25. September 2026
Die deutschen Frauen bekommen es mit Indonesien zu tun, das sich als Nummer 35 der Setzliste bis auf Rang 14 nach vorne gespielt hat. Drei Runden vor Schluss geht die Olympiade damit in ihre entscheidende Phase. Die Ausgangslage im Open ist weiterhin hervorragend: Deutschland hat sieben seiner acht Mannschaftskämpfe gewonnen und steht bei 14 von 16 möglichen Mannschaftspunkten. Damit liegt das Team von Bundestrainer Jan Gustafsson nach acht Runden auf Platz zwei, punktgleich mit Gastgeber Usbekistan. Indien gehört mit 13 Mannschaftspunkten zu einer großen Verfolgergruppe und wird derzeit auf Rang sieben geführt.
Dass nun der nächste hochkarätige Gegner wartet, ist für Gustafsson eher Bestätigung als Belastung. „Indien ist eine der Top-Mannschaften. Jetzt haben wir die Top vier, die vor uns gesetzt waren, alle gekriegt“, sagt der Bundestrainer. „Natürlich nicht die leichtesten Gegner. Andererseits ist es auch gut, die früh abgearbeitet zu haben.“ Tatsächlich hat Deutschland damit im bisherigen Turnierverlauf gegen alle vier Mannschaften gespielt, die in der Setzliste vor dem DSB-Team standen: USA, China, Usbekistan und nun Indien.
Ein Blick auf die indische Aufstellung zeigt, wie hoch die Qualität des Gegners ist. Deutschland trifft auf Praggnanandhaa R, Arjun Erigaisi, Nihal Sarin und Weltmeister Gukesh D – vier Großmeister mit mehr als 2700 Elo.
Gustafsson bringt es knapp auf den Punkt: „Indien – was soll ich sagen? Den Schachweltmeister an Brett vier zu haben, ist keine schlechte Mannschaft.“ Am Spitzenbrett trifft Vincent Keymer mit Schwarz auf Praggnanandhaa. Matthias Blübaum hat gegen Arjun Erigaisi Weiß. Frederik Svane spielt mit Schwarz gegen Nihal Sarin, Alexander Donchenko kehrt ins Team zurück und bekommt es mit Weiß mit Weltmeister Gukesh zu tun. Rasmus Svane pausiert nach seinen beiden Siegen gegen die Türkei und Usbekistan.
Die Paarungen:
Besonders Frederik Svane geht mit einer bemerkenswerten Bilanz in die neunte Runde. Nach seinem Sieg gegen Nodirbek Yakubboev steht er bei 6,5 Punkten aus acht Partien und einer bisherigen Turnierperformance von 2811. Deutschland gewann am Donnerstag dank der Siege von Frederik und Rasmus Svane mit 2,5:1,5 gegen Usbekistan.
Matthias Blübaum musste dagegen gegen Javokhir Sindarov seine erste Niederlage des Turniers hinnehmen. Für Gustafsson gehört auch das zum Mannschaftswettbewerb. „Jeder ist sauer, wenn man eine Partie verliert, das ist, glaube ich, völlig normal. Wichtig ist dann halt, am nächsten Tag wieder einsatzfähig zu sein.“
Gerade jetzt bleibt dafür wenig Zeit: Nach dem emotionalen Duell mit dem Gastgeber folgt weniger als 24 Stunden später bereits das nächste Match gegen eine der stärksten Mannschaften der Welt.
Auch bei den Frauen verspricht die neunte Runde einen interessanten Mannschaftskampf. Deutschland und Indonesien haben nach acht Runden jeweils zwölf Mannschaftspunkte gesammelt und liegen in der aktuellen Rangliste direkt hintereinander: Deutschland auf Rang 13, Indonesien auf Rang 14.
Besonders bemerkenswert ist dabei der Weg der Indonesierinnen. Vor der Olympiade war die Mannschaft lediglich an Position 35 gesetzt, hat aber sechs ihrer bisherigen acht Matches gewonnen. Damit hat sich Indonesien weit nach vorne gespielt.
Deutschland geht mit Dinara Wagner, Elisabeth Pähtz, Jana Schneider und Lara Schulze in die Begegnung. Hanna Marie Klek pausiert.
Die Paarungen:
Auf dem Papier hat Deutschland damit an jedem Brett einen Elo-Vorteil. Die bisherigen Ergebnisse zeigen allerdings, dass Indonesien keinesfalls zu unterschätzen ist. Mehrere Spielerinnen performen deutlich über ihrem Rating, und mit sechs Mannschaftssiegen hat sich das Team seine Position in der Spitzengruppe verdient.
Die deutschen Frauen gehen ihrerseits mit einem Erfolgserlebnis in die Runde. Gegen Österreich gewann das Team am Donnerstag mit 2,5:1,5. Lara Schulze sorgte mit dem einzigen deutschen Partiegewinn für die Entscheidung. Deutschland steht damit bei sechs Siegen und zwei Niederlagen.
// Archiv: DSB-Nachrichten - Nationalmannschaft // ID 37171