Jannik Kiesel im Interview zum Gleichstellungsbericht 2026
20.04.2026
Der Frauenanteil im deutschen Schach steigt – aber nur langsam. Gleichzeitig zeigen aktuelle Daten ein klares strukturelles Problem: Viele Mädchen verlassen den Verein bereits im Alter von elf Jahren, und Frauen sind in zentralen Rollen weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Mit dem ersten Gleichstellungsbericht legt der Deutsche Schachbund nun eine fundierte Analyse vor und formuliert konkrete Ziele für die Zukunft. Im Interview spricht Vizepräsident Jannik Kiesel über kritische Entwicklungen, wirksame Maßnahmen und darüber, warum der Verband langfristig 16.000 weibliche Mitglieder erreichen will.
Weiterlesen … "Wir haben ein klares strategisches Ziel gesetzt: 16.000 weibliche Mitglieder."
Endrunde in Bad Königshofen: Lavinia Melina Giannandrea ist der heimliche Star. Schwäbisch Hall siegt zwei Mal - nur noch theoretische Zweifel am Titelgewinn. Kreuzberg muss wieder runter.
20.04.2026
Klaus Deventer, der Turnierleiter, bringt es auf den Punkt: „Es ist eine sehr schöne Veranstaltung, vor allem: familiär.“ Und damit sind wir schon beim Familien-Thema des Tages bei der Zentralen Endrunde der Frauen in Bad Königshofen: Sie ist wieder da. Die Grande Dame des Schachsports. Seit dem 22. März ist die Familie Pähtz um Lavinia Melina Giannandrea reicher – und ihre Mutter, Elisabeth Pähtz, ließ es sich nicht nehmen, die Bundesliga-Endrunde in Bad Königshofen mitzuspielen. Das hatte sie zwar auch angekündigt – aber geglaubt hatte das eigentlich keiner. Sowas geht doch eigentlich nicht, oder? Doch, das geht sehr wohl: wenn man Pähtz heißt. Daran sieht man, wie sehr sie das Spiel immer noch liebt. „Es hat sich nicht viel verändert“, sagt sie ganz cool der DSB-Öffentlichkeitsarbeit. In den ersten beiden Runden holte die erfolgreichste deutsche Schachspielerin gleich zwei Punkte für die OSG Baden-Baden. Den einen allerdings kampflos – gegen die Rodewischer Schachmiezen, die in Unterzahl spielten. Dazu später mehr. „Dank Mama ist es möglich, dass ich hier dabei bin - weil sie mich begleitet“, sagt Elisabeth Pähtz. Anna Pähtz, die schon häufiger bei Turnieren an der Seite von Elisabeth war, ließ die kleine Schach-Prinzessin sogar schon mal Turniersaal-Luft schnuppern. Sooooo herzerwärmend schön kann Schach sein…
Weiterlesen … Frauen-Bundesliga: Flugchaos, der erste Absteiger. Und Elisabeth Pähtz ist wieder da.
Bundesliga-Endrunde in Bad Königshofen: Einzigartige Atmosphäre, die es so wohl nur beim Frauenschach gibt. "Wir haben uns gegenseitig gratuliert - und getröstet."
19.04.2026
Am Ende lagen Freud und Leid sehr eng beisammen, in einem einzigen Spielsaal. Im schönen großen Kursaal der Therme in Bad Königshofen. Vielleicht sind es genau jene emotionalen Szenen, die danach zu beobachten waren, die das deutsche Frauenschach ausmachen. Eine Bundesliga-Endrunde, bei der sich viele Schach-Freundinnen getroffen haben, ging jedenfalls heute mit sehr viel Empathie zu Ende. „Wir Trainer und Betreuer verstehen uns halt richtig gut“, sagte Eberhard Schabel, der Teamchef von TuRa Harksheide. „Wir haben uns gegenseitig gratuliert - und getröstet. Wir haben Hemer und dem spannenden Projekt aus Chemnitz gewünscht, dass sie schnell wieder hochkommen.“ Ja, nach dem SC Kreuzberg, der bereits seit gestern als Absteiger feststand, erwischte es auch die Mannschaften des SV Hemer 1932 und des Chemnitzer SC Aufbau 95. Sie müssen die Bundesliga verlassen. Der SK Schwäbisch Hall holte sich unterdessen den großen Siegerpokal, vor der OSG Baden-Baden und dem SC Bad Königshofen – verdientermaßen, denn das Ensemble aus Baden-Württemberg zeigte in der gesamten Saison seine große Klasse - und keine Schwäche. Drei finale Runden, drei imposante Siege. Das sagt alles. In diesem Jahr feiert der Verein sein 90-jähriges Bestehen. Der Meistertitel ist nun „ein sehr passendes Highlight“, sagen Erhard Steffen und Mario Meinel, der erste und zweite Vorsitzende des Vereins: "Bestätigung unserer erfolgreichen Arbeit."
Weiterlesen … "Es war ein Herzschlag-Finale." Schwäbisch Hall verdienter Meister, auch Hemer und Chemnitz müssen absteigen.
