Frauen besiegen den Setzlisten-Ersten Georgien. Männer haben auch Georgien zum Gegner - und gewinnen souverän.
07.10.2025
Frauenbundestrainer Zahar Efimenko weiß welche Möglichkeiten in seiner Mannschafts stecken: "Ich wußte, dass unsere Mannschaft dieses Spiel gewinnen könnte. Warum auch nicht? Wir sind stark und haben ein gutes Potenzial. Alles hing davon ab, welche Stellungen wir am Anfang bekommen und wie wir in die Partien kommen. Dass wir gewonnen haben, das war super. Das war ein fantastisches Ergebnis!" Kurz vorher war der Wettkampf gegen den an eins gesetzten Gastgeber Georgien bei der Europameisterschaft zu Ende gegangen. Alle vier georgischen Spielerinnen warfen mehr Elo-Punkte in die Waagschale als unsere beste Spielerin Dinara Wagner. Und trotzdem gewannen unsere Frauen hochverdient mit 2½:1½. Efimenko hob besonders eine Spielerin hervor. Hanna Marie Klek hatte für den entscheidenden Punkt gesorgt: "Hanna hat heute ein Meisterwerk abgeliefert. Sie hat gute Technik im Mittelspiel gezeigt und hat mit Sf3, Sg5 einen super Plan umgesetzt. Auch ihr Endspiel war perfekt. Ich bin ich sehr zufrieden mit dem heutigen Match." Auch Hanna zeigte sich sehr zufrieden: "Meine Gegnerin hat mich in der Eröffnung überrascht. Sie hat eine Variante gespielt, die sie noch nie gespielt hat. Danach war ich erst einmal nicht so zufrieden mit meiner Stellung. Später fühlte sich meine Gegnerin aber wohl ein bisschen zu sicher. Ich konnte einen Konter einleiten und hatte im Endspiel einen Bauern mehr. Den habe ich dann schlussendlich verwertet."
Der Sieg der Frauen gegen Georgien überstrahlt alles. Dabei lief auch bei den Männern heute alles super. Auch sie wurden Georgien zugepaart und siegten standesgemäß mit 3:1. Bundestrainer Jan Gustafsson: "Wir waren natürlich Favorit gegen Georgien, aber das ist immer eine trickreiche Mannschaft. Gerade Jobava an Brett drei kann schlecht spielen - so wie gestern. Aber er kann auch sehr, sehr stark spielen." Das bekam auch WM-Kandidat Matthias Blübaum zu spüren, der genau diesem starken Baadur Jobava gegenüber saß und verlor. Gustafsson: "3:1 ist völlig in Ordnung, aber für Matthias ist es natürlich schade." (fb)
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Motto des Tages: Wer stolpert, muss nicht hinfallen. Männer und Frauen jeweils mit hart erarbeiteten Erfolgen - gegen die Schweiz und die Türkei.
06.10.2025
Bei Schachspielern ist das Schuhwerk ja nun bei Weitem nicht so wichtig wie zum Beispiel bei Fußballern. Trotzdem kann so ein Schuh-Unfall auch eine Athletin aus dem Konzept bringen. Geschehen bei FM Lara Schulze. Auf dem Weg zur Toilette stolperte sie, fiel fast hin, fing sich aber gerade noch so – ein Absatz war abgebrochen. „Das ist mir noch nie passiert“, sagte sie später und konnte da schon wieder lachen: „Eine Schiedsrichterin war so nett und holte mir neue Schuhe aus meinem Zimmer.“ Ein Bild mit Symbolwert: Die deutschen Teams stolperten allenfalls in Runde zwei in Batumi hin und wieder leicht – aber es wirkte nie als könnten sie hinfallen. Zwei Siege gegen zähe Gegner. 2,5:1,5 siegten die DSB-Frauen gegen die Türkei, „ein wichtiger Matchpoint“, so Bundestrainer GM Zahar Efimenko – und den holte übrigens ausgerechnet die junge Frau mit den Schuhproblemen an Brett vier. Ein nie gefährdetes 3:1 für die Männer gegen die Schweiz, das Bundestrainer GM Jan Gustafsson nicht allzu hoch hängen wollte: "Es war ein Pflichtsieg. Nix Spektakuläres." Hier kämpfte GM Vincent Keymer beim Stande von 2:1 zwar noch sehr lange – aber in erster Linie in eigener Sache. Ein Remis hätte einen Top-Mann wie ihn Elopunkte gekostet. Dass er verlieren könnte, stand nie zur Debatte. "Am Ende setzte sich die Klasse durch", so Gustafsson über den Sieg seiner Nummer eins. Das galt für alle, Die Scharte aus Runde eins gegen Dänemark – damit aus Sicht der deutschen Männer mit diesem Sieg ausgewetzt. Unter Fans und Aktiven gibt es ja dieses geflügelte Wort: Das Turnier kann jetzt so richtig beginnen.
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Unterschiedliche Gefühlswelten: Jan Gustafsson ist enttäuscht, Zahar Efimenko lobt den Kampfgeist nach einem Arbeitssieg
05.10.2025
Der Himmel weinte über Batumi. Regenwetter bei 18 Grad. Das passte zur Stimmung der DSB-Männer... Heute begannen in der georgischen Hafenstadt Batumi die Mannschafts-Europameisterschaften 2025. Deutschland ist im offenen Turnier an eins gesetzt, die Frauen in ihrem Wettbewerb an Nummer sechs. Während die Frauen ihre Aufgabe gegen die dritte Mannschaft des Gastgebers nach harter Arbeit mit einem 3:1-Sieg abschlossen, unterlagen die Männer überraschend mit 1,5:2,5 gegen Dänemark. Ein klassischer Fehlstart. Bundestrainer WGM Jan Gustafsson ahnte schon vorher, was auf seine Spieler zukommen würde: "Dänemark ist stark mit einem 2556er Schnitt. Die EM geht gleich voll los." Das "Danish Dynamite", mit dem einst die dänischen Fußballer 1992 Europameister wurden, kam nun also auch im Schach zum Einsatz. Zur Sprengung gebracht wurde es am Brett von GM Dmitrij Kollars, der nach einer fehlerhaften Variantenberechnung mit einer Figur weniger auf dem Brett dasaß. Der Anfang vom Ende - fast zeitgleich begann es zu regnen. Kurzes Fazit von Jan Gustafsson: "Wir sind mit dem Start natürlich sehr unzufrieden. Aber jetzt gilt es den Blick schnell nach vorne zu richten und uns auf die Schweiz zu konzetrieren." Frauen-Bundestrainer GM Zahar Efimenko war happy: "Wir hatten es mit einem jungen und motivierten Gegner zu tun, der uns alles abverlangt hat. Es war ein hartes Stück Arbeit." Morgen geht es gegen die Türkei.
Weiterlesen … Team-EM in Batumi: Fehlstart der Männer gegen Dänemark, Frauen besiegen georgische Auswahl
Der Bundestrainer vor der Europameisterschaft: Er nimmt die Favoritenrolle an - und weiß um die eigene Stärke: Der DSB ist in Europa an eins gesetzt, weltweit die Nummer fünf.
02.10.2025
Georgien ruft. Morgen werden die deutschen Spieler nach Batumi anreisen – das Frauen-Nationalteam (mit denen wir uns auf der DSB-Webseite ab Freitag intensiver beschäftigen) ist schon vor Ort. Die erste Runde startet am Sonntag, 5. Oktober, dann geht es (mit einem Ruhetag) Schlag auf Schlag bis zum 14. Oktober. Das sportliche Ziel des DSB-Teams mit GM Vincent Keymer, GM Matthias Blübaum, GM Rasmus Svane, GM Frederik Svane und GM Dmitrij Kollars ist klar – es wird eine Mission Gold, zu der sich die Athleten klar bekennen. Der Bundestrainer ist im Grunde seines Herzens kein Freund solcher Prognosen. Er weiß: Zu viel kann passieren. Aber klar, an Nummer eins gesetzt, könne er keine Kritik an einer solch ambitionierten Zielsetzung seiner Jungs formulieren, betont GM Jan Gustafsson im DSB-Interview. Zumal: Beim letzten Mal, 2023 in Montenegro, verlor man den Titel nur ganz knapp an Serbien. Das DSB-Team Öffentlichkeitsarbeit mit Matthias Wolf und Finn Engesser hat Gustafsson und Matthias Blübaum in Lemgo besucht. Wer das Video zum Gipfeltreffen noch nicht gesehen hat, sollte das schleunigst nachholen. Worauf Jan Gustafsson aber auch im Gespräch mit Matthias Wolf zurecht verweist: Die Konkurrenz schläft nicht und bietet auch starke Großmeister auf. Interessant aber in jedem Fall: Deutschland ist mittlerweile im Männerbereich die Nummer eins in Europa, weltweit weist die FIDE-Elo-Rangliste der zehn besten Spieler des Landes den DSB das auf dem fünften Platz aus, hinter Schach-Giganten wie den USA, Indien, China und Russland. „Wir stehen aktuell schon sehr gut da mit unserer jungen und noch sehr entwicklungsfähigen Mannschaft“, betont auch DSB-Sportdirektor Kevin Högy, „und ja, unser Anspruch muss schon sein, dass wir in Georgien Erster werden.“
Weiterlesen … Gustafsson: Das Team sind nicht nur Blübaum und Keymer. "Wir brauchen fünf gute Spieler."
Vor der Team-Europameisterschaft in Georgien: Der DSB traf den WM-Kandidaten und Bundestrainer Jan Gustafsson in Lemgo - wo auch sonst? Lemgo ist aktuell der Nabel der Schachwelt.
01.10.2025
Der Kastanienwall 7 in Lemgo. Hier hat der Schachverein Königsspringer sein wunderbares Spiellokal. Helle, moderne Räume. Ein gewisser Karl-Ernst Blübaum, Jahrgang 1959, ist mit 2150 Elo der stärkste Spieler des Vereins. Man könnte sagen: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Immer noch passives Mitglied beim SV Königsspringer ist GM Matthias Blübaum. Der 28-Jährige ist der Sohn von Karl-Ernst Blübaum – und als das DSB-Team Öffentlichkeitarbeit mit Matthias Wolf und Finn Engesser den frisch gebackenen WM-Kandidatenturnier-Teilnehmer traf, herrschte im Spiellokal ein großes Hallo. Einige Jugendspieler wollten Autogramme, Fotos – und mittendrin wir vom DSB. Da fiel die Arbeit nicht so leicht, aber es funktionierte trotz großer Schach-Prominenz. Denn obendrein hatte sich noch einer auf den Weg nach Ostwestfalen-Lippe gemacht: Bundestrainer GM Jan Gustafsson. „Matthias hat es sich wirklich verdient, dass ich ihn mal besuche“, sagte er – und setzte sich in den Zug.
Weiterlesen … Matthias Blübaum und die EM-Mission: "Ich hoffe, wir holen Gold!"
Der 37-Jährige ist immer noch die deutsche Nummer acht - aber es ist still um ihn geworden. Im DSB-Interview geht es um Schach - und die große Politik. "Die Russen haben überall die Finger drin."
29.09.2025
Wer auf der DSB-Webseite in die Rubrik „Unsere Besten“ schaut, findet seinen Namen auf Position acht: GM David Baramidze, 37, hat eine Elo-Zahl von 2594. Damit liegt er gleich hinter sieben aktuellen Nationalspielern. Und doch, man könnte sagen: David Baramidze, der mit seiner Familie in Günzburg wohnt, ist der vergessene Großmeister. Einer, der freiwillig aus dem Rampenlicht getreten ist. Schon im Alter von acht und neun Jahren gewann er die georgische Meisterschaft. 1998 übersiedelte er mit seinen Eltern und den beiden Schwestern nach Deutschland. 2004 verlieh ihm die FIDE den Titel Großmeister, womit er der bislang jüngste deutsche Großmeister aller Zeiten wurde. Mit der deutschen Mannschaft gewann er bei der Jugend-EM U18 in Belgrad den Titel. In Iraklion (Kreta) wurde er Vize-Weltmeister der Jugend. 2007, bei der Männer-Europameisterschaft in Kusadasi, erreichte er den dritten Platz, der die Qualifikation für den FIDE-Weltcup bedeutete. Und er machte sich in der Bundesliga einen Namen – unter anderem bei der SG Solingen, aber auch beim SV Hockenheim, wo er noch heute spielt. Hobbymäßig. Mit Blick auf die Team-Europameisterschaft im Georgien sprach Matthias Wolf vom DSB-Team Öffentlichkeitsarbeit mit David Baramidze. Es wurde ein Interview, das weit über den Horizont eines Schachbrettes hinausgeht.
Weiterlesen … David Baramidze: Die Schach-EM findet in einem Land statt, in dem die Menschen Angst haben.
06.08.2025
Vom 4. bis 14. Oktober finden in Batumi (Georgien) die Mannschafts-Europameisterschaften statt.
Nachdem Bundestrainer Jan Gustafsson am 3. Juli die Aufstellung der Mannschaft für das offene Turnier bekanntgab, nominierte nun auch Frauen-Bundestrainer Zahar Efimenko seine Spielerinnen für das Frauenturnier. IM Dinara Wagner, WGM Kateryna Dolzhykova, WGM Hanna Marie Klek, FM Lara Schulze und WGM Josefine Safarli werden die deutschen Farben in der Großstadt am Schwarzen Meer vertreten. Die Brettreihenfolge wird erst kurz vor dem Turnier bekanntgegeben.
Die Führende in der deutschen Elo-Rangliste, GM Elisabeth Pähtz, gehört nicht mit zum Aufgebot. Die 40-jährige Brandenburgerin erklärte bereits während der Schacholympiade in Budapest 2024 ihren Rückzug aus der Nationalmannschaft, um sich privaten Dingen widmen zu können. Schachlich bleibt sie aber natürlich trotzdem aktiv, wie jetzt bei den Dortmunder Schachtagen, wo sie Dinara Wagner in 129 Zügen niederrang.
Weiterlesen … Nominierung des Frauenkaders für die Mannschafts-Europameisterschaft
Das deutsche Team für Georgien 2025: Vincent Keymer, Matthias Blübaum, Frederik Svane, Rasmus Svane und Dmitrij Kollars.
03.07.2025
„Fußball ist wie Schach, nur ohne Würfel“, hat der Satiriker Jan Böhmermann mal gesagt – und das Zitat fälschlicherweise dem damaligen Nationalspieler Lukas Podolski angedichtet. Um den, nun ja, eher sinnlosen Spruch fortzuführen: Die Würfel sind gefallen im deutschen Schach! Heute, also so früh wie es im Fußball undenkbar wäre, nominierte Bundestrainer GM Jan Gustafsson seinen Kader für die Mannschafts-Europameisterschaft in Batumi, Georgien – ziemlich exakt drei Monate vor Beginn des Turniers (4. bis 15. Oktober). Das deutsche Team bilden: GM Vincent Keymer, GM Matthias Blübaum, GM Frederik Svane, GM Dmitrij Kollars und GM Rasmus Svane. Er ersetzt – im Vergleich zum DSB-Aufgebot 2024 bei der Olympiade in Budapest – GM Alexander Donchenko. Einmal mehr habe er sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, „alle sind stark, ich hätte mich mit allen wohlgefühlt“, sagte Gustafsson. Aber „am Ende war die Elozahl vom 1. Juli entscheidend“. Und da sei GM Dennis Wagner sogar noch dichter an Rasmus Svane dran gewesen. „Er hatte halt knapp die Nase vorn.“ Diesmal jedenfalls. Um genau zwei Elo-Pünktchen.
Weiterlesen … Gustafsson nominiert EM-Kader: "Wir haben eine gute Truppe." Zwei Elo-Punkte für ein Ticket nach Georgien.
Trainer Prusikin: "Es war sogar mehr drin." Am Ende fehlte im direkten Duell mit Tschechien nur eine halber Punkt zum ganz großen Wurf.
22.05.2025
Und jetzt bringen sie sogar eine Team-Medaille und zwei Einzelmedaillen mit… Starker Auftritt der beiden jungen deutschen Teams beim Mitropa-Cup in Trencin (Slowakei). Beide Teams waren ausschließlich mit Talenten besetzt, weshalb es in erster Linie um Erfahrungen sammeln ging – und die Erwartungen gering waren. Doch mancher wuchs über sich hinaus – und so holte das DSB-Team in der offenen Klasse heute sogar eine Bronzemedaille. „Schade“, sagte Trainer GM Michael Prusikin, „vor dem Turnier hätten wir die Medaille gerne genommen, jetzt muss man sagen: Es war sogar mehr drin und wir sind ein bisschen enttäuscht.“ Im abschließenden Duell gegen Tschechien ging es um den Gesamtsieg, die Deutschen unterlagen mit 1,5:2,5, hatten letztlich 20 Mannschaftspunkte – die Tschechen 21,5. Ebenso wie die Slowakei. Heißt: Es fehlte ein halber Brettpunkt, ein 2:2 hätte für Gold gereicht. „Trotzdem super“, sagte Bundesnachwuchstrainer IM Bernd Vökler: „Die haben das richtig gut gemacht.“ Er freute sich vor allem für IM Marius Deuer – der holte sich seine zweite GM-Norm.
Weiterlesen … Mitropa-Cup. Deutsches Team holt Bronze, Marius Deuer eine GM-Norm: "Tolles Turnier, starkes Team."
Marius Deuer auf GM-Norm-Kurs, auch Svenja Butenandt überzeugt
18.05.2025
Bergfest beim Mitropa-Cup. Das junge deutsche Männerteam steht mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung auf dem dritten Platz. “Ja, es ist oft eine Floskel, aber sie trifft in diesem Fall auch wirklich zu”, sagt Trainer GM Michael Prusikin. Drei Spieler sind im Soll, während IM Marius Deuer mit vier Punkten aus fünf Partien am erste Brett auf Kurs GM-Norm liegt. “Allerdings waren die ersten fünf Runden das Pflichtprogramm, ab jetzt kommt die Kür, bei der wir gegen die obere Tabellenhälfte zu spielen haben”, so Prusikin.
Weiterlesen … Mitropa-Cup: Jugend forscht erfolgreich.
Nach dem doppelten Turniersieg im vergangenen Jahr für prominent besetzte deutsche Teams: In diesem Jahr entsendet der DSB wieder den Nachwuchs in die Slowakei
07.05.2025
Im letzten Jahr war das ein totaler Triumph: Deutschland holte den Titel im Mitropa-Cup bei den Männern und den Frauen. Kein Wunder, ein Blick auf die Namen im DSB-Aufgebot von 2024 sagt alles: WGM Josefine Heinemann, WGM Jana Schneider, WGM Hanna Marie Klek, FM Lara Schulze und WIM Kateryna Dolzhykova. Bei den Männern hatte GM Jan Gustafsson, der Bundestrainer GM Alexander Donchenko, GM Matthias Blübaum, GM Dmitrij Kollars, GM Rasmus Svane und GM Frederik Svane nominiert. In diesem Jahr steht wieder der Mitropa-Cup an – unter ganz anderen Voraussetzungen. Deutschland ist nicht mehr Gastgeber. Nur deshalb habe man das Turnier 2024 in Apolda „ultraernst“ genommen, so DSB-Sportdirektor Kevin Högy. Man könnte also sagen: 2025 bekommt der Mitropa-Cup wieder seinen bisherigen Stellenwert zurück: „In diesem Jahr und in den Folgejahren ist wieder geplant, wieder mit dem Nachwuchs anzutreten - und den Talenten so Spielpraxis und, auch nicht unwichtig, Normchancen zu geben.“
Weiterlesen … Mitropa-Cup unter neuen, alten Vorzeichen: "Die Talente sollen wichtige Erfahrungen sammeln."
21.09.2024
Jetzt hat es auch die deutsche Frauen-Nationalmannschaft erwischt. 1,5:2,5 gegen Polen. Die erste Niederlage bei dieser 45. Schacholympiade. Das bedeutet: Die zarten Medaillen-Hoffnungen sind dahin. Denn in Budapest geht es morgen in die finale Runde – da ist nicht mehr viel in der Punktetüte. „Das ist schon super ärgerlich und die Stimmung bei uns gerade nicht gut“, sagte GM Josefine Heinemann. FM Lara Schulze, die heute nicht nominiert wurde, sprach davon, es sei schon „ziemlich schmerzvoll gewesen, nur zuschauen zu können“. Und zu sehen, wie abgezockte Polinnen das Ding zogen. Besser war die Laune, in einem bisher recht wechselhaften Turnier, heute bei den deutschen Männern. Sie besiegten Argentinien überzeugend mit 3:1. Beide Teams verbuchen nun 14 Zähler nach zehn Runden. „Mit viel Glück“, befand Sportdirektor Kevin Högy, seien noch zwei Top-Ten-Platzierungen drin. „Dafür müssen wir aber morgen nochmal richtig ackern.“
Weiterlesen … Medaillenträume platzen für deutsche Frauen gegen Polen. Männer besiegen Argentinien souverän. „Morgen nochmal ackern für eine Top-Ten-Platzierung.“
20.09.2024
Am Ende der neunten Runde zog Kevin Högy ein ernüchterndes Fazit. „Es ist schade“, sagte der Sportdirektor des Deutschen Schachbundes, „aber mit drei Niederlagen sind die Medaillen jetzt endgültig weg. Allein zwei Siege in den letzten Runden könnten uns noch eine Platzierung unter den Top Ten bringen.“ In der Tat war es ein enttäuschender Abend für die deutschen Männer, deren Wettbewerb diese 45. Schacholympiade bisher wahrlich nicht ist – und wohl auch nicht mehr wird. „Nicht doll, wenn wir ehrlich sind“, hat Bundestrainer GM Jan Gustafsson zum Turnierverlauf gestern bereits gesagt. Heute lief es noch weniger doll. 1,5:2,5 unterlag die DSB-Auswahl Armenien. „Super bitter“, fand das GM Dimitrij Kollars: „Es war heute das wichtigste Match und wir hatten nie eine Chance, etwas zu gewinnen.“ Freude hingegen bei den Frauen, wo Bundestrainer GM Yuri Yakovich strahlen durfte. Er, der immer an seine „Girls“ glaubt und betont, „dass sie alle ihr Bestes geben und nie aufgeben“, feierte einen 3:1-Erfolg gegen England. Und das trotz widriger Umstände.
Weiterlesen … „Die Medaillen sind weg.“ Deutsche Männer verlieren gegen Armenien zum dritten Mal. Yuri Yakovichs Ladies besiegen England. „Sie geben nie auf. Das ist Teamgeist.“
19.09.2024
Es war heute wieder ein Wechselbad der Gefühle für deutsche Fans bei der 45. Schacholympiade in Budapest. Die Nationalmannschaften agieren zwar nicht gerade im Gleichschritt – aber sie sind jetzt punktemäßig gleichauf. 12:4 Zähler – da geht noch was. Vielleicht. Die Frauen spielten gestern erneut Unentschieden. 2:2 gegen die Niederlande. Es war mehr drin, zwischendurch roch es nach Gesamtsieg für das DSB-Ensemble, in dem GM Elisabeth Pähtz den Ton angibt. Sechs Punkte aus sieben Partien. „Sie ist die stärkste deutsche Spielerin, ohne Frage“, sagte IM Georgios Souleidis, unser Kommentator im Livestream. Aber, befand The Big Greek auch: „Es läuft an Brett drei und vier unrund.“ Die Männer siegten souverän gegen Kroatien – 3,5:0,5. „Das war heute großer kämpferischer Einsatz von allen“, so Souleidis, „das beste deutsche Spiel bisher bei dieser Olympiade. Sie sind nicht ängstlich angetreten, sondern volle Kanne drauf gegangen.“ Weil anders sonst auch nichts mehr zu holen ist – mit Blick auf vordere Ränge. „Wir hoffen auf die Aufholjagd“, sagt Sportdirektor Kevin Högy nach dem dritten Sieg in Serie: "Darauf kann man aufbauen. Das kann einen durch den Rest des Turnieres tragen."
Weiterlesen … Elisabeth Pähtz fürchtet weder Viren noch Holländerinnen – aber deutsche Frauen wieder nur 2:2. Keymer und Co. holen sich viel Selbstvertrauen gegen Kroatien. „Wir hoffen auf die Aufholjagd.“