Seniorenschach

Die Senioren spielen ihre eigenen Meisterschaften aus. Zuständig ist die Seniorenkommission unter der Leitung von Wolfgang Block.

Referent für Seniorenschach: Wolfgang Block
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Als Spielerin und Mannschaftsführerin der 2. deutschen Frauenmannschaft im Wettbewerb 50+ möchte ich einige Eindrücke von der Senioren-Mannschafts-WM 2020 in Prag wiedergeben. Unsere Mannschaft war im Prinzip eine „ursächsische“. Alle Spielerinnen spielen oder spielten einmal in Sachsen in einem Verein. Daher kannten wir uns natürlich auch ganz gut.

Die vom 5.3. bis eigentlich 15.3.2020 geplante Senioren-Mannschaftsweltmeisterschaft wurde mit der siebenten Runde am Donnerstag und damit zwei Runden früher abgeschlossen.
Bereits am Dienstag, den 10.3., hatte die tschechische Regierung beschlossen, alle Veranstaltungen im Lande mit mehr als 100 Teilnehmern zu untersagen. Die Organisatoren der WM umgingen diese Vorgabe, indem sie die beiden großen Spielsäle durch das Einziehen von Trennwänden so verkleinerten, dass jeweils weniger als 100 Spieler in einem Raum-Teil anwesend waren. Weiterhin wurden die Zuschauer komplett ausgeschlossen. Am Donnerstag kam dann allerdings das endgültige Aus für die Veranstaltung, der Beginn der Runde wurde wegen einer entsprechenden Information der Turnierleitung verschoben. In jedem einzelnen Turnierraum wurde dann die Neuigkeit einzeln verkündet. Dadurch verzögerte sich der Rundenstart um bis zu einer Stunde und die für 22.00 Uhr geplante Siegerehrung erwies sich als nicht einzuhaltende Planung. Hinzu kam dann noch eine Seeschlange von 164 Zügen in einer für das Gesamtklassement wichtigen Partie. Die Siegerehrung fand auch nur unter Anwesenheit der Preisträger statt. Mehr durften wegen der 100-Personen-Regelung nicht in den Raum. Dennoch gelang es den Organisatoren, eine einigermaßen würdige Siegerehrung durchzuführen.

Im Schatten zweier Großereignisse, nämlich der Team-WM in Prag und dem Meisterschaftsgipfel in Magdeburg, finden während der Zeit vom 17. - 27. April die diesjährigen Europa-Meisterschaften der Senioren statt. Gespielt wird in Jastrzebia Gora, einem kleinen Badeort an der pommerschen Ostseeküste. Die Organisatoren werden wissen, warum sie diesen Ort ausgewählt haben: Man kann sich voll und ganz auf Schach konzentrieren, denn ringsum ist nichts los und zum Baden ist es noch zu kühl ...
Bisher sind für die beiden Turniere 123 Teilnehmer (50+ :61 und 65+ :62) angemeldet, darunter gerade mal 14 aus Deutschland (4/10).

Die besten Podiumschancen haben unsere beiden Vorkämpferinnen WIM Brigitte Burchardt und WIM Annett Wagner-Michel, die allerdings die lebende Schach-Legende GM Nona Gaprindaschwili hinter sich lassen müssten.

Vom 5. - 15. März findet in Prag die 8. Mannschafts-Weltmeisterschaft der Senioren statt. Die Organisatoren haben die Teilnehmerlisten für die beiden Turniere in den Altersklassen 50+ und 65+ aktualisiert. Insgesamt sind nun 118 Mannschaften gemeldet, davon 58 in der Gruppe 50+ und 60 in der Gruppe 65+ - eine hervorragende Beteiligung, wie wir sie bisher nur von Veranstaltungsorten in Deutschland kennen. Bei der vorletzten WM in Radebeul 2018 waren 67 Teams in der Gruppe 50+ und 61 in der anderen Gruppe dabei, d.h. insgesamt nur 10 Mannschaften mehr.

Zehn Tage lang stritten 30 Senioren bei den Bremer Senioren-Einzelmeisterschaften um Titel, Ehre, Preisgelder und Siegerurkunden in den Räumlichkeiten der Schachabteilung des SV Werder Bremen. In freundschaftlicher Atmosphäre wurde verbissen gekämpft, gelacht, analysiert, geplaudert, alte Erinnerungen aufgefrischt und viel Kaffee getrunken.

Gewonnen hat das Turnier Prof. Dr. Norbert Pfitzer (SV Backnang) vor dem punktgleichen Vorjahressieger Siegmund Kolthoff (Blankenese) und dem alten und neuen Bremer Senioren-Einzelmeister Lothar Wemßen (SV Werder Bremen).

Traditionell zum letzten großen Seniorenturnier des Kalenderjahres in dem gediegenen Ambiente des Dorint Seehotels Binz-Therme auf der schönen Ostseeferieninsel Rügen trafen sich 186 Schachspielerinnen und Schachspieler zum Jahresausklang. Mit 11 Titelträgern konnte Turnierdirektor Gerhard Krüger eine ansehnliche Zahl von Meisterspielern im Turnier begrüßen.
Mit GM Thomas Pähtz wagte sich erstmals auch ein jüngerer „Senior“ aus der Großmeistergarde ins schöne Ostseebad Binz.

Bei den Senioren-Weltmeisterschaften in Bukarest errangen GM Rafael Vaganjan (Armenien) und GM Nona Gaprindashvili (Georgien) in der Altersgruppe 65+ sowie GM Vadim Shiskin (Ukraine) und WGM Elvira Berend (Luxemburg) bei 50+ die Titel. Abgesehen vom Überraschungssieger Shiskin setzten sich damit die Favoriten durch.

Von den 15 deutschen Teilnehmern konnten sich WIM Brigitte Burchardt (5. bei w65+) und IM Zoya Schleining (6. bei w50+) am besten platzieren. Burchardt lag sogar nach 8 Runden in Führung, doch reichte es am Schluss nicht zu einer Medaille.

Ein ausführlicher Bericht ist bei ChessBase veröffentlicht.

Christian Eichner