20. - 25. April 2026
18.04.2026
Bereits über 150.000 Kinder kamen, um die „Faszination Schach“ von Großmeister Sebastian Siebrecht als Erlebnisschachprogramm zu rocken. Spiel, Spaß und Begeisterung pur! Die City-Arkaden Wuppertal sind zum ersten Male Ausrichter der beliebten Kinderschachinitiative. Oberbürgermeisterin Miriam Scherff hat die Schirmherrschaft übernommen. Die Oberbürgermeisterin wird zusammen mit Centermanagerin Katrin Becker, dem 1. Vorsitzenden der Elberfelder Schachgesellschaft 1851 e.V., Martin Keller, sowie den Drittklässlern der Marien-Grundschule den Eröffnungszug am Montag, den 20. April 2026 um 10.00 Uhr ausführen.
Weiterlesen … Faszination Schach - Schachtage in den City-Arkaden Wuppertal
Bundesliga-Endrunde in Bad Königshofen: Während Schwäbisch Hall bereits als neuer Deutscher Meister gilt, geht es im Tabellenkeller dramatisch zu. Keiner darf sich sicher fühlen.
17.04.2026
Selbst der Tabellenletzte ist noch nicht hoffnungslos. Oder, wie man so schön sagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Mut macht der einzige Saisonsieg – errungen gegen die Rodewischer Schachmiezen. „Das hat gezeigt: An guten Tagen ist alles möglich, auch aus der Außenseiterrolle heraus“, sagt Raj Tischbierek. Der Großmeister ist Trainer der Bundesliga-Frauen aus Berlin, bereitet das Ensemble des SC Kreuzberg auch auf die drei finalen Runden vor. Die Endrunde in Bad Königshofen ab dem heutigen Freitag (bis Sonntag) wird ein Abstiegskrimi par excellence. Sechs Mannschaften mit maximal sechs Mannschaftspunkten sind mittendrin – drei wird es erwischen. Daraus bezieht die Liga, bei denen der Vorsprung des SK Schwäbisch Hall (zwei Mannschaftspunkte vor Baden-Baden) uneinholbar erscheint. Im tiefen Keller aber gibt es viele direkte Duelle, in denen mancher, der sich jetzt sicher wähnt, noch unter den Strich fallen kann – und den Weg in die Zweitklassigkeit antreten muss. „Es gibt einige Mannschaften in dieser Liga, die spielerisch durchaus auf einem Level sind, die Unterschiede sind wirklich nur sehr gering“, sagt Tischbierek, „da haben einige vor allem aufgrund ihres großen Kampfgeistes und ihrer Einstellung wichtige Punkte geholt.“ Vor allem das junge Ensemble des Chemnitzer SC Aufbau habe ihm hier stark imponiert.
Weiterlesen … Drei aus sechs - und das Liga-Orakel: So spannend war der Abstiegskrimi in der Frauen-Bundesliga noch nie.
9. - 12. April 2026
16.04.2026
In der zweiten Aprilwoche war die "Faszination Schach"-Tour von GM Sebastian Siebrecht zu Gast in Bayreuth und zum ersten Mal in Oberfranken. Oberbürgermeister Thomas Ebersberger hatte die Schirmherrschaft übernommen und das Rotmain-Center war Ausrichter der beliebten Kinderschachinitiative. Zur Eröffnung am 9. April waren Centermanager Fabian Paschl und der erste Vorsitzenden des Schachclubs Bayreuth, Prof. Dr. Thomas Bezold, anwesend. Der Bayerische Schachbund, der Schachbezirk Oberfranken und der Schachclub Bayreuth präsentierten sich und und stellten Trainingsangebote vor Ort vor.
Weiterlesen … Faszination Schach - Rückblick auf die Schachtage im Rotmain-Center Bayreuth
Konstanz auf höchstem Niveau, mentale Reife gegen die Weltelite – und ein Ergebnis, das mehr sagt als die Tabelle
15.04.2026
Kein Sieg, aber ein starkes Zeichen: Matthias Blübaum beendet das Kandidatenturnier 2026 mit sechs aus 14 Punkten gegen die absolute Weltspitze und belegt damit Rang sechs. Nach intensiven 14 Runden geht der Turniersieg klar an Javokhir Sindarov, der ein herausragendes Turnier spielte und zehn aus 14 möglichen Punkten holte. Er landete vor Anish Giri und Fabiano Caruana.
Zwischen präziser Verteidigung, anspruchsvollen Duellen und großer Selbstkritik zeigt sich: Der deutsche Großmeister ist auf einem guten Weg zur erweiterten Weltklasse. Oder wie sein ehemaliger Trainer Matthias Krallmann es sagt: "Ich bin wirklich optimistisch. Er hat jetzt schon mehrere Turniere gespielt, das Grand Swiss und auch das Tata Steel, wo er gezeigt hat, er kann auf diesem Niveau von 2700 spielen - auch hier beim Kandidatenturnier hat er es bewiesen. Ich bin mir sicher, er wird weiter daran arbeiten und kämpfen, dass er über 2700 kommt."
