Nachruf auf Hajo Gnirk

06.11.2018 11:11
Hajo Gnirk (29.6.1942 – 30.10.2018)

Mit Hajo ist eine Ikone des ehrenamtlichen Schachsports von uns gegangen, der Schach in Württemberg und im Deutschen Schachbund viel zu verdanken hat. Sein ganzes Leben lang spielte und förderte er Schachspiel und vor allem Schachsport, beginnend im Raum Frankfurt/Offenbach und dem Hessischen Schachbund. Ab 1971 im Schachverband Württemberg als ihn sein Berufsweg in ein Lehramt an der Pädagogischen Hochschule in Reutlingen führte. Als diese nach Schwäbisch Gmünd verlegt wurde, fand er dort seine neue Heimat.

In jungen Jahren halfen ihm mitfühlende Mitmenschen seinen Weg zu finden und zu gehen; darunter offenbar etliche Schachsportfreunde. So hat sich CAISSA für immer in sein Herz geschlichen. Er hat es ihr durch jahrzehntelange Opfer an Zeit und Engagement vergolten.

Er praktizierte nicht nur alle bekannten Spielarten des Schachs selbst, er kümmerte sich auch um früher wenig beachtete Zielgruppen und kreierte ihnen geeignete Turnierformen. Dabei vergaß er nicht die organisatorische Vorbereitung und die Qualifizierung der ehrenamtlichen Helfer. Ein Beispiel ist die Beteiligung von Schachgruppen in Vollzugsanstalten oder Behindertenheimen an Mannschaftskämpfen; ein anderes Beispiel ist Seniorenschachsport generell und speziell ein DWZ-Gruppen-Runden-Turnier im Hotel Anker in Simmersfeld (Schwarzwald) oder das EVA-Turnier in Loßburg (für Europäische Veteranen und Amazonen). Fernschach war auch eines seiner Hobbies.

Im Schachverband Württemberg kennen ihn noch viele als Verbandsspielleiter und Senioren-Referent und natürlich als Leiter der 2. Bundesliga-Süd. Weniger bekannt ist wohl, dass er ein Mitbegründer des bekannten Staufer-Opens in Schwäbisch Gmünd war. Zuvor hatte er sich als Kreis- und Bezirksspielleiter (insbesondere in NF und OA) eingebracht.

Als gelernter Mathematiker strebte er immer eindeutige Lösungen an, halbe Sachen waren nicht sein Ding. Das ging nicht ohne Reibungsverluste mit vorhandenen Funktionsträgern oder Mitarbeitern ab. Schachspieler sind halt in der Regel eher Einzelkämpfer und weniger teamfähig.

Unser großer Dank soll ihm nachwehen und auch seiner Familie gelten, die wohl oft in die zweite Reihe gestellt wurde.

Einen Tag vor Halloween zog es ihn in den Schachhimmel. Dort klopfte er gewiss bei Caissa an die Tür, und als sie öffnete rief er: „trick or treat!“ Und jetzt darf er wohl ein Schachturnier zwischen Himmel und Hölle ausrichten.

 

Armin Winkler (SVW-Präsident)     Hanno Dürr (SVW Ehrenpräsident)

// Archiv: Senioren // ID 23286

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