Nationalmannschaften

Die Nationalmannschaften der Herren und der Damen werden vom Bundestrainer Dorian Rogozenco betreut. Die Kommission Leistungssport wird von Andreas Jagodzinsky geleitet.

Bundestrainer: Dorian Rogozenco
Meiendorfer Weg 11, 22145 Hamburg
0157/74246035

Referent für Leistungssport: Andreas Jagodzinsky
Beethovenstr. 26, 58675 Hemer
02372/559286


Die Schacholympiade 2018 ist zu Ende und sie ist für beide deutschen Mannschaften teilweise sehr erfolgreich verlaufen. Trotz gesundheitlicher Probleme, die viele deutsche Spieler durch den Verzehr landestypischer Speisen hatten, wurde ein besseres Ergebnis erzielt als 2016 in Baku. Die Plazierungen der Deutschen mit Rang 13 im offenen Turnier und Rang 28 im Frauenturnier können sich sehen lassen. Unsere gemischte Mannschaft blieb sogar als einzige im offenen Turnier ungeschlagen! Liviu Dieter Nisipeanu ließ am ersten Brett die gegnerischen Spitzenleute ebenso abprallen, wie Matthias Blübaum an Brett drei und Daniel Fridman an Brett vier. Alle drei blieben ohne Niederlage, wobei Fridman sogar mit 5 aus 5 startete und seine famose Turnierleistung von 2814 am Ende mit der Goldmedaille für sein Brett geehrt wurde!

Das Reich der Mitte hat mit 1,38 Milliarden Menschen mehr als 17 mal soviel Einwohner wie Deutschland. Ein nahezu unerschöpfliches Reservoire an Schachspielern der Weltklasse müßte China hervorgebracht haben. Doch die Sportart Schach führt in diesem großen Land nur ein kümmerliches Dasein. Gerade einmal 45 Großmeister (Deutschland 96) und gar nur 169 Titelträger (Deutschland 1391!) hat das viertgrößte Land der Erde. Trotz dieses Ungleichgewichts bringt China viele überdurchschnittlich gute Schachspieler hervor. Zehn von ihnen haben bei der Schacholympiade in Batumi (Georgien) gleich beide Wettbewerbe gewonnen und fahren mit Gold nach Hause. Im offenen Turnier wurden die USA und Russland knapp auf die Plätze verwiesen, im Frauenturnier ging Silber und Bronze an die Ukraine und Georgien.

Unsere gemischte Mannschaft blieb im offenen Turnier als einzige ungeschlagen und belegte am Ende einen guten 13. Platz. Auch unsere Frauen waren schwer zu schlagen, nämlich genau nur zweimal, darunter vom Olympiafavoriten Russland.

Vietnam erwies sich gestern als unbezwingbar. Deutschland allerdings auch. An allen vier Brettern konnte sich keiner der Spieler einen nennenswerten Vorteil erarbeiten, obwohl Quang Liem Le und Daniel Fridman einen Bauern mehr hatten. Nach dem 2:2 bleibt unsere gemischte Mannschaft die einzige ungeschlagene im offenen Turnier, da Spitzenreiter Polen gegen China unterlag.

Bei den Frauen hatte es Deutschland wie erwartet sehr schwer gegen Usbekistan. Das 2:2 war am Ende besser als das was die russischen Frauen gegen Usbekistan erreicht hatten.

Frankreich kam gestern mit einem blauen Auge davon. In drei der vier Partien stand unser Nachbarland nach kurzer Zeit schlechter. Nur Matthias Blübaum und später auch Daniel Fridman bewahrten die französischen Hoffnungen auf wenigstens einen halben Punkt an zwei Brettern. Rasmus Svane und Liviu Dieter Nisipeanu standen weiter vorteilhaft. Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Plötzlich kippte die Partie von Rasmus und er stand bald auf Verlust. Glücklicherweise hatte Weltklassemann MVL am ersten Brett der Franzosen keine lichten Momente und war dabei, Liviu Dieter den vollen Punkt zu überlassen. Mit den beiden Punkteteilungen an zwei und drei, wurde es insgesamt ein Unentschieden. Vor dem Wettkampf hätten wir uns über den einen Punkt gefreut. Jetzt sind wir ein bißchen traurig über den Punktverlust.

Eigentlich müßte es "Que viva España" (Spanien lebe hoch) heißen, doch wir bedienen uns beim Titel der Schlagermusikvariante der beiden belgischen Komponisten. Spanien lebe hoch - denn sie haben uns beide Punkte überlassen! Verdient muß man sagen. Daniel Fridman und Georg Meier standen fast immer gut und Liviu Dieter Nisipeanu und Rasmus Svane hielten erfolgreich das Gleichgewicht. Und Daniel Fridman ist der Wahnsinn! Seine Frau Anna Satonskich hatte ihm die richtigen Hosenträger herausgesucht und es lief wie geschmiert: sechster Sieg im siebten Spiel. Mit einer Elo-Leistung von 2959 ist Daniel der beste Spieler der Olympiade! Vive la France - Frankreich kann kommen.

Gegen die starke Niederlande, bei denen der Deutsche Jan Gustafsson Kapitän ist, gab es nach wechselvollem Spielverlauf am Ende vier Punkteteilungen. Für die Niederlande bedeutete der Punktverlust gleich die Einbuße von acht Plätzen in der Rangliste. Sogar Deutschland, das nach 6 Runden noch fünf Plätze hinter dem Nachbarland lag, wurde dabei überholt.

Nach sieben Runden gehört Deutschland zu den fünf Mannschaften, die noch ungeschlagen sind. Das gelang bisher nur den führenden Mannschaften von Aserbaidschan, Polen und USA sowie den siebtplazierten Israelis.

Für unsere gemischte Mannschaft läuft es hervorragend. Nach dem Sieg gegen Moldawien am Freitag, wurde gestern Israel ein 2:2 abgerungen. Dabei ragt Daniel Fridman noch heraus aus der deutschen Mannschaft. Mit 5 aus 5 hat er das beste Ergebnis aller Spieler an Brett 4 und ist mit einer Eloleistung von 3311 sogar der beste Spieler der Schacholympiade! Wir wünschen ihm natürlich das es so gut mit ihm und der Mannschaft weiterläuft. Heute geht es gegen die Niederlande.

Beide deutschen Mannschaften waren gestern erfolgreich. Im offenen Turnier wurde der Punktverlust gegen Serbien mit einem unerwarteten Sieg gegen Ungarn wieder ausgeglichen und Deutschland ist voll auf Kurs und liegt nach vier Runden mit 7:1 Punkten auf Platz 12. Bei den Frauen siegte Deutschland nicht 4:0, aber dafür wenigstens 3:1 gegen den krassen Außenseiter Sri Lanka. Sarah Hoolt sorgte hier für ein bleibendes Erlebnis bei ihrer rund 600 Elopunkte schwächeren Gegnerin. Und zur Belohnung wartet heute auch noch Russland auf unsere vier Damen! Mit einem 4:0 wäre ihnen diese undankbare Los möglicherweise erspart geblieben.

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