Eine Woche lang, sechs Stunden täglich Training in Kienbaum: Zahar Efimenko und Alexander Motylev sorgen für viel Input - aber auch für einen gesunden Sport-Mix.
15.05.2026
Vom 15. bis 28 September findet in Samarkand, Usbekistan, die 46. Schach-Olympiade statt. Für die DSB-Teams begann die Vorbereitung jetzt in Brandenburg. „Das Hauptziel des Trainingslagers war es, mit der Planung der Vorbereitung auf die bevorstehende Olympiade zu beginnen“, sagte Frauen-Bundestrainer Zahar Efimenko nach sieben intensiven Tagen im Olympischen und Paralympischen Trainingszentrum Kienbaum. Efimenko hatte Lara Schulze, Jana Schneider, Kateryna Dolzhykova, Dinara Wagner, Charis Peglau und Hanna Marie Klek trainiert. Vom Männerteam nahmen Rasmus Svane, Leonardo Costa, Dmitrij Kollars, Dennis Wagner und Christian Glöckler teil. Hier coachte Alexander Motylev und betonte danach: „Das Trainingslager verlief insgesamt sehr gut, und die Trainingsbedingungen in Kienbaum waren ausgezeichnet.“
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Platz sechs und sieben für deutsche Teams in Österreich: "Auf diesem Niveau werden kleinste Fehler sofort bestraft."
11.05.2026
Als alles vorbei war, wurde der Bundesnachwuchstrainer und Delegationsleiter auch noch zum Philosophen: „Sie haben die Erwartungen erfüllt, ohne die Erwartungen zu erfüllen“, sagte Bernd Vökler. Wie bitte? „Ja, ich weiß, das klingt seltsam.“ Gemeint war: Die beiden DSB-Teams landeten beim Mitropa-Cup in dem Bereich, den ihnen die Startliste mit Elozahlen zugewiesen hat – aber insgeheim hatte sich nicht nur Vökler mehr ausgerechnet als Rang sieben im offenen Turnier und Rang sechs im Frauen-Klassement. „Wir hatten dank der Auslosung einen besseren Start als das Ende“, so Vökler nach der Abreise aus dem österreichischen St. Veit, „leider kannst Du halt auf diesem Niveau den ein oder anderen Aussetzer als Vierer-Team nicht kompensieren.“ Frauen-Spielertrainerin Josefine Safarli brachte es so auf den Punkt: „Alle vier Mädchen, die wir dabeihatten, sind hochtalentiert. Aber sie haben noch nie auf diesem Niveau Partien vorbereitet, auch die Selbstkontrolle ist schwierig – so gesehen war der Lerneffekt beim Mitropa-Cup für unsere junge Mannschaft enorm und wird bei der Entwicklung sehr helfen.“ Und genau darum ging es: Entwicklung auf höchstem Wettkampfniveau.
Weiterlesen … Mitropa-Cup: Erwartungen erfüllt. Oder doch nicht?
Zwischenbilanz aus Österreich: Spielertrainerin Josefine Safarli ist bisher "mehr als zufrieden", von den Männern erwartet Bernd Vökler eine Steigerung.
05.05.2026
Vorneweg: Das Wetter in Kärnten ist gut, 25 Grad, Sonne – und die Atmosphäre passt dazu. Ganz im Sinne des Mitropa-Cups, der vor 50 Jahren (damals in Innsbruck) als „völkerverständigende Maßnahme in Mitteleuropa“, wie es DSB-Delegationsleiter Bernd Vökler nennt, aus der Taufe gehoben wurde. „Eine Idee, die durchaus hier auch gelebt wird“, sagt der Bundesnachwuchstrainer zum aktuellen Turnier im österreichischen St. Veit. Die fast durchweg sehr jung besetzten Teams im Kunsthotel Fuchspalast sind in intensivem Austausch, es werden Schach-Freundschaften gepflegt. So soll es sein. Sportlich ist die Lage aus deutscher Sicht als durchwachsen zu bewerten. Das Männerteam unterlag in der dritten Runde Frankreich mit 1:3, man sei „im Grunde chancenlos“ gewesen, so Vökler: „Wir haben zu viele individuelle Fehler gemacht gegen eine Mannschaft, die allerdings auch deutlich stärker besetzt war. Da muss man nur auf die Elo-Zahlen schauen.“ Drei Runden mit nur einem Sieg und einem Unentschieden – die Konkurrenz ist schon weit enteilt. Vökler erwartet eine Leistungssteigerung: "Da geht mehr." Spielertrainerin Josefine Safarli vermeldet aber aus dem Frauenteam hingegen, sie sei „mehr als zufrieden. Die Spielerinnen machen das wirklich sehr gut“. Fünf Punkte, ebenso erfolgreiche wie die Ukraine, die für Ungarn (sagte aus Termingründen ab) nachgerückt ist. In seiner Analyse nach drei Spieltagen konzentriert sich denn auch Bernd Vökler erstmal auf die Frauen, bei denen Safarli bisher auf einen eigenen Einsatz verzichtet hat - womit der Alterschnitt deutlich unter 18 Jahren liegt. (mw/bv)
Weiterlesen … Mitropa-Cup: Völkerverständigung und erfolgreiche DSB-Frauen
01.05.2026
Beim Mitropa-Cup, der am 2. Mai in Österreich beginnt, ist Deutschland mit zwei jungen Mannschaften am Start. Die Aussichten auf einen Doppelerfolg wie 2024 in Apolda, sind sehr gering. Vor zwei Jahren traten in heimischen Gefilden allerdings auch die A-Nationalmannschaften an.
Josefine Safarli führt die Frauenmannschaft als Spielertrainerin in das Turnier. Die 93-fache Nationalspielerin wird von vier jungen Spielerinnen begleitet, von denen bisher nur Dora Peglau Erfahrungen bei den Erwachsenen hat. Von den drei anderen ist Helena Neumann sogar Debütantin auf nationaler Ebene. Sie spielte auch noch nie für deutsche Nachwuchsmannschaften.Bei den Männern hat der Neu-Großmeister Marius Deuer die höchste Elo-Zahl der Deutschen. Ob er jedoch aus turniertaktischen Überlegungen heraus vielleicht nicht das erste Brett übernimmt, entscheidet sich vor Ort.
Weiterlesen … Mitropa-Cup 2026 – zu Besuch bei Nachbarn
14.10.2025
Lange, sehr lange, mussten wir warten auf dieses Ereignis. Erst viermal gewannen die deutschen Frauen eine Medaille bei großen internationalen Mannschaftswettbewerben vor dieser Europameisterschaft. 1957, 1963 und 1966 holte die DDR Bronze bei der Schacholympiade der Frauen, 1978 gewann die BRD ebenfalls Bronze. Danach blieben die deutschen Frauen 47 Jahre lang ohne einen Platz auf dem Treppchen. Nun ist der Knoten geplatzt und Dinara Wagner, Hanna Marie Klek, Josefine Safarli, Lara Schulze und Kateryna Dolzhykova traten heute in Batumi die Nachfolge der Medaillengewinnerinnen von damals an. Und es ist die erste Medaille bei der seit 1992 zum sechzehnten Mal ausgetragenen Mannschafts-Europameisterschaft!
Dazu unseren ganz herzlichen Glückwunsch und auch Grüße von einer der stärksten deutschen Schachspielerinnen aller Zeiten. Großmeisterin Barbara Hund, die 1978 beim letzten Medaillengewinn dabei war, verfolgte aufmerksam die Europameisterschaft in Batumi. Und sie freut sich mit unseren Frauen in Georgien: "Ich gratuliere dem deutschen Team zu dem tollen Erfolg, 47 Jahre nach Buenos Aires!"
Für Frauenbundestrainer Zahar Efimenko ist der dritte Platz in Batumi ein "großer Erfolg". Und er war glücklich darüber, das trotz einer Letztrunden-Niederlage gegen Titelverteidiger Bulgarien ein sensationelles Turnier mit diesem Ergebnis belohnt wurde. Seine Frauen haben "ein super Niveau, eine super Qualität und Stabilität" gezeigt. Efimenko schaut zuversichtlich in die Zukunft, auch mit Hinblick auf die nächste Schacholympiade im September 2026 in Usbekistan. "Ich bin sehr zufrieden und hoffe, das die Entwicklung weiter nach oben geht und die Frauen ihre Fähigkeiten weiter verbessern. Wir kommen zur Olympiade in Usbekistan noch stärker wieder und motivieren uns für neue Ziele und Erfolge."
Weiterlesen … Team-EM: Bronze für die sensationell guten deutschen Frauen, Platz vier für die Männer
Männer nahezu ohne Medaillenchance nach Unentschieden gegen Serbien
13.10.2025
Die deutschen Frauen haben uns mit schachlichen Erfolgen zuletzt nicht verwöhnt, von einer »Krise« war gar häufig die Rede. Nun ist ihnen in Batumi eine Runde vor Schluss eine Medaille bereits sicher! Möglich macht das die Paarungskonstellation in der letzten Runde, denn mit der Ukraine und Armenien treffen zwei Medaillenkandidaten direkt aufeinander, während Deutschland mit Bulgarien ein gutes Los erwischt hat. Egal wie das Match zwischen der Ukraine und Armenien ausgeht, ist den deutschen Frauen mindestens Bronze sicher.
Die Männer dagegen können ihre Medaillenhoffnungen begraben. Das 2:2 gegen den amtierenden und wahrscheinlich jetzt entthronten Europameister Serbien reichte nicht. Bundestrainer Jan Gustafsson: "Nach diesem Matchverlauf können wir uns nicht über das Unentschieden beschweren."
Die Männer können zwar morgen noch die Niederlande im direkten Duell überholen um vielleicht Bronze zu erreichen, doch auch England (gegen Spitzenreiter Ukraine) und Serbien (gegen den zweiten EM-Anwärter Aserbaidschan) müßten verlieren. Ein sehr unwahrscheinliches Szenario, zumal fünf mit Deutschland punktgleiche Mannschaften ebenso auf ein Wunder hoffen. (fb/rt)
Weiterlesen … Team-EM, Runde acht: Historischer Erfolg – deutsche Frauen gewinnen eine Medaille!