Nationalmannschaften

Die Nationalmannschaften der Herren und der Damen werden vom Bundestrainer Dorian Rogozenco betreut. Die Kommission Leistungssport wird von Andreas Jagodzinsky geleitet.

Bundestrainer: Dorian Rogozenco
0157/74246035

Referent für Leistungssport: Andreas Jagodzinsky
02372/559286


Bereits im vergangenen Jahr ist in der „Konzeption Leistungssport“ festgelegt worden, dass für den A- und B-Kader solche Spielerinnen und Spieler nominiert werden, die im Hinblick auf mögliche Einsätze in der Nationalmannschaft als geeignete Kandidaten angesehen werden und entsprechend gefördert werden sollen. 2019 stellt die Mannschafts-Europameisterschaft (23. Oktober - 3. November) in Batumi den Saisonhöhepunkt dar. Das bedeutet jedoch nicht, dass in Einzelfällen nicht Spieler aufgrund besonderer Leistungen im Vorfeld der Nominierung für die Nationalmannschaft berücksichtigt werden können, was auch im zu Ende gehenden Jahr der Fall gewesen ist.

Seit der Europameisterschaft 2015 in Reykjavik ist Liviu Dieter Nisipeanu dafür "zuständig", am ersten Brett den Koryphäen der gegnerischen Mannschaften den Wind aus den Segeln zu nehmen. Man darf ihm selbst den Weltmeister Magnus Carlsen gegenübersetzen. Auch der fand am 21. November 2015 kein Mittel, um den sympathischen Rumänen mit deutschen Wurzeln von seinem Motto "Das Remis steht!" abzubringen. Seither beißen sich unzählige Weltklassespieler an Dieter die Zähne aus. Seine Bilanz mit nur zwei Niederlagen in 34 Partien am Spitzenbrett unserer Nationalmannschaft sind niederschmetternde Aussichten für die hochkarätige Gegnerschaft auf einen vollen Punkt zu hoffen.

Am 3. Oktober 2018 bei der Schacholympiade in Batumi saß Dieter nun ein Mann gegenüber, der bei der Olympiade zwei Jahre zuvor für seine letzte Niederlage im Nationaltrikot sorgte. Sein Name ist Maxime Vachier-Lagrave, oder kurz auch MVL. Der Franzose zählt seit Jahren zur absoluten Weltelite. In Baku 2016 hatte er Weiß, nun mußte er seine Klasse mit Schwarz gegen Dieter bestätigen.

Die Schacholympiade 2018 ist zu Ende und sie ist für beide deutschen Mannschaften teilweise sehr erfolgreich verlaufen. Trotz gesundheitlicher Probleme, die viele deutsche Spieler durch den Verzehr landestypischer Speisen hatten, wurde ein besseres Ergebnis erzielt als 2016 in Baku. Die Plazierungen der Deutschen mit Rang 13 im offenen Turnier und Rang 28 im Frauenturnier können sich sehen lassen. Unsere gemischte Mannschaft blieb sogar als einzige im offenen Turnier ungeschlagen! Liviu Dieter Nisipeanu ließ am ersten Brett die gegnerischen Spitzenleute ebenso abprallen, wie Matthias Blübaum an Brett drei und Daniel Fridman an Brett vier. Alle drei blieben ohne Niederlage, wobei Fridman sogar mit 5 aus 5 startete und seine famose Turnierleistung von 2814 am Ende mit der Goldmedaille für sein Brett geehrt wurde!

Das Reich der Mitte hat mit 1,38 Milliarden Menschen mehr als 17 mal soviel Einwohner wie Deutschland. Ein nahezu unerschöpfliches Reservoire an Schachspielern der Weltklasse müßte China hervorgebracht haben. Doch die Sportart Schach führt in diesem großen Land nur ein kümmerliches Dasein. Gerade einmal 45 Großmeister (Deutschland 96) und gar nur 169 Titelträger (Deutschland 1391!) hat das viertgrößte Land der Erde. Trotz dieses Ungleichgewichts bringt China viele überdurchschnittlich gute Schachspieler hervor. Zehn von ihnen haben bei der Schacholympiade in Batumi (Georgien) gleich beide Wettbewerbe gewonnen und fahren mit Gold nach Hause. Im offenen Turnier wurden die USA und Russland knapp auf die Plätze verwiesen, im Frauenturnier ging Silber und Bronze an die Ukraine und Georgien.

Unsere gemischte Mannschaft blieb im offenen Turnier als einzige ungeschlagen und belegte am Ende einen guten 13. Platz. Auch unsere Frauen waren schwer zu schlagen, nämlich genau nur zweimal, darunter vom Olympiafavoriten Russland.

Vietnam erwies sich gestern als unbezwingbar. Deutschland allerdings auch. An allen vier Brettern konnte sich keiner der Spieler einen nennenswerten Vorteil erarbeiten, obwohl Quang Liem Le und Daniel Fridman einen Bauern mehr hatten. Nach dem 2:2 bleibt unsere gemischte Mannschaft die einzige ungeschlagene im offenen Turnier, da Spitzenreiter Polen gegen China unterlag.

Bei den Frauen hatte es Deutschland wie erwartet sehr schwer gegen Usbekistan. Das 2:2 war am Ende besser als das was die russischen Frauen gegen Usbekistan erreicht hatten.

Frankreich kam gestern mit einem blauen Auge davon. In drei der vier Partien stand unser Nachbarland nach kurzer Zeit schlechter. Nur Matthias Blübaum und später auch Daniel Fridman bewahrten die französischen Hoffnungen auf wenigstens einen halben Punkt an zwei Brettern. Rasmus Svane und Liviu Dieter Nisipeanu standen weiter vorteilhaft. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Plötzlich kippte die Partie von Rasmus und er stand bald auf Verlust. Glücklicherweise hatte Weltklassemann MVL am ersten Brett der Franzosen keine lichten Momente und war dabei, Liviu Dieter den vollen Punkt zu überlassen. Mit den beiden Punkteteilungen an zwei und drei, wurde es insgesamt ein Unentschieden. Vor dem Wettkampf hätten wir uns über den einen Punkt gefreut. Jetzt sind wir ein bißchen traurig über den Punktverlust.

Eigentlich müßte es "Que viva España" (Spanien lebe hoch) heißen, doch wir bedienen uns beim Titel der Schlagermusikvariante der beiden belgischen Komponisten. Spanien lebe hoch - denn sie haben uns beide Punkte überlassen! Verdient muß man sagen. Daniel Fridman und Georg Meier standen fast immer gut und Liviu Dieter Nisipeanu und Rasmus Svane hielten erfolgreich das Gleichgewicht. Und Daniel Fridman ist der Wahnsinn! Seine Frau Anna Satonskich hatte ihm die richtigen Hosenträger herausgesucht und es lief wie geschmiert: sechster Sieg im siebten Spiel. Mit einer Elo-Leistung von 2959 ist Daniel der beste Spieler der Olympiade! Vive la France - Frankreich kann kommen.

Gegen die starke Niederlande, bei denen der Deutsche Jan Gustafsson Kapitän ist, gab es nach wechselvollem Spielverlauf am Ende vier Punkteteilungen. Für die Niederlande bedeutete der Punktverlust gleich die Einbuße von acht Plätzen in der Rangliste. Sogar Deutschland, das nach 6 Runden noch fünf Plätze hinter dem Nachbarland lag, wurde dabei überholt.

Nach sieben Runden gehört Deutschland zu den fünf Mannschaften, die noch ungeschlagen sind. Das gelang bisher nur den führenden Mannschaften von Aserbaidschan, Polen und USA sowie den siebtplazierten Israelis.

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