Weiterlesen … „Er kann auf diesem Niveau von 2700 spielen“ – Matthias Blübaums Kandidatenturnier 2026
Der SC Bad Königshofen kann zwar seinen Titel nicht mehr verteidigen - aber rüstet sich als Gastgeber für die Zentrale Bundesliga-Endrunde.
15.04.2026
Natürlich hat er insgeheim auf mehr gehofft. Auf ein Endspiel in den elften und letzten Runde am Sonntag gegen die OSG Baden-Baden. Schließlich ist sein Team als Titelverteidiger in die Saison gestartet. „Aber wir sind auch Realisten genug, um zu wissen: Wenn wir Baden-Baden und Schwäbisch Hall stoppen wollen, muss vieles sehr glücklich verlaufen“, sagt Jürgen Müller, "die haben halt ganz andere Mittel als wir." In der vergangenen Saison ist der Coup mal wieder gelungen, mit deutlich geringeren Bordmitteln als die Favoriten - dafür umso mehr Herzblut, für das auch Müller steht. Der impulsive Vereinschef. Dazu später mehr. Nun gilt es für seinen Verein SC 1957 Bad Königshofen nur noch, mit erhobenem Haupt aus dieser Frauen-Bundesliga-Saison rauszugehen. Beim „Finale Derham“ wie er es im breiten Fränkisch nennt – in Anlehnung an das „Finale Dahoam“ des FC Bayern im Fußball.
Weiterlesen … "Finale Derham." Der letzte Tanz des Meisters bei der Bundesliga-Endrunde.
14.04.2026
Am 28. März fand in Berlin die 46. Norddeutsche Mannschaftsmeisterschaft im Blitzschach statt. Die gemeinsame Veranstaltung der sieben Landesverbände Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig Holstein, Brandenburg und Berlin wurde vom Bundesligisten Schachfreunde Berlin dominiert. GM Maxim Vavulin und die IM Ilja Schneider, Sebastian Poltorak und Magnus Ermitsch gaben nur drei Mannschaftspunkte ab und siegten in 26 Duellen. Neben den Schachfreunden qualifizierten sich der Hamburger SK, HSK Lister Turm, der FC St. Pauli, Doppelbauer Turm Kiel, Rotation Berlin (mit dem bekannten Schachkommentator IM Steve Berger), König Tegel, der Lübecker SV und der SK Zehlendorf für die nächste Deutsche Blitzschach-Mannschaftsmeisterschaft, die am 27. Juni 2026 in Ettlingen stattfindet. (fb)
Weiterlesen … Schachfreunde Berlin dominieren die Norddeutsche Blitzmannschaftsmeisterschaft
Jetzt anmelden zum Blitz- und Jugendturnier – und die Bundesliga-Stars live und kostenlos vor Ort erleben
14.04.2026
Die Spannung steigt: Vom 23. bis 26. April 2026 blickt die deutsche Schachszene nach Berlin, wenn die Bundesliga-Endrunde im Willy-Brandt-Haus ausgetragen wird. In zentraler Lage erwartet die Besucher eine außergewöhnliche Kombination aus Spitzenschach, attraktiver Atmosphäre und vielfältigem Rahmenprogramm – und das bei freiem Eintritt. Mitorganisator Rainer Polzin hebt im Gespräch mit der DSB-Öffentlichkeitsarbeit besonders die besondere Verbindung zur Spielstätte hervor: Bereits seit vielen Jahren besteht ein enger Kontakt zum Willy-Brandt-Haus, der auf frühere Veranstaltungen zurückgeht. Unvergessen bleibt dabei ein Auftritt von Magnus Carlsen im Jahr 2005, der sowohl sportlich als auch atmosphärisch bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Nun kehrt die Bundesliga mit ihrer Endrunde erstmals in dieser Form an diesen geschichtsträchtigen Ort zurück.
Weiterlesen … Bundesliga-Endrunde 2026 in Berlin: Schachelite zu Gast im Willy-Brandt-Haus
14.04.2026
GM Maxim Vavulin konnte seinen Titel bei den am 12. April zu Ende gegangenen Berliner Meisterschaften erfolgreich verteidigen. Der in Moskau geborene 27-jährige Schnellschach-Europameister von 2017 hatte nicht den besten Start und mußte sich bereits in Runde drei seinem Klubkameraden FM Johannes Florstedt (Schachfreunde Berlin) beugen. Mit vier Siegen in Folge führte Vavulin das Feld nach 7 der 9 Runden dann allerdings doch noch klar an. Zwei Punkteteilungen in den letzten Runden genügten ihm, um Platz eins zu behaupten.
Platz zwei ging an den früheren DC-Kaderspieler Jonas Eilenberg (König Tegel), der nur gegen Vavulin verloren hatte. Henrik Hesse (SV Mattnetz) konnte trotz einer Doppelnull in den Runden fünf und sechs noch Platz drei ergattern.
Weiterlesen … Maxim Vavulin gewinnt die Berliner Einzelmeisterschaft 2026