen-Schnellschach-Einzelmeisterschaft | DSB/Ostfildern |
| 18./19.10. | Deutsche Schnellschach-Amateurmeisterschaft | DSB/Dinkelsbühl |