
nur noch wenige Stunden sind es bis zum Beginn des FIDE-Kandidatenturniers in Pegia, einem kleinen Ort an der westlichen Mittelmeerküste auf der Insel Zypern. Bei diesem doppelrundigen Turnier wird der Herausforderer für Weltmeister Dommaraju Gukesh (Indien) ermittelt. Mit Matthias Blübaum gehört überraschend ein Deutscher zu den acht WM-Kandidaten. Er ist zwar nur Außenseiter, aber hat gegen seine sieben Mitkonkurrenten um den begehrten ersten Platz in früheren Turnieren überraschend gute Ergebnisse erzielt. Wir freuen uns alle wahnsinnig auf dieses Turnier und drücken Matthias beide Daumen in diesem hochklassigen Wettbewerb!
Und jetzt viel Spaß beim Lesen unseres Newsletters.
Euer DSB-Team Öffentlichkeitsarbeit
Hauptausschuss im Mai, Kongress im August, Antrag auf außerordentlichen Kongress im Mai, nein doch nicht, Rücktritt des Vizepräsidenten Finanzen, dann wieder ein Antrag auf außerordentichen Kongress statt Hauptausschuss, Variante abgelehnt. Und nachdem das Schiedsgericht die letzte Entscheidung kassiert hat, gibt es nun doch einen außerordentlichen Bundeskongress. Es ging in den letzten Monaten hin und her im Deutschen Schachbund. Ob der nun avisierte außerordentliche Kongress den Hauptausschuss am 16. Mai ersetzt oder kurz nach dem Hauptausschuss stattfindet, war zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar.
Derweil dreht sich in der DSB-Geschäftsstelle im Berliner Olympiapark das Personalkarussell. Carsten Schmidt begann am 1. Februar seine Arbeit als neuer Geschäftsführer. Der 55-Jährige ist in der deutschen Schachlandschaft ein bekannter Mann und hatte als Präsident des Berliner Schachverbandes (2010-2020) und in vielen anderen Ämtern Erfahrungen und Kontakte auf höchsten Ebenen sammeln können.
Im gleichen Monat beendete mit Matthias Wolf allerdings auch ein hauptamtlicher Mitarbeiter seine Tätigkeit für den DSB. Der Leiter Öffentlichkeitsarbeit hob den DSB in rund eineinhalb Jahren in der Pressearbeit auf ein neues Level. Er bleibt dem Verband aber weiter verbunden und wird das Team Öffentlichkeitsarbeit unterstützen, so weit dies möglich ist. Am 19. Februar schrieb der DSB seine Stelle neu aus. In den letzten Wochen wurden die eingehenden Bewerbungen gesichtet und wir hoffen bald einen neuen Leiter im DSB-Team Öffentlichkeitsarbeit vorstellen zu können.
Auch unsere Finanzabteilung sucht Verstärkung für ihr Team. Am 3. März schrieben wir deshalb eine Vollzeitstelle als Leiterin oder Leiter der Abteilung aus. Bewerbungen dafür sind immer noch möglich.

