27. September 2026
Für beide deutschen Nationalteams steht am Sonntag die elfte und letzte Runde der Schacholympiade in Samarkand an. Die Männer gehen als Dritter in den finalen Spieltag und spielen gegen die Niederlande um eine Medaille. Die Frauen treffen zum Abschluss auf Montenegro und wollen ein wechselhaftes Turnier mit einem Erfolgserlebnis beenden. Wichtig: Die Partien beginnen bereits um 11 Uhr Ortszeit – und damit um 8 Uhr deutscher Zeit.
Zehn Runden lang hat sich die deutsche Mannschaft im Open in der Spitzengruppe behauptet. Nach dem 3:1 gegen Frankreich steht das Team von Bundestrainer Jan Gustafsson bei 16 Mannschaftspunkten und wird vor dem Finale auf Rang drei geführt.
Vor Deutschland liegen Gastgeber Usbekistan mit 18 und Indien mit 17 Punkten. Deutschland, die Ukraine und Ungarn folgen mit jeweils 16 Punkten. Dahinter lauert eine Gruppe mit 15 Punkten – darunter auch der deutsche Gegner Niederlande.
Damit ist vor der letzten Runde noch vieles offen. Deutschland hat sich eine starke Ausgangslage erarbeitet, muss diese nun aber in einem letzten schweren Mannschaftskampf bestätigen.
Einfach wird die Aufgabe nicht. Die Niederlande waren vor dem Turnier an Position sechs gesetzt und stehen nach zehn Runden bei 15 Mannschaftspunkten. Auch für sie geht es am letzten Tag noch um eine möglichst hohe Platzierung.
Angeführt wird das Team von Anish Giri. Der 32-Jährige gehört seit vielen Jahren zur Weltspitze und kommt in Samarkand mit 2757 Elo ans erste Brett. Dahinter wartet mit Jorden van Foreest ein weiterer 2700er – und einer der formstärksten Spieler des niederländischen Teams.
Van Foreest gewann am Samstag beim 2,5:1,5 gegen Rumänien seine Partie gegen Constantin Lupulescu. Zum Kader gehören außerdem die erfahrenen Großmeister Loek van Wely und Erwin L’Ami sowie Casper Schoppen.
Das niederländische Aufgebot:
Anish Giri (2757)
Jorden van Foreest (2706)
Loek van Wely (2643)
Erwin L’Ami (2595)
Casper Schoppen (2582)
Welche vier Spieler am Sonntag tatsächlich zum Einsatz kommen, steht noch nicht fest.
Für Deutschland geht es nach einer bislang starken Olympiade nun darum, den letzten Schritt zu machen. Acht der zehn Mannschaftskämpfe wurden gewonnen. Gegen die USA, die Türkei, Gastgeber Usbekistan und zuletzt Frankreich setzte sich das Team durch. Lediglich gegen China und Indien musste sich Deutschland geschlagen geben.
Gerade die Reaktion auf die Niederlage gegen Indien zeigte am Samstag noch einmal die Qualität der Mannschaft: Gegen Frankreich gewann Deutschland mit 3:1, Frederik und Rasmus Svane holten erneut die beiden vollen Punkte.
Für die deutschen Frauen verlief die zweite Turnierhälfte deutlich schwieriger. Nach zehn Runden steht das Team von Nationaltrainer Zahar Efimenko bei zwölf Mannschaftspunkten und wird derzeit auf Rang 44 geführt.
Zum Abschluss wartet Montenegro. Die Mannschaft ist als Nummer 48 der Setzliste in die Olympiade gestartet, hat sich mit sechs Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen aber bis auf Rang 32 nach vorne gearbeitet und steht bei 13 Mannschaftspunkten. Damit liegt Montenegro vor dem direkten Duell einen Punkt vor Deutschland.
Besonders stark präsentiert sich Aleksandra Milovic. Die Internationale Meisterin hat 7,5 Punkte aus zehn Partien geholt. Auch Spitzenspielerin Alexandra Zherebtsova mit sechs Punkten aus acht Partien und Alena Skvortsova mit 6,5 aus zehn haben einen großen Anteil am guten Turnier der Montenegrinerinnen.
Das montenegrinische Aufgebot:
Alexandra Zherebtsova (2272)
Alena Skvortsova (2143)
Aleksandra Milovic (2068)
Nikolina Koljevic (1954)
Mateja Popovic (1949)
Deutschland ist auf dem Papier an allen Positionen stärker besetzt, musste zuletzt aber Rückschläge hinnehmen. Nach der Niederlage gegen Lettland soll die Olympiade gegen Montenegro möglichst mit einem Erfolgserlebnis beendet werden.
Für die Frauen geht es darum, ein wechselhaftes Turnier mit einem Sieg abzuschließen. Für die Männer geht es um deutlich mehr.
Nach zehn Runden steht Deutschland auf Platz drei einer Schacholympiade. Noch einmal vier Bretter, noch einmal ein Mannschaftskampf – dann steht fest, ob sich das Team für eine starke Olympiade auch mit einer Medaille belohnen kann.
Die elfte und letzte Runde beginnt am Sonntag bereits um 11 Uhr Ortszeit in Samarkand – 8 Uhr deutscher Zeit.
// Archiv: DSB-Nachrichten - Nationalmannschaft // ID 37179