Internationales Swiss Masters mit sattem Elo-Plus für unsere Kaderspieler:innen

22. September 2021

Luisa Bashylina

Bedingt durch die Corona-Einschränkungen engagiert sich der Deutsche Schachbund stärker als in der Vergangenheit als Turnierinitiator und -organisator. Im Frühjahr fand zum ersten Mal die Kader-Challenge für die A- und B-Kader statt. Im Sommer kamen während des Gipfels diverse Turniere und Meisterschaften für alle Kadergruppen zur Austragung. Anfang September ist nun eine kleine Serie von Normenturnieren für viele Kaderspieler:innen aus dem Bereich der DC-, C- und jüngeren B-Kader mit dem Swiss Masters in Baden-Baden gestartet. Veranstalter war das Schachzentrum Baden-Baden in Kooperation mit dem Deutschen Schachbund. Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler war vor Ort, um für uns zu berichten:

Die Bedingungen im Kulturhaus LA8, welches das Schachzentrum beheimatet, waren gewohnt gut. Alle Partien wurden live übertragen: Hauptschiedsrichter war IA Michael Rütten. Die Geschäftsführerin des Schachzentrums, Hanna Marie Klek, agierte gewohnt professionell und unaufgeregt als Veranstalterin und zweite Schiedsrichterin.

Am Start waren 4 Großmeister, 3 Internationale Meister und einige Normenkandidaten. Noch interessanter finde ich, dass einer der IM, Georg Fröwis, mein österreichisches Pendant als Bundesnachwuchstrainer ist. A-Trainer GM Roland Schmaltz, GM Jean-Noel Riff und GM Philipp Schlosser stellten ihre Erfahrung als Spieler und Trainer für die Schützlinge zur Verfügung.

Die schlechte Nachricht vorab, es gab keine Norm für deutsche Starter!

Die gute Nachricht war eine wie entfesselt aufspielende Luisa Bashylina (+127 Elo-Punkte). Die junge Solingerin beeindruckte in fast jeder Runde ihre durchweg prominente Gegnerschaft. Leider hatte sie zu wenig ausländische Gegner in ihren neun Runden vor der Flinte. Die Performance von 2315 und 6 Titelträger, darunter 2 GM und ein IM reichte locker für eine virtuelle WIM-Norm. Die echten folgen demnächst.

C-Kader Spieler Ashot Parvanyan musste seine GM-Normenträume sehr früh begraben. In Runde 3 unterlag er Georg Braun. Bis zuletzt kämpfte er nach starkem Zwischenspurt noch um den Turniersieg. Die Partie gegen GM Bilal Bellahcene hielt das Versprechen auf eine spannende Schlussrunde. Schwarze Steine, unbedingter Siegeswille und fürchterliche Zeitnot erwiesen sich für den Kieler Bundesligaspieler Parvanyan nicht als Erfolgsrezept gegen Bellahcene, der mit dem vollen Punkt als Turniersieger vor seinen Großmeister-Kollegen Roland Schmalz und Philipp Schlosser feststand.

Der andere C-Kaderspieler, Ruben Gideon Köllner kam überhaupt nicht ins Turnier. Für ihn bleibt eine weitere Chance beim gerade laufenden „Rising Stars“-GM-Turnier in Berlin.

Aus dem DC-Kaderbereich spielten Yaroslava Sereda (+76), Bennet Hagner (+99), Johannes von Mettenheim (+31) mit positivem Score. Insbesondere Bennet Hagner zeigte, was in ihm steckt. Er holte die August-Verluste komplett wieder rein. Einzig für Dominik Laux steht ein eher durchwachsenes Resultat zu Buche.

Bernd Vökler
Bundesnachwuchstrainer

(Fotos: Bernd Vökler)

Schachzentrum Baden-Baden | Ergebnisse

 

 

// Archiv: DSB-Nachrichten - Nationalmannschaft // ID 24055

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