23. September 2026
Nach einem Tag Pause geht es für die deutschen Mannschaften bei der Schacholympiade in Samarkand weiter. In der siebten Runde trifft das Open-Team auf die Türkei, die Frauen bekommen es mit Titelverteidiger Indien zu tun. Beide deutschen Mannschaften gehen mit zehn von zwölf möglichen Mannschaftspunkten in die zweite Turnierhälfte. Gespielt wird ab 15 Uhr Ortszeit, 12 Uhr deutscher Zeit.
Für die Männer kam der Ruhetag nach der ersten Niederlage des Turniers. Nach fünf Siegen zum Auftakt, darunter dem 2,5:1,5 gegen die topgesetzten USA, verlor Deutschland gegen China mit 1:3. Vincent Keymer und Alexander Donchenko mussten sich geschlagen geben, Matthias Blübaum und Frederik Svane spielten remis.
Bundestrainer Jan Gustafsson will weder den Erfolg gegen die USA noch die Niederlage gegen China überbewerten. „Man muss mit den Extremen aufpassen. Nach dem Sieg gegen die USA waren wir kein Olympiasieger und nach der Niederlage gegen China müssen wir nicht nach Hause fliegen. Natürlich ist es schade, gerade vor dem Ruhetag, aber vielleicht war es auch gut, dass wir den Kopf freibekommen konnten.“
Mit der Türkei wartet nun eine Mannschaft, die ebenfalls fünf ihrer ersten sechs Mannschaftskämpfe gewonnen hat. Das Team war vor der Olympiade an Position 14 gesetzt und wird am Spitzenbrett von Yağız Kaan Erdoğmuş angeführt. Der 15-Jährige bringt 2716 Elo mit und spielt bislang ein herausragendes Turnier: 4,5 Punkte aus fünf Partien bedeuten aktuell eine Turnierperformance von 2924. Unter anderem hielt Erdoğmuş gegen den usbekischen Weltklassespieler Nodirbek Abdusattorov remis.
Dahinter folgt Ediz Gürel mit 2636 Elo und bislang 3,5 Punkten aus fünf Partien. Auch Işık Can kommt auf 3,5 aus fünf. Die türkische Mannschaft ist damit nicht nur am ersten Brett stark besetzt.
Gustafsson möchte den Blick ohnehin weniger auf Herkunft oder Alter als auf die tatsächliche Spielstärke richten. „Ich vergleiche für Schach nicht Nationen oder Alter miteinander. Ich vergleiche 2700 Elo und 2700 Elo und 2630 Elo mit 2630 Elo. Das ist vergleichbar für mich.“
Auch vom besonderen Augenmerk auf die jungen türkischen Spieler will sich der Bundestrainer nicht anstecken lassen: „Die Türkei hat sehr starke Schachspieler, aber ich würde da nicht zu sehr hypen, nur weil man 15 oder 16 Jahre alt ist. Wir wollen natürlich dennoch das Spiel gewinnen.“
| 4.1 | GM |
Frauen fordern Titelverteidiger IndienFür die deutschen Frauen wartet mit Indien eine der schwersten Aufgaben des Turniers. Die Mannschaft ist als Nummer eins der Setzliste nach Samarkand gekommen und verteidigt den Olympiasieg von Budapest 2024, als Indien sowohl im Open als auch bei den Frauen Gold gewann. Deutschland geht ebenso wie die Männer mit zehn Mannschaftspunkten in Runde sieben. Nach vier Siegen zum Auftakt folgte die knappe 1,5:2,5-Niederlage gegen Kasachstan, ehe das Team unmittelbar vor dem Ruhetag mit einem 2,5:1,5 gegen Rumänien zurückschlug. Gegen Indien verändert Bundestrainer Zahar Efimenko seine Mannschaft erneut: „Jana wird heute aussetzen. Dinara und Elisabeth spielen vorne an den ersten beiden Brettern, dann Hanna Marie und Lara.“ Indien steht auf Platz 1 der SetzlisteIndiens Mannschaft verfügt gerade an der Spitze über große Qualität. Zum Kader gehören Humpy Koneru mit 2509 Elo, Divya Deshmukh mit 2490 und Vaishali Rameshbabu mit 2469. Dahinter stehen Vantika Agrawal und Savitha Shri. Besonders die beiden nominell hinteren Spielerinnen haben bislang überzeugt: Vantika steht bei 4,5 Punkten aus fünf Partien, Savitha hat sogar alle ihre fünf Partien gewonnen und kommt auf eine Turnierperformance von 2886. „Die Gegner haben an den ersten drei Brettern ein sehr gleiches, starkes Niveau. Das vierte Brett ist etwas schwächer, aber es ist ein sehr starker Gegner“, sagt Efimenko. Trotz der Qualität des Titelverteidigers soll die deutsche Mannschaft ihre eigenen Chancen suchen. „Unser Ziel ist es, in diesem Match mit guten Inspirationen zu spielen, kreativ zu sein und für jede Partie eine Chance zu finden, zu gewinnen.“ Efimenko erwartet entsprechend einen umkämpften Nachmittag: „Ich erwarte einen spannenden Kampf heute. Ich hoffe, dass unsere Mannschaft die beste Leistung abrufen kann, dann ist heute etwas drin.“ Rundenbeginn ist um 15 Uhr Ortszeit in Samarkand, 12 Uhr deutscher Zeit. Die Paarungen
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