26. September 2026
Samarkand, 26. September 2026. Nur noch zwei Runden sind bei der Schacholympiade zu spielen und für die deutschen Mannschaften geht es in Runde zehn darum, nach dem Dämpfer vom Vortag wieder Boden gutzumachen. Die Männer treffen auf Frankreich, die Frauen auf Lettland – in beiden Fällen auf einen Gegner, der in der Tabelle auf Augenhöhe steht.
Nach der Niederlage gegen Indien steht Deutschland nach neun Runden bei 14 Mannschaftspunkten und liegt damit auf Rang sechs einer dichten Verfolgergruppe. Ganz oben steht Gastgeber Usbekistan mit 16 Punkten vor Indien und Usbekistan 2 (je 15), gefolgt von Armenien und China (je 14/15). Praktisch gleichauf mit Deutschland liegt ausgerechnet der heutige Gegner: Frankreich kommt ebenfalls auf 14 Mannschaftspunkte und belegt Rang sieben – einzig die Feinwertung TB2 spricht mit 254 zu 248,5 knapp für Deutschland.
| Br. | Deutschland | Elo | Frankreich | Elo |
|---|---|---|---|---|
| 1 | GM Vincent Keymer | 2764 | GM Maxime Vachier-Lagrave | 2718 |
| 2 | GM Matthias Blübaum | 2662 | GM Etienne Bacrot | 2620 |
| 3 | GM Frederik Svane | 2655 | GM Maxime Lagarde | 2593 |
| 4 | GM Rasmus Svane | 2610 | GM Marc'Andria Maurizzi | 2612 |
Mit Maxime Vachier-Lagrave wartet am Spitzenbrett ein Spieler mit jahrzehntelanger Weltklasse-Erfahrung auf Vincent Keymer. Auffällig in der deutschen Aufstellung: Rasmus Svane, nach seinem Sieg gegen Usbekistan in Runde acht zuletzt pausiert, kehrt an Brett vier zurück – Alexander Donchenko setzt dafür nach seiner Niederlage gegen Weltmeister Gukesh aus.
Da beide Teams bei identischen 14 Mannschaftspunkten stehen, dürfte dieses direkte Duell auch für die Platzierung im Schlussklassement der Olympiade richtungsweisend sein.
Auch bei den Frauen ist die Ausgangslage vor Runde zehn eng: Nach der Niederlage gegen Indonesien steht Deutschland bei zwölf Mannschaftspunkten. Der heutige Gegner Lettland kommt auf dieselbe Punktzahl, liegt in der Tabelle mit deutlichem Abstand in der Feinwertung (TB2: 222,5 zu 169) aber klar hinter dem deutschen Team.
| Br. | Lettland | Elo | Deutschland | Elo |
|---|---|---|---|---|
| 1 | WGM Laura Rogule | 2256 | IM Dinara Wagner | 2399 |
| 2 | FM Marija Kuznecova | 2257 | WGM Hanna Marie Klek | 2293 |
| 3 | WIM Agnesa Stepania Ter-Avetisjana | 2193 | WGM Jana Schneider | 2325 |
| 4 | WGM Ilze Berzina | 2177 | FM Lara Schulze | 2307 |
An jedem Brett verfügt Deutschland über einen spürbaren Elo-Vorsprung. In der Aufstellung gibt es eine Änderung: Hanna Marie Klek kehrt nach ihrer Pause in Runde neun zurück, Elisabeth Pähtz setzt aus.
Mit nur noch zwei ausstehenden Runden rückt neben den Mannschaftspunkten zunehmend auch die Feinwertung in den Fokus. Bei Punktgleichheit entscheidet zuerst TB1 – die Anzahl der Matchpunkte selbst (2 für einen Sieg, 1 für ein Remis). Sind auch dort zwei Teams gleichauf, zählt TB2, der sogenannte Olympiad-Sonneborn-Berger-Tiebreak, bei dem das schwächste Ergebnis der eigenen Bilanz nicht mitgezählt wird und stattdessen vor allem die Stärke der bisherigen Gegner in die Wertung einfließt. Erst danach folgen TB3 (die reinen Brettpunkte aller Partien) und TB4 (eine angepasste Summe der Matchpunkte, ebenfalls ohne das schwächste Ergebnis).
Beide deutschen Teams treffen in Runde zehn auf Gegner, die in genau dieser Rechnung aktuell fast auf Augenhöhe liegen.
// Archiv: DSB-Nachrichten - Nationalmannschaft // ID 37175