Bayerische Seniorenmeisterschaft

30.06.2019 23:17

Jedes Jahr im Juni findet in Bergen/Chiemgau die offene Bayerische Senioren-Einzelmeisterschaft statt. Und (fast) jedes Jahr gewinnt einer der Röder-Brüder aus Altensittenbach, zumeist Frank. So auch 2019, wo 79 Teilnehmer vom 15. - 23. Juni dabei waren.

Ralf Mulde hat in der von ihm gewohnten spritzig-kecken Art den Turnierbericht verfasst, den wir hier gekürzt wiedergeben.

Bergen. Liegt in Norwegen, ganz klar. Hansekontor. Der Stockfisch spielte schon damals eine wichtige Rolle, bei Knut Hamsun auch ein Postbote namens Benoni Hartvigsen. Heute noch ist Bergen einer der geschäftigsten Seehäfen Europas.

Aber, halt! die bayerischen Senioren mussten am 15. - 23.Juni 2019 doch nicht gar so weit zu ihrer 31. Offenen Bayerischen Senioren-Einzel reisen, die fand nämlich im Festsaal zu 83346 Bergen statt. Das liegt am Chiemsee in Oberbayern, und damit es keiner findet, liegt eben das ganz unten, im Süden.

Es waren sozusagen Jungsenioren, ausgeschrieben war für Frauen und Männer Jahrgang 1959 und früher, die hier in der Weißachener Str. 23 zum Bauernraub entschlossen an den Start gingen (macht Euch nicht unglücklich! Das ist eine ländliche Gegend! Dort wird dergleichen und Wilderei streng geahndet). Es ist ein Open und noch dazu eins mit nationaler Anziehungskraft, denn unter die bayerischen Schachkämpfer mischten sich auch Schachfreunde "vom Deich" aus Husum, Varel, Neubrandenburg und Hamburg.

Nun aber etwas ernsthafter, denn das hier ist ein seriöses Unterfangen. Ja, ehrlich! 79 Spieler sind mit dabei; was die Bayern getan hätten, wenn einer aus - zum Beispiel - Varel / Ostfriesland (Carl Carls wurde dort geboren, sonst aber kaum jemand) Bayerischer Schachmeister der Senioren geworden wäre, ist nicht überliefert. Unvorstellbar. Der hätte dann ja gar nicht Frank Röder geheißen.

Um das und womöglich noch Schlimmeres (Hamburg) zu verhindern, wurde gedoppelt. Jedenfalls traten die Zwillinge FM Frank Röder (2288) und FM Dr. Gerd Röder (2198), beide Altensittenbach in Hersbruck mit besten Vorsätzen an - und verwirklichten die dann auch!

1.) Frank Röder, FM 2288 SV Altensittenbach 7,5 pt
2.) Wilfried Gläser, 2077 SK Anderten 6,5 pt
3.) Heinz Kratschmer, 1993 SK Freilassing 6,5 pt
4.) Horst Prüsse, 2020 SG Neubrandenburg !! 6,5 pt
5.) Norbert Sprotte, 2149 SC Kreuzberg !! 6,5 pt
6.) Peter Löw, 2068 SC Waldkraiburg 6,5 pt
7.) Dr. Gerd Röder, FM 2198 SV Altensittenbach 6,0 pt

Wir blicken zurück: Frank Röder siegte schon 2018 mit acht aus neun!! und sein Bruder wurde Vierter.

Gaaanz vorne im Saal, an Brett 1, wo die Kamerateams und die hübschen Mädchen stehen, das ist der Frank Röder. Einige hatten ihn auch genau da erwartet, denn er ist aktuell mit 6,5 aus 8 (das sind 81%!) bester Spieler der gesamten Regionalliga Nord-Ost - am ersten Brett! Und hier in Bergen hatte er zum Schluss einen ganzen Punkt Vorsprung vor den nachdrängenden Drei. Aber es musste nicht konzentriert gespielt werden. Weil derjenige, der lange Zeit in einem Turnier führte, nicht gegen sich selbst spielen konnte, hat er nach aller Erfahrung eine schwächere Feinwertung als einer, der sich "von unten" gegen alle Starken heran gekämpft hat. Ein Remis in der Schlussrunde war also Pflicht für den Führenden. Kam auch so.

Uns scheint (aus weiter Ferne): Dieses Senioren-Open ist eine rundum empfehlenswerte Veranstaltung. Der Festsaal (mit Bewirtung! So viel Luxus ist selten) hat 340 qm, also zum Beispiel 17x20 m mit 350 Sitzplätzen plus der umlaufenden Galerie mit 84 qm = 50 Sitzplätze. Ob da jeweils ein Tisch und ein Matt dazwischen passt, bleibt unklar, aber die Bilder und die durch die Fenster spähenden Passanten sagen: Da war reichlich Platz. Notfalls könnte noch die Bühne mit 72 qm = 8 x 9m einbezogen werden. Die Schiedsrichter setzen wir dann an die Bar.

// Archiv: DSB-Nachrichten - Senioren // ID 23460

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