Das Girls Next generation-Programm des DSB ist mit der ersten Sichtung gestartet: Es gilt eine Lücke bei der Talentförderung zu schließen.
05.09.2026
Da ist diese Lücke. Frei nach dem Roman von Roman Meyerhoff könnte man sagen: Es ist keine entsetzliche Lücke – aber sie ist eben da. Die Analyse rund um das Frauen- und Mädchenprojekt von DSB und DSJ habe unter anderem ergeben, „dass wir zu viele gute Spielerinnen im Alter um die 14 Jahre verlieren“, sagt Paul Meyer-Dunker, Präsident des Schachbundes: „Das ist bei den Jungs anders.“ Es gibt die Talente – aber zu wenige. Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler ergänzt: „Die hohe Aufgaberate bei den Mädchen ist unsere Schwachstelle. Es kommt aktuell zu wenig nach mit Blickrichtung Frauen-Spitzenbereich.“ Die große Frage nun: Wie kann der DSB es schaffen, eine Leistungssport-Kultur im Mädchenschach zu implementieren? „Je später wir anfangen, desto schlechter“, sagt Meyer-Dunker, „also fangen wir früh an. Uns geht es um die U6 bis U12.“ Damit sind wir beim Projekt Girls Next Generation.
Weiterlesen … Die Suche nach der neuen, goldenen Generation.
Warum The Big Greek vom Chemnitzer Schachcup schwärmt: „Ein starkes Wochenende für das Frauenschach.“ Jana Schneider: Sieben auf einen Streich.
31.08.2026
Der Mann hat schon viel erlebt, aber hier lässt sich festhalten: Nach diesem Event war auch The Big Greek hin und weg. Georgios Souleidis, Deutschlands erfolgreichster Schach-Streamer, schwärmt von „unglaublicher Herzlichkeit und Hingabe der Gastgeber“, von „Frauenpower und Familiengeist“, die hinter diesem Turnier steckten: der Chemnitzer Schachcup 2026. Cheforganisatorin Anne Czäczine samt ihren Töchtern Laura und Paula, die gerade erst das Kandidatinnen-Turnier bei den Deutschen Meisterschaften gewonnen hat, sind für The Big Greek das „sportliche Rückgrat“ des CSC Aufbau 95, der in der vergangenen Saison nur knapp den Klassenerhalt in der Bundesliga verpasst hat. Dieser Tage hatte der Verein zum Chemnitzer Schachcup (Motto-Unterzeile: schwarz, weiß und bunt) eingeladen – einem Frauenturnier der besonderen Art. Und, ganz nebenbei, der schachliche Nachklapp zu Chemnitz als europäische Kulturhauptstadt 2025. Was im vergangenen Jahr als Idee zwischen Anne Czäczine und Thomas Weischede von der Emanuel Lasker Gesellschaft entstand, wurde perfekt 2026 ausgeführt.
Weiterlesen … Herzlichkeit. Hingabe. Frauenpower.
Die deutsche Nummer eins als Zugpferd für den neuen Förderverein Frauen- und Mädchenschach. Klar, die Alltagsarbeit müssen andere wie Tatjana Gallina machen - aber sie will helfen, wo sie kann.
08.08.2026
Die Wahl verlief etwas ungewöhnlich. Wobei das in der heutigen Zeit mancher auch anders sehen könnte. Die neue erste Vorsitzende wurde per WhatsApp gefragt, ob sie die Wahl annimmt. Sie musste, obwohl sie eigentlich vor Ort war, gerade ihrem Töchterchen Essen geben. Die neue zweite Vorsitzende hatte keinen Urlaub bekommen für die Gründungsveranstaltung in Dresden – auch sie war nicht dabei, und doch mittendrin. Auch sie wurde in Abwesenheit einstimmig gewählt. Gestatten, das neue Führungsduo des Fördervereins für Frauen und Mädchen im Schach: Elisabeth Pähtz, die beste Schachspielerin Deutschlands, ist die neue Vorsitzende. Tatjana Gallina, im Schachverband Württemberg Beauftragte für Frauenschach, ist die zweite Vorsitzende. „Elisabeth ist die Prominente, ich bin die Arbeiterin“, sagt Gallina und lacht. Die Kunsthistorikerin in der unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Heilbronn hat übrigens ein sehr ansteckendes Lachen – wer mit ihr zum Thema Schach telefoniert, hat seinen Spaß. Ebenfalls im Vorstand: Linda Pygoch, die Referentin für Frauenschach im Landesschachbund Brandenburg, übernimmt die Kasse. Schriftführer wurde bei der Gründungsversammlung Carsten Karthaus, Präsident des Schachverbandes Württemberg. Er hat aber bereits angekündigt, seinen Posten zu räumen – sobald sich eine Frau für das Amt findet.
Weiterlesen … Gestatten, Elisabeth Pähtz, Vereinsvorsitzende.
Paula Czäczine ist erst 15 Jahre alt - und hat schon das Kandidatinnenturnier der Deutschen Meisterschaft gewonnen. Auch Elisabeth Pähtz lobt das Talent mit den vielen Facetten.
06.08.2026
Diese junge Frau ist ein Multi-Talent. Fangen wir mit dem von ihr gespielten Instrument an, das eher ungewöhnlich ist: Fagott, ein Holzblasinstrument in der Tenor- und Basslage mit Doppelrohrblatt. Früher spielte sie sogar in einem Ensemble. Mittlerweile fehlt es dafür an Zeit. Wen wundert`s, bei alle den anderen Interessen. Denn auch Klavierspielen beherrscht sie, auch das muss geübt werden – zweimal pro Woche. Und sie klettert sehr gerne, mindestens einmal wöchentlich wird trainiert. Außerdem ist sie eine ausdauernde Läuferin, bekocht gerne mal ihre Familie – und ja: Paula Czäczine ist auch und vor allem eines der größten Schach-Talente Deutschlands. Das wiederum verwundert auch niemanden in der Schachszene so wirklich: Denn der Papa von Paula und Schwester Laura Czäczine, 18 Jahre alt, ist Norman Thielsch - ein 2300-Elo-Fidemeister und erfolgreicher Trainer. Und Mutter Anne Czäczine, Mannschaftsführerin beim CSC Aufbau 95 Chemnitz, hat 2133 Elo auf dem Konto. Aber: Die Mutter spürt mittlerweile den heißen Elo-Atem ihrer jüngsten Tochter im Nacken, denn sie hat gerade die 2100-Elo-Grenze überschritten – mit einem Zugewinn von satten 63 Elo beim Kandidatinnenturnier der Deutschen Einzelmeisterschaft in Dresden. Platz eins – und die Qualifikation für die Meisterklasse im kommenden Jahr. Willkommen in den Top Ten der deutschen Frauen-Rangliste, Paula Czäczine!
Weiterlesen … Sie kann so vieles - vor allem richtig gut Schach spielen
Die ausgewählten Projekte
15.07.2026
Für das von der Projektgruppe Förderung von Mädchen und Frauen im Schach aufgelegte Förderprogramm für innovative Projekte zur Stärkung von Mädchen- und Frauenschach gingen erfreulich viele Bewerbungen ein. Und so hieß es, auswählen, wer ins Förderprogramm aufgenommen wird.
Die Kriterien zur Auswahl waren, es muss sich um neue, kreative Projekte handeln, die gezielt Mädchen und Frauen im Schach ansprechen. Ein weiteres wichtiges Kriterium war, die Ideen müssen auch von anderen übernommen und durchgeführt werden können. Im Folgenden stellen wir die ins Förderprogramm aufgenommen Projekte vor:
Weiterlesen … Förderprogramm Mädchen- und Frauenschach 2026
Der Super Tuesday Mädchenschach ging mit einer letzten Session in die Sommerpause. Danach spricht Safarli auch über ihre Nichtnominierung für die Olympiade.
26.06.2026
Ab in die Sommerpause – aber vorher stand das letzte Training dieser Saison für die U12-Mädchen an, im Rahmen des DSB-Förderprojektes „Mädchen Schach Super Tuesday“. Josefine Safarli, die Großmeisterin, bat wieder zur Lehrstunde. Genauer gesagt zu 90 Minuten Schachtraining pur. „Mit einige Aufgaben zum Thema Rechnen und ein paar Studien“, wie Josefine Safarli aus Baku (wo es übrigens deutlich kühler sei als in Deutschland) berichtet: „Es haben wirklich alle sehr gut mitgemacht und so gingen die 1,5h wieder schnell rum. Am Ende folgte eine kleine Fragerunde, die sehr aktiv angenommen wurde. Ich hoffe, dass nun alle bereit für die Turniere sind, die sie im Sommer spielen. Und natürlich finde ich es super, dass das Projekt nach dem Sommer weiter fortgesetzt werden soll.“
Weiterlesen … Josefine Safarli: Zwischen Trainings-Begeisterung, Professionalität und Enttäuschung.