Fußball-Kalauer, unter Fans: Willst Du Verein XY oben sehen, musst Du die Tabelle drehen. Das galt bisher im Schach auch für das SZ Seeblick aus Dippoldiswalde. Weshalb sich die Fans des Frauenschachs gerade die Augen reiben. Denn nach den ersten zwei Runden der Frauen-Bundesliga gilt folgender Satz: Willst Du Seeblick oben sehen, musst Du gar nix mehr drehen – der Aufsteiger mit seinem nachhaltigen Konzept rangiert mit vier Mannschaftspunkten oben. Punktgleich mit den beiden Top-Favoriten, der OSG Baden-Baden und dem SC Bad Königshofen. „Das freut mich für die Peglau-Mannschaft“, sagt selbst Elisabeth Pähtz, die am Wochenende eineinhalb Zähler für Baden-Baden holte, „und ehrlich gesagt: Seeblick ist auch eine gute Bundesliga-Mannschaft.“ Die unterschätzten Außenseiter? Oder, wie es Teamchef Markus Peglau formuliert, mit Blick auf die durchschnittliche Elo-Zahlen aller Top-Ten-Spielerinnen in den Vereinen, die das Schachzentrum auf den vorletzten Bundesliga-Rang einstufen: „Zahlen sind Zahlen, okay. Aber davon lassen wir uns nicht beeindrucken. Vielleicht sind Zahlen ja nur Schall und Rauch.“ Der erste Beweis dafür könnte erbracht sein, wenngleich Markus Peglau am Montag betonte: "Wir hätten zwar niemals gedacht, dass wir vier Punkte machen - aber das ist jetzt kein Grund für überschäumende Freude. Wir können das einordnen, die Gegner sind teilweise auch nicht in Bestbesetzung angetreten."