8. September 2026
Matthias Blübaums Weg zur Olympiade 2026 beginnt schon beim Grand Swiss in Samarkand: Matthias hielt aus verlorener Stellung ein Remis gegen Vincent Keymer und sicherte sich die Qualifikation für das Kandidatenturnier. Für ihn ist es noch vor den beiden Titeln als Europameister der sportlich bedeutendste Erfolg seiner Karriere, wie er selbst sagt. Beim Kandidatenturnier selbst hat er sich anschließend über Wochen mit der absoluten Weltspitze gemessen, sekundiert von gleich drei Nationalmannschaftskollegen. Jetzt kehrt er an genau den Ort zurück, an dem alles begann: Mit im Gepäck hat er die Erfahrung eines ganzen Jahres gegen die besten Spieler der Welt – und die ehrliche Erkenntnis, dass er sich nach zwei schwächeren Turnieren im August erst noch in Form spielen muss.
Was bedeutet es dir persönlich, bei dieser Olympiade in Samarkand für Deutschland zu spielen?
Es gibt jedes Jahr ein Event mit der deutschen Nationalmannschaft und das nimmt natürlich immer einen wichtigen Platz im Kalender ein. Vor allem die Olympiade ist natürlich immer ein Highlight und ich freue mich, dieses Jahr wieder dabei sein zu können und ich werde mein Bestes geben.
Wie sieht deine konkrete Vorbereitung auf das Turnier aus – schachlich, mental, körperlich?
Die schachliche Vorbereitung sieht nicht wirklich viel anders aus, als für andere Turniere, aber wir hatten jetzt gerade auch noch einen Kaderlehrgang in Bad Blankenburg, der hoffentlich auch nochmal hilft, dass wir alle in guter Form sein werden.
Was ist dein persönliches Ziel für Samarkand, sportlich wie mental?
Die Olympiade ist ein Mannschaftswettbewerb, daher sind natürlich Teamziele viel wichtiger als persönliche Ziele. Ich hoffe einfach, dass ich möglichst gut spielen werde und wir als Team hoffentlich um Medaillen mitkämpfen können.
Wer ist für dich ein Geheimfavorit bei dieser Olympiade – ein Team oder eine Person, die man im Auge behalten sollte?
Ich habe keinen Geheimfavoriten. Ich denke, wenn man Schach verfolgt, dann sind eigentlich alle Favoriten bekannt und niemand ist geheim.
Wie würdest du deine aktuelle Form und dein bisheriges Jahr 2026 beschreiben?
Dieses Jahr war aufgrund des Kandidatenturnieres definitiv eines der besondersten Jahre für mich. Das Jahr startete sehr gut in Wijk aan Zee, allerdings ist meine aktuelle Form nach zwei Turnieren im August in Dortmund und Ungarn nicht wirklich gut. Ich gebe aber mein Bestes, dass ich bis zur Olympiade hoffentlich wieder in guter Form bin.
Was war bisher der prägendste Moment deiner Karriere?
Wahrscheinlich die Qualifikation für das Kandidatenturnier und dabei wohl insbesondere meine Partie gegen Vincent beim Grand Swiss.
Wie erlebst du die Dynamik in eurem Team – was macht diese Mannschaft für dich besonders?
Wir verstehen uns alle sehr gut im Team und von daher macht es immer Spaß, die Nationalmannschafts-Events zu spielen und ich denke ein guter Teamspirit kann auch nur helfen.
Was fasziniert dich nach all den Jahren immer noch am Schach?
Wie viele Fehler man selbst nach so vielen Jahren Arbeit an Schach immer noch macht. :)
Wie gehst du mit Druck und Erwartungen um, gerade bei einem Großereignis wie einer Olympiade?
Ich denke mit Druck komme ich allgemein ganz in Ordnung zurecht und ich hatte dieses Jahr ja auch schon ein Event, bei dem es recht viel Druck gab.
Was war der schwierigste Moment in deinem bisherigen Jahr, und wie hast du ihn überwunden?
Der schwierigste Moment ist ehrlich gesagt in diesem Jahr wohl genau jetzt, denn es ist nie leicht, sich nach schlechten Events wieder aufzuraffen und gut zu spielen, aber ich hoffe es wird mir gelingen.
Was macht Samarkand als Austragungsort für dich besonders – Erwartungen an Land, Reise, Atmosphäre?
Besonders ist natürlich, dass ich am exakt gleichen Ort sein werde, wo ich auch letztes Jahr das Grand Swiss gespielt habe und ich hoffe, dass mir das nochmal einiges an Motivation und guten Erinnerungen gibt.
Was möchtest du den Menschen mit auf den Weg geben, die euch in Samarkand die Daumen drücken?
Vielen Dank an alle, die die Daumen drücken. Wir werden unser Bestes geben!
Du kommst direkt vom Kandidatenturnier gegen die absolute Weltspitze – wie hat dich dieses Turnier verändert, auch mit Blick auf Samarkand?
Nach diesem Jahr habe ich auf jeden Fall keine Angst, gegen die Weltspitze zu spielen, da habe ich genug Erfahrung inzwischen. Viele Partien gegen die Weltspitze zu spielen hilft denke ich immer, die eigene Spielstärke noch etwas zu verbessern, auch wenn sich das nicht immer gleich bemerkbar macht.
Du bist zweifacher Europameister – verändert so ein Titel den Druck oder die Erwartungen, die du an dich selbst stellst?
Ich glaube die Qualifikation für das Kandidatenturnier hat meine Erwartungen an mich selber deutlich mehr erhöht als die zwei Europameister-Titel, da die Qualifikation sportlich noch mal höher einzuschätzen ist. Ich habe generell sehr hohe Erwartungen an mein Spiel, aber trotzdem ist mir natürlich bewusst, dass Fehler leider hin und wieder nun einmal passieren.
// Archiv: DSB-Nachrichten - Nationalmannschaft // ID 37132