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Footballspieler? Nein. Neuer Deutscher Meister im Schnellschach.

17. Juni 2025

Christian Fink (1. Vorsitzender SC Heimbach Weis/Neuwied), Bennet Hagner (3.), Florian Grafl (1.), Pascal Barzen (2.) und Christian Kehr (Regionalmarkt Neuwied/Linz)

In einem Foto-Finish entthront Florian Grafl in Neuwied Titelverteidiger Marian Can Nothnagel

Am Ende wurde es spannend – in der finalen neunten Runde, in der drei Spieler noch den Titel hätten erringen können. Vor der neunten Runde der 51. Deutschen Meisterschaft im Schnellschach waren Titelverteidiger FM Marian Can Nothnagel, IM Florian Grafl und FM Pascal Barzen punktgleich. „Alle im Saal in Neuwied haben natürlich dem Lokalmatador die Daumen gedrückt“, sagte Hauptschiedsrichterin Sandra Schmidt. Barzen von der SG Trier. Der gewann auch gegen Xiang-Tobias Peng, war aber darauf angewiesen, dass im direkten Duell zwischen Nothnagel und Grafl ein Remis herauskommt. Dr. Florian Grafl, der Spieler des FC Bayern, gewann - und holte sich dank besserer Wertung den Titel.

Elo-Leistung von 2683 - aber Profi wollte Grafl nicht werden. "Ideale Bedigungen" bei den Titelkämpfen.

Große Freude bei dem 1,95 Meter großen Athleten, den die Zeitung HNA einmal „von der Statur her auch beim American Football“ verortete. Er spielte zwar Fußball – aber nicht mit dem Ball in Eiform. Die Liebe zum Schach entdeckte er zusätzlich bereits mit fünf Jahren – der Papa brachte es ihm bei: „Wegen einer Lungenentzündung konnte ich nicht draußen spielen.“ Der junge Florian wurde fortan beim SK Turm Bad Hersfeld gefördert und schon in der frühesten Jugend Hessenmeister, später gar Deutscher Meister. Um die Jahrtausendwende stand er im Kader der Deutschen Jugend-Nationalmannschaft und wurde U18-Vizeeuropameister. Im ungarischen Balatonlelle holte er für das Team am vierten Brett 5,5 Punkte aus sechs Partien – und eine Elo-Leistung von 2683. Doch Schach-Profi wollte er nicht werden. Seinen Titel hat er bereits seit 2003 - er sagt, er sei nicht wirklich ehrgeizig genug für mehr gewesen. Studium und Job gingen vor. Seit 2020 ist er auch FIDE-Trainer und beim FC Bayern nicht nur als Spieler aktiv, sondern auch im Bereich Schulschach und Nachwuchsgewinnung. Und – im zarten Alter von 43 noch einmal um einen Titel reicher.

Wer mehr über ihn oder auch seine vielfältigen Auslands-Schachaktivitäten wissen will, kann gerne mal auf seine Homepage schauen.

Auch allen anderen blieb die Meisterschaft in guter Erinnerung. Vor allem wegen der perfekten Rahmenbedingungen. Alle Bretter wurden live übertragen. Organisator Christian Fink vom Ausrichter Schachclub Heimbach Weis/Neuwied, neben Bundesturnierdirektor Michael Rütten, der organisatorische Kopf der Veranstaltung, hatte zudem für „ideale  Spielbedingungen“ gesorgt, lobte Sandra Schmidt: „Und das war wahrlich nicht selbstverständlich mit Blick auf das Wetter.“ Draußen herrschten bis zu 30 Grad, dann zog auch noch ein Gewitter auf – drinnen aber war in den Räumen der "VR Bank RheinAhrEifel" alles bestens klimatisiert. So wurde es nur in der letzten Runde, an den ersten beiden Brettern, noch ein richtig heißes Wochenende. (mw)

Endstand

Pl. Titel Name SElo Verein Pkt. Buch SoBe
1 IM Florian Grafl 2351 FC Bayern München 7,0 44,5 35,50
2 FM Pascal Barzen 2329 SG Trier 1877 7,0 44,0 34,00
3 IM Bennet Hagner 2185 OSG Baden-Baden 6,5 42,0 27,75
4 FM Marian Can Nothnagel 2443 SK Bickenbach 6,0 48,0 30,50
5 Taron Khachatryan 2071 TuRa Harksheide von 1945 Norderstedt 6,0 46,0 30,00
6 FM Christian Glöckler 2353 Wiesbadener SV 1885 6,0 42,5 26,75
7 IM Adrian Gschnitzer 2336 SV 1947 Walldorf 5,5 46,0 24,75
8 Xiang-Tobias Peng 2277 Heilbronner SV 5,5 40,5 20,25
9 Martin Heider 2427 SV Worms 1878 5,0 47,0 25,25
10 Marco Albert 2197 SK Kaiserslautern 1905 5,0 47,0 23,75
11 FM Veaceslav Cofmann 2274 SC Eppingen 5,0 46,0 22,00
12 FM Roland Ollenberger 2264 SV Worms 1878 5,0 45,0 21,25
13 FM Rudolf Wilhelm Bräuning 2275 SK Bebenhausen 1992 5,0 44,0 23,25
14 FM Thilo Ehmann 2374 SG Rochade Kuppenheim 1979 5,0 44,0 22,75
15 FM Michael Schenderowitsch 2226 TSV Schott Mainz 5,0 38,0 19,00
16 IM Lukas Winterberg 2374 SC Heimbach-Weis/Neuwied 4,5 50,5 23,25
17 FM Nikita Nechitaylo 2276 Schach-Drachen Isernhagen 4,5 47,5 23,75
18 Ralf Schnabel 2147 ESV Nickelhütte Aue 4,5 43,5 21,00
19 FM Karsten Schulz 2268 SF Schwerin 4,5 43,0 18,50
20 Pascal Brunke 2002 SG Bünde 1945 4,5 42,0 20,00
21 Oleg Yakovenko 2189 SK Kaiserslautern 1905 4,5 41,5 17,50
22 FM Gedeon Hartge 2279 Universitätssportverein Halle 4,5 37,0 17,00
23 Martin Grünter 2213 SF Essen-Katernberg 4,0 41,0 16,25
24 FM Patrick Klawa 2157 TuS Coswig 1920 4,0 39,0 14,75
25 FM Daniel Elias Ochs 2319 Wiesbadener SV 1885 4,0 38,5 14,50
26 Marius Lauer 2045 SK Kaiserslautern 1905 4,0 38,5 14,00
27 Pascal Grzeca 2100 SV 1921 Springer Siershahn 4,0 38,0 12,00
28 David Meuer 2066 TSV Schott Mainz 4,0 35,5 13,75
29 FM Rainer Kleeschätzky 2276 Forster Schachclub 95 3,5 38,5 12,75
30 Daniel Ahmed 2081 SV Motor Zeitz 3,5 31,0 8,75
31 Deniz Klein 1667 SK Kaiserslautern 1905 3,0 33,0 7,00
32 Tim Fuhlrott 2078 SG Bünde 1945 3,0 31,0 7,00
33 Levent Klein 1604 SK Kaiserslautern 1905 3,0 29,5 8,25
34 Joshua Lenz 1870 TSV Schott Mainz 2,5 28,5 6,50
35 Triona Eberle 2106 FC ST.Pauli 1910 2,0 35,0 5,50
36 Daniel Steiner 1989 Hildesheimer SV 1,5 31,5 3,75

SElo = FIDE-Schnellschach-Elo

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// Archiv: DSB-Nachrichten - Spielbetrieb // ID 11607

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