OSG Baden-Baden verteidigt den deutschen Pokal

07.05.2018 13:50
Lieme-Vorsitzender Andreas Hoffmann, Arkadij Naiditsch, Jan Gustafsson, OSG-Vorsitzender Patrick Bittner, Etienne Bacrot und Schiedsrichter Christian Jackl. Sergej Movsesjan war bereits auf dem Weg zum Zug.
Schachfreunde Lieme
Lieme-Vorsitzender Andreas Hoffmann, Arkadij Naiditsch, Jan Gustafsson, OSG-Vorsitzender Patrick Bittner, Etienne Bacrot und Schiedsrichter Christian Jackl. Sergej Movsesjan war bereits auf dem Weg zum Zug.

Die Schachfreunde Lieme aus dem nordrhein-westfälischen Lemgo haben die Endrunde um die deutsche Pokalmannschaftsmeisterschaft zu einem großen Ereignis gemacht. Der Vorsitzende der OSG Baden-Baden, Patrick Bittner, sparte in seiner Rückschau auf die Veranstaltung nicht mit Lob. Seine Erwartungen wurde geradezu "gesprengt". Und damit meinte er nicht den insgesamt zehnten Pokalsieg seines Klubs, sondern die hervorragende Organisation durch die Liemer Schachfreunde um ihren Vorsitzenden Andreas Hoffmann.
In der Innenstadt wies überall das "toll gestaltete" Turnierplakat auf das Schachturnier im Rathaus hin. Und aus dem Rathaus selbst wurde ein "Schach-Tempel" gemacht, wie Bittner schreibt: "Große helle Räume, ein einladender Cateringbereich, sowohl für die Besucher, als auch für die Mannschaften und Betreuer. Hier wurde jeder Wunsch vom sehr symphatischen und fleißigen Team um den 1. Vorsitzenden, Andreas Hoffmann, erfüllt. Auch hier kann ich aus meiner Sicht nur sagen: besser geht es nicht."

In der Präsentation der Endrunde haben die Schachfreunde Lieme höchstes Bundesliga-Niveau gezeigt. Die Zuschauer, darunter viele Kinder und Jugendliche, kamen in Scharen und sorgten für eine sehr gut gefüllte Tribüne(!) im Spielsaal und zahlreiche Zuhörer beim Live-Kommentar von FM Martin Forchert.

Sportlich hatten die Schachfreunde Lieme dagegen eher nichts zu bestellen. Die Mannschaften aus Baden-Baden, Deizisau und Kirchweyhe waren einfach zu stark für den Gastgeber. Im Halbfinale wurden ihnen von der Glücksfee der Pokalverteidiger OSG Baden-Baden zugelost. Alles andere als ein 0:4 wäre eine Sensation gewesen. Und fast wäre es dazu gekommen, denn Etienne Bacrot entschied sich für den wackligen Pfad in einem "Hochmoor" anstatt den sicheren Remishafen anzusteuern. Zeitweise stand der Franzose "bis zum Hals im Torf".

1 SF Deizisau DWZ 2½:1½ SK Kirchweyhe DWZ
1 GM Georg Meier 2625 ½:½ GM Aleksandar Kovacevic 2522
2 GM Matthias Blübaum 2605 1:0 GM Mladen Palac 2554
3 GM Maxime Lagarde 2627 1:0 GM Robert Zelcic 2485
4 GM Philipp Schlosser 2478 0:1 FM Bojan Medak 2366
2 SF Lieme DWZ 0:4 OSG Baden-Baden DWZ
1 FM Tristan Niermann 2240 0:1 GM Etienne Bacrot 2692
2 CM René Wittke 2235 0:1 GM Arkadij Naiditsch 2688
3 FM Arnold Essing 2173 0:1 GM Sergej Movsesjan 2605
4 André Schaffarczyk 2107 0:1 GM Jan Gustafsson 2636

Etienne Bacrot am Rande des Abgrunds

Bacrot - Niermann nach 28. Kc3??
Bacrot - Niermann nach 28. Kc3??

Der französische Weltklassespieler Etienne Bacrot stand mit seinem König auf d2 als ihn das Schachgebot via b3 erreichte. Da das Damenopfer verständlicherweise nicht in Betracht kam, blieben nur drei Königszüge übrig - nach e1, e2 und c3. Bacrot sah mit Sicherheit, das ihn auf den e-Feldern ein Dauerschach und die Punkteteilung ereilen würde. Gegen 452 DWZ-Punkte weniger macht man das aber eher ungern. Demzufolge blieb nur das Vabanquespiel mit dem König auf c3 und der Hoffnung, Schwarz möge sich im Variantengestrüpp verheddern. Mit 28. ... Dd5! fand Tristan Niermann den richtigen Schlüsselzug, um dem weißen König ans Leder zu gehen. Doch schon nach 29. De2? (+10 für Schwarz!) war der Springer leckerer (29. ... Dxd6), als der Damengewinn via 29. ... Sd4!!

Sie finden diese Partie zum Nachspielen und ausführlicher kommentiert hier:

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A06

Finale am Sonntag

Zum großen Duell OSG Baden-Baden gegen Schachfreunde Deizisau kam es im Finale. Baden-Baden hatte an den oberen drei Brettern nur einen leichten, an Brett 4 dagegen einen deutlichen DWZ-Vorteil. Letztendlich spielte Brett 4 aber keine Rolle mehr, denn Arkadij Naiditsch hatte gegen den ehemaligen Klubkollegen Georg Meier schon einen vollen Punkt gemacht, womit Baden-Baden zwar nur einholbar 2:1 führte, aber nach Berliner Wertