Schachkurs Teil 8 // So zieht der Bauer

Der Bauer zieht vertikal entlang der Linien immer geradeaus ein Feld, wobei das Zielfeld immer leer sein muß. Nur wenn er aus der Grundstellung seinen ersten Zug macht, darf er wahlweise ein oder zwei Felder vorwärts gehen, wobei beide Felder leer sein müssen. Der Bauer ist die einzige Figur, die nicht rückwärts ziehen kann. Ebenso ist der Bauer die einzige Figur, die anders schlägt als zieht: er schlägt immer diagonal, zieht aber gerade.

Dies sind die Symbole für die weißen und die schwarzen Bauern, wie sie in Diagrammen verwendet werden:

Das Ziehen

In der nebenstehenden Animation stehen alle Bauern in der Grundstellung: der auf b2 und der auf c7. Aus der Grundstellung dürfen Bauern ein oder zwei Felder vorwärts in Richtung der gegnerischen Grundreihe ziehen. Der b2 darf nach b3 oder b4 ziehen. In der Animation wählt er den längeren Weg ohne den Doppelschritt von b2 nach b4. Mit jedem weiteren Zug darf der ein Feld weiter nach vorn: b4, b5, b6, b7 - bis er auf b8 die Grundreihe von Schwarz erreicht.

Der c7 bewegt sich in Richtung der Grundreihe von Weiß. Im ersten Zug darf der nach c6 oder c5 ziehen. In der Animation wählt er den kürzeren Weg mit einem Doppelschritt von c7 nach c5. Von dort geht es über c4, c3 und c2 weiter nach c1.

Was passiert, wenn ein Bauer die gegnerische Grundreihe erreicht, wird im Abschnitt "Die Umwandlung" erklärt. Wann der Bauer gegnerische Figuren schlagen darf, wird im Abschnitt "Das Schlagen" erklärt.

Das Schlagen

In der linken Animation stehen sich zwei Bauern auf benachbarten Linien gegenüber: b3 und c5. Weiß beginnt und zieht nach b4. Nun stehen beide Bauern schräg direkt nebeneinander. Der darf nun den schlagen, was er auch macht und danach Richtung gegnerischer Grundreihe weiterzieht.

In der rechten Animation "frißt" sich der d2 durch. Zuerst zieht er nach d3 und bedroht den e4, den er im nächsten Zug auch gleich schlägt. Nach einem kurzen Ruhezug nach e5 bedroht er auch schon die f6. Auch die verleibt er sich ein im nächsten Zug. Danach hat er sein Ziel erreicht, denn geradeaus vorwärts kann er nicht schlagen. Der f7 hat den Weg des gestoppt.

Das "en passant"-Schlagen

Zieht ein Bauer aus der Grundstellung zwei Felder nach vorn (Doppelschritt), dann kann er im nächsten Zug von einem gegnerischen Bauern, der auf einer benachbarten Reihe horizontal danebensteht, geschlagen werden. Das Schlagrecht besteht nur im nächsten Zug und verfällt danach! Der schlagende Bauer wird auf das Feld gesetzt, welches vom gegnerischen Bauern übersprungen wurde.

Diese Regel nennt man "en passant", zu deutsch "im Vorbeigehen". In der Animation zieht der d2 auf das Feld d4 und überspringt das Feld d3. Der c4 hätte bei einem einfachen Schritt des , das Recht gehabt, diesen auf d3 zu schlagen. Der wollte sich mit dem Doppelschritt nach d4 diesem Schlagrecht entziehen. Durch die Regel erhält Schwarz das Schlagrecht für den unmittelbar nächsten Zug zurück.

Die Umwandlung

Auf dem Weg von seinem Ausgangsfeld hat ein Bauer nach 5 bzw. 6 Zügen die gegnerische Grundreihe erreicht. Hier erwartet ihn die Ernennung zum Offizier! Ein muß dort durch eine der folgenden Figuren ersetzt werden: , , oder . Das gleiche "Schicksal" erwartet einen auf der Grundreihe von Weiß. Er wird ersetzt durch , , oder .

Die nebenstehende Animation zeigt die Umwandlung von zwei weißen Bauern in und . Die umgewandelten Bauern verlassen das Brett und es darf mit dem Offizier weitergespielt werden.

Im Turnierschach gibt es für die Umwandlung feste Regeln. So wird der umzuwandelnde Bauer nur vorgezogen, aber dann sofort vom Brett genommen und durch den entsprechenden Offizier ersetzt. Ein Absetzen des Bauern auf der 1. bzw. 8. Reihe ohne Umwandlung ist nicht erlaubt. Ebenfalls nicht erlaubt ist die Ersetzung durch einen umgedrehten Turm, der eine Dame simulieren soll. Diese Spielweise war bis vor einigen Jahren besonders im Blitzschach noch legitim.