9. Juni 2002 in Karlsruhe
Veranstalter: Deutscher Schachbund
Turnierleiter Frauenpokal: Wolfgang Schwarzer
Spielort: Walter-Eucken-Schule, Karlsruhe
Modus: Pokalwettbewerb für Vierermannschaften, bei 2:2 entscheidet die Berliner Wertung. 2002 wurde nur das Finale zwischen Titelverteidiger SC Baden-Oos und den Karlsruher Schachfreunden ausgetragen; das Heimrecht wurde ausgelost.
Teilnehmer: 2 Mannschaften
Pokalsieger: SC Baden-Oos (Titelverteidigung)
Europapokal: Beide Finalisten qualifizierten sich für den Europapokal der Frauen.
| Br. | Karlsruher Schachfreunde | 1 : 3 | SC Baden-Oos |
|---|---|---|---|
| 1 | WIM Anna Onischuk | ½:½ | WGM Tamara Klink |
| 2 | WIM Veronika Werner | ½:½ | WGM Jekaterina Borulja |
| 3 | WIM Isabel Werner | 0:1 | Iamze Tammert |
| 4 | Yuliya Sheynina | 0:1 | WIM Anke Koglin |
Thilo Gubler
Fast über die gesamte Spieldauer dauerte der Kampf um den Titel, bis wenige Minuten vor der zweiten und letzten Zeitkontrolle nach knapp 6 Stunden Jekaterina Borulja ihren König gerade noch rechtzeitig in Richtung Umwandlungsfeld des letzten verbliebenen gegnerischen Randbauern bugsieren konnte. Das Remis bedeutete die entscheidende 2½:½-Führung und gleichzeitig den Sieg in einem hochdramatischen Spiel.
Doch der Reihe nach. Fast wäre die Pokal-Mannschaftsmeisterschaft der Frauen ins Wasser gefallen und die Gravur für das Jahr 2002 für den leicht angeschrammten Pokal entfallen. Doch Titelverteidiger Baden-Oos und Bundesligist Karlsruhe einigten sich darauf, zumindest das Finale stattfinden zu lassen, um die Chance auf eine eventuelle Teilnahme am Europapokal der Frauen zu erhalten. Wegen der Europameisterschaft der Frauen fehlten auf Karlsruher Seite Maia Lomineishvili, Ingrid Lauterbach und Anne Muller. Oos musste auf Ketino Kachiani-Gersinska, Ekaterina Kovalevskaya und Nino Khurtsidze verzichten.
Die wie bei den Herren erforderliche Auslosung ergab ein „Heimspiel“ für die Karlsruher – die frischgebackene badische Schachsportlerin des Jahres Veronika Werner erwischte den weißen Bauern in der linken Hand des Ooser Teamchefs Thilo Gubler. So begann an vier Tischen das Finale um den Titel.
Nach der 1. Zeitkontrolle war abzusehen, dass Baden-Oos an Brett 3 und 4 Richtung Sieg marschierte, während Brett 1 und Brett 2 verdächtig bis sehr verdächtig unklar aussahen. Als erste Spielerin konnte Ia Tammert am 3. Brett Isabel Werner bezwingen, damit beendete Ia eine äußerst erfolgreiche Saison mit dem Traumergebnis von 8 Siegen aus 8 Begegnungen (davon drei aus der 2. Herren-Bundesliga!). Anke Koglin verbesserte ihre Stellung nach der 1. Zeitkontrolle Zug um Zug und konnte die Führung von Baden-Oos mit ihrem Sieg gegen Yuliya Sheynina auf 2:0 erhöhen.
Nach dem Remis von Jekaterina gegen Veronika endete letztendlich auch das Springerendspiel von Tamara Klink gegen Anna Onischuk remis, der Pott bleibt ein weiteres Jahr in Baden-Oos.
Das Finale fand in einer absolut familiären Atmosphäre statt. Sowohl Karlsruhe als auch Baden-Oos wollen im nächsten Jahr als Reisepartner gemeinsam durch die Frauen-Bundesliga marschieren.
Quelle: Thilo Gubler, „Den Pott verteidigt!“, gubler-web.de (Webarchiv)