Die Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben: Mit Potsdam, Ingolstadt und Hannover fanden von Januar bis Mitte März bereits drei Turniere der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft statt, zwei weitere folgen Ende März und Anfang Mai in Travemünde und Magdeburg, bevor im Juli im Rahmen des Gipfels in Dresden das große Finale steigt.
In Potsdam (2.-4.1.) gingen im Kongresshotel am Templiner See 140 Teilnehmer schon vorfristig zum neujahrlichen Blitzauftakt an die Bretter. Ein Grund für die hohe Beteiligung mag die lockende Elozahl gewesen sein: das Turnier wird traditionell FIDE-gewertet. Überraschungssieger Felix Zenker vom SV Dresden-Striesen verzeichnete nach seinem 7/7-Durchmarsch ein Eloplus von satten 71 Zählern – von diesem 10er-Schnitt können Topleute nur träumen!
Die heilige »7« spielte auch tags darauf eine Rolle, als es »richtig« losging, denn wie schon zum Jahresausklang in Bonn wurde auch in Potsdam die 700er-Schallmauer geknackt: 734 Jünger Caissas starteten schachspielend ins neue Jahr!
Weitere Zahlenspiele gefällig? 85 Jahre lagen zwischen dem mit 91 Lenzen ältesten Teilnehmer Egon Raitza und dem 6-jährigen Oskar Carlstedt, Sohn von ChessTiger Jonny Carlstedt!
Punktete das Rahmenprogramm zum Jahresauftakt in Potsdam mit dem Blitzturnier, war es einen Monat später im Maritim in Ingolstadt (31.1.-2.2.) das von DSB-Frauenschachreferentin Nadja Jussupow initiierte Beginnerinnen-Turnier, in dem 16 Frauen teils zum ersten Mal »richtig« Schach spielten.
Wer wem die Show stahl, ist nicht überliefert, aber die, sage und schreibe, 127. DSAM-Teilnahme des 56-jährigen Frank Stolzenwald aus Ahrensburg lag zumindest in den DSB-Schlagzeilen – Stichwort »Krönungsmesse« – knapp vorn.
Hannover (6.-8.3.), das nach 23 Jahren in den Kreis der DSAM zurückkehrte, geht dank der große Kontingente stellenden mitgliederstarken Vereine HSK Lister und SZ Bemerode als »Heimschläfer-Turnier« in die Geschichte ein. Der Schachhunger in der Region könne nur ungenügend gestillt werden, so Marcel Lange, Vereinschef aus Bemerode: »Selbst ein solches Turnier auszurichten ist in der heutigen Zeit eigentlich unmöglich, Sponsorensuche, Räumlichkeiten, ein Organisationsteam – der ganze Zeitaufwand ist nicht zu stemmen. Wunderbar, dass das DSAM-Team bei uns vorbeikommt und für ein echtes Highlight in der Stadt sorgt.«
»Es war wirklich irre, wie viele Spielerinnen und Spieler aus Niedersachsen gekommen sind«, betonte auch Turnierchefin Sandra Schmidt, die Hannover gern dauerhaft in den DSAM-Kalender integrieren möchte.

Nach dem erfolgreichen Auftakt mit 45 Veranstaltungen im Jahr 2024 geht der Schachsommer 2026 nach einem Jahr Pause in seine zweite Runde. Von Mai bis September können Vereine ihre schachlichen Aktionen bei Straßen- und Dorffesten, Jubiläumsfeiern und anderen Veranstaltungen für unseren Wettbewerb anmelden und später einen Bericht einsenden. In drei Wertungsgruppen (getrennt nach Anzahl der Vereinsmitglieder) gibt es je drei Geldpreise zu gewinnen. Die Auswertung erfolgt durch die Kommission für Freizeit- und Breitensport.

"Das ist eine Riesenveranstaltung, wie wir sie in dieser Form seit Jahren nicht mehr umgesetzt haben." sagte DSB-Präsidentin Ingrid Lauterbach am 25. März bei einer Pressekonferenz in Dresden. Die Stadt hatte Journalisten und andere Pressevertreter dazu eingeladen, um über die bevorstehenden schachlichen Ereignisse in Elbflorenz zu informieren. Neben dem 150. Jahrestag der Gründung des Dresdner Schachvereins 1876, der entsprechend gewürdigt werden soll, führt der Deutsche Schachbund mit dem Schachgipfel im Juli eine Veranstaltung von enormer Größe durch. Lauterbach: "Wir erwarten rund 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland, die insgesamt mehr als 20 Deutsche Meistertitel ausspielen werden." Und das Internationale Kongresszentrum, das 2008 Austragungsort der Schacholympiade war, ist dafür eine hervorragend geeignete Spielstätte. Neben den beiden Deutschen Meisterschaften (offenes Turnier und Frauenturnier) mit Meisterklasse und Kandidatenturnier, finden die beiden Deutschen Meisterschaften im Blitzschach, das Finale der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft, die Offene Deutsche Einzelmeisterschaft der Schachspieler mit Behinderung, die Deutsche Pokal-Einzelmeisterschaft und die Deutsche Meisterschaft im Schach960 in Dresden statt. "Vom Breitensportler bis zum international bekannten Großmeister wird dieses Schach-Event die gesamte Bandbreite dieses inklusiven und bunten Sports abbilden. In keinem anderen Sport sind Jung und Alt so vereint." freut sich die DSB-Präsidentin auf die rund eineinhalb Wochen in Sachsens Landeshauptstadt.
Eine solch große Veranstaltung braucht natürlich auch viele Helferinnen und Helfer: Aufsichtspersonal, Helfer beim Auf- und Abbau, Unterstützung von Spielerinnen und Spielern mit Behinderungen oder Transportarbeiten. Interessenten können sich bei Ina Gottschall (ina.gottschall@schachverband-sachsen.com) melden. Weitere Informationen zur Helfersuche gibt es hier.

Januar 2001. Zwei Schachweltmeister. Wladimir Kramnik hatte dank seiner Berliner Mauer den aus dem offiziellen WM-Zyklus ausgescherten Garri Kasparow entthront, während Vishy Anand im Finale der FIDE-WM in Teheran(!) Alexej Schirow dominierte. Selten wurde Wijk aan Zee mit soviel Spannung erwartet: Kasparow gewann mit 9/13 vor Anand, 8½, Kramnik und Iwantschuk, je 8. Das erhoffte Revanchematch gegen Kramnik bekam Kasparow dennoch nicht.
International weitgehend unbemerkt trafen sich parallel dazu im Potsdamer Hotel Mercure u. a. Robert Hübner, Wolfgang Unzicker und Lothar Schmid. Schach gespielt wurde hier nicht, vielmehr befanden sich die drei deutschen Größen unter den Referenten der 1. Internationalen Lasker-Konferenz. Geburtsstunde der Emanuel-Lasker-Gesellschaft (ELG), die am 11. Januar 2026 ihren 25. Jahrestag feierte und heute zu den wenigen bekannten schachkulturellen Playern weltweit gehört. Getragen vom Engagement des Berliner Anwalts Thomas Weischede, der mit seinen Laskers, Viktors, Veras und Tartakowers einen der größten Marketingerfolge des modernen Schachs feierte und feiert: an große Namen verliehen, befördern diese Ehrenpreise die ELG immer wieder in die Schlagzeilen!
Zu den Teilnehmern in Potsdam zählte auch Juri Awerbach, der 2022 100-jährig verstarb. Dirk Poldauf beendete seinen Artikel über die Konferenz in SCHACH 2/2001 (S. 43) mit einem Zwiegespräch der russischen Legende und dessen Landsmann und Lasker-Biographen Isaak Linder: »… ich kann mich nicht erinnern, dass wir bei uns in der Schachnation Russland je eine Veranstaltung dierser Art gehabt hätten.« – »Bei uns spielen die Leute lieber selbst, eine wissenschaftliche Konferenz zum Thema Schach aber hat es trotz eines Petrow, Tschigorin, Aljechin oder Botwinnik bei uns leider nie gegeben.«

Alles fiebert dem morgen auf Zypern beginnenden Kandidatenturnier entgegen, dem sich Raj Tischbierek im Vorfeld und Nachklang widmen wird. Eine Betrachtung der Generalprobe für Matthias Blübaum finden Sie hier: Wijk aan Zee – der Puls des klassischen Schachs.
Im Sinne eines guten Omens das Finale von Blübaums Sieg aus Wijk aan Zee gegen Weltmeister Gukesh:

Gukesh (2754) - M. Blübaum (2679), Diagramm nach 37. Te1-g1
37. … Dg3!
Drohungen wie 38. … Sf3 oder 38. … Tf4 sind nur mit 38. hxg5 zu parieren, wonach Schwarz die Wahl zwischen 38. … Tf4 (und Tf4-h4) und 38. … hxg5 (und Tf6-h6) hat, daher … 0-1

Die größte Stärke einer Eröffnung liegt oft nicht in ihrer objektiven Bewertung, sondern darin, wie gut sie den Gegner aus seiner Komfortzone bringt. Wer früh von bekannten Pfaden abweicht, stellt sofort neue Probleme – genau das macht den Ansatz von IM Georgios Souleidis, besser bekannt als The Big Greek, in seinem neuen Kurs so effektiv.
Im Schnellrepertoire "Giftig gegen Italienisch" setzt er auf frische Ideen und scheut auch vor Bauernopfern nicht zurück, um Entwicklungsvorsprung und Angriffschancen gegen den weißen König zu erhalten. Dadurch verliert die Italienische Partie ihren sonst eher ruhigen Charakter und verhindert ein schablonenhaftes Spiel des Weißen.
Der Kurs richtet sich an alle, die auch mit Schwarz aktiv auf Gewinn spielen möchten und taktisch geprägte Partien bevorzugen! Weitere Infos und Kurseinblicke gibt es hier: www.chessemy.com/giftig-gegen-italienisch

Fragt man eine KI nach der Bundesliga-Mannschaft Deutschlands mit dem höchsten Durchschnittsalter, ist sie überfordert. Aber das Berliner Frauenteam von Rotation Pankow, das in der Saison 2025/26 souverän mit sieben Siegen durch die 2. Frauenbundesliga Staffel West marschierte, dürfte mit seinen 66 Jahren schwer zu toppen sein!

Quelle: DSB-Ergebnisdienst
Müßig wäre es, all die DDR-Meistertitel und die einige Generationen später bei Senioren-Welt- und Europameisterschaften gewonnen Medaillen des routinierten Ensembles aufzuzählen. Um dem Erfahrungsschatz eine Dimension zu verleihen nur soviel: Spitzenbrett Brigitte Burchardt, damals Hofmann, nahm 1976 am Interzonenturnier der Frauen in Tiflis teil – als weder an die Polgar-Schwestern oder gar eine chinesische Phalanx zu denken war.
Teamchefin Gudula Seils blickt zurück und voraus.
Ihre Mannschaft zeichnet sich nicht nur durch Erfahrung, sondern auch durch eine ihresgleichen suchende Stetigkeit aus.
Vor zehn Jahren ist meine Schwester Conny [Jahn] zu uns gestoßen, ansonsten sind wir seit etwa dreißig Jahren nahezu in der heutigen Besetzung zusammen. Wir kennen uns seit Jahrzehnten, wissen also recht gut, was wir aneinander haben (lacht), zumal wir auch abseits des Schachs mit unseren Familien Zeit miteinander verbringen.
Werden Sie die Herausforderung annehmen und Ihr Aufstiegsrecht in die höchste Spielklasse des deutschen Frauenschachs wahrnehmen?
Der Trend sagt ›ja‹, aber endgültig steht noch nichts fest.* Es gibt einiges zu bedenken und alle sollen sich mit der Entscheidung wohlfühlen. Das letzte Mal haben wir fast mit der identischen Mannschaft 2018/19 im Oberhaus gespielt und hatten einen schweren Stand. Uns ist natürlich klar, dass es diesmal ähnlich laufen wird, besonders an den vorderen Brettern. Dafür müssen wir uns wappnen und dürfen nicht den Spaß und den Mut verlieren. Auf der anderen Seite stimmt das ganze Umfeld, die Teamhaus GmbH von meinem Mann übernimmt das Sponsoring und vor allem schreiben wir ja sozusagen Geschichte! (lacht)
Als was nehmen Sie ein Bundesliga-Wochenende wahr?
Wir freuen uns, uns zu sehen, aber das Schach steht im Mittelpunkt! Alle sind nach wie vor ehrgeizig. Wir treffen uns reihum zu Hause und werten die gespielten Partien aus. Brigitte [Burchardt] und Annett [Wagner-Michel] betreiben sogar regelmäßig ›Hardcore-Training‹: sie treffen sich einmal in der Woche früh um zehn für ein paar Stunden. Wer von den anderen Zeit hat, stößt dazu, aber das ist dann echt anstrengend! (lacht)
*) Die Entscheidung fiel nach dem Interview. Rotation Pankow wird in der Saison 2026/27 in der 1. Frauenbundesliga spielen!
Mehr zum Thema: Frauen-Bundesliga: Schwäbisch Hall geht einen großen Schritt - Rotation will mitspielen.

| Datum | Veranstaltung | Ausrichter/Ort |
|---|---|---|
| bis zum 16.04.2026 | WM-Kandidatenturnier mit Matthias Blübaum | FIDE/Pegia (Zypern) |
| 02.04. - 06.04.2026 | Grenke-Open | Karlsruhe |
| 30.04. - 03.05.2026 | 7. DSAM-Qualifikationsturnier 2025/26 | DSB/Magdeburg |
| 30.05. - 31.05.2026 | DPMM-Endrunde | DSB/? |
| 16.07. - 26.07.2026 | Schachgipfel | DSB/Dresden |
| 01.08. - 09.08.2026 | Dortmunder Schachtage | Dortmund |