16. September 2026
Samarkand, 16. September 2026. Mit der ersten Runde beginnt für die deutschen Nationalteams der sportliche Teil der 46. Schacholympiade. Rund 2.000 Teilnehmende aus über 200 Nationen tragen bis zum 27. September im Silk Road International Exhibition Center die größte Schacholympiade der Geschichte aus, gespielt wird im Schweizer System über elf Runden. Im offenen Turnier trifft der DSB als Nummer fünf der Setzliste auf die Färöer, im Frauenturnier eröffnet Malta die Olympiade für das deutsche Team.
Mit einem Elo-Schnitt von 2677 reist die deutsche Mannschaft als Nummer fünf der Setzliste an, hinter den USA, Titelverteidiger Indien, Gastgeber Usbekistan und China. Angeführt wird das Team von Vincent Keymer, der als Nummer sechs der Weltrangliste am ersten Brett gesetzt ist, gefolgt von Europameister Matthias Blübaum. Komplettiert wird das Aufgebot durch Frederik Svane, Alexander Donchenko und Rasmus Svane. Kapitän ist erneut Bundestrainer Jan Gustafsson.„Wir sind gut angekommen, gut akklimatisiert. Wir sind drei Tage hier, das Hotel ist gut und die Jungs kennen das hier. Die Konditionen und der Spieltag sind auch gut. Es sind beste Schachbedingungen", berichtet Gustafsson vor dem Auftakt.Zum Auftakt wartet mit den Färöern, Nummer 107 der Setzliste, ein Kontrahent, der auf dem Papier klar unterlegen ist. Das Team um FM Luitjen Akselsson Apol (2305) und IM John Rodgaard (2250) sowie Jon I Horni Nielsen (2078), Elias Petersen (2075) und Rokur Davidsen (1988) tritt mit deutlich niedrigerem Elo-Schnitt an. „Wir sind natürlich hoher Favorit gegen die Färöer. Es ist Nr. 5 gegen die Nr. 107, das sollten wir schon gewinnen. Welche Zahl es am Ende ist, ist nicht entscheidend, aber es ist schön für alle, mit einem Sieg zu starten. Ein 4:0 wäre schön", sagt Gustafsson.Auf Keymer muss das Team am ersten Spieltag verzichten, der Spitzenspieler pausiert. „Meine Gedanken waren, dass Vincent wahrscheinlich viel spielen wird im Rest des Turnieres und wir hoffen, dass wir heute auch ohne ihn gute Chancen haben", erklärt Gustafsson die Entscheidung.
Im Frauenturnier eröffnet der DSB gegen Malta. Angeführt wird das deutsche Team von Dinara Wagner und Rückkehrerin Elisabeth Pähtz, komplettiert durch Hanna Marie Klek, Jana Schneider und Lara Schulze an Brett fünf. Bundestrainer ist Zahar Efimenko, der mit seinem Team unter die besten zehn Mannschaften des Turniers will.„Ich gehe davon aus, dass wir gewinnen, wir sollten eigentlich 4:0 gewinnen, aber es kann immer mal etwas passieren", sagt Pähtz zur Partie gegen Malta. Vor Überheblichkeit warnt sie dennoch: „Manchmal spielen die Leute deutlich stärker als ihre Zahlen, weil sie in ihren Ländern keine Praxisturniere haben." Maltas Aufgebot wird angeführt von WFM Oana Caruana Pulpan (1967), es folgen ACM Elena Ghitza (1802), WCM Milena Stagno (1771), Yunlong Wang (1745) und Ella Miceli-Farrugia (1583).Pähtz selbst bestreitet die Auftaktpartie nicht. Wie schon bei der Team-EM in Budapest plant sie ihre Pausen früh im Turnier ein: „Wir haben das in Budapest ähnlich gemacht. Wenn es die Auslosung zulässt, werden in den ersten Durchgängen die stärksten pausieren. Ich vermute, dass Dinara und ich hier zehn Partien spielen werden, daher brauchen wir recht früh die Pausen."Für Pähtz ist Samarkand zugleich ein besonderer Neustart. Das letzte Turnier liegt fast ein Jahr zurück, im Oktober 2025. „Ich bin noch gar nicht in der Realität angekommen, dass ich jetzt nach fast einem Jahr wieder ein Turnier spiele. Das ist surreal. Aber es wird sich ab morgen dann wieder ändern, und ich denke, dass ich auch schnell wieder in diese Umgebung reinfinde", sagt sie.Für beide deutschen Teams ist die erste Runde der Auftakt zu elf intensiven Turniertagen, in denen sich in Samarkand entscheidet, wie weit es in Richtung Medaillen geht.
// Archiv: DSB-Nachrichten - Nationalmannschaft // ID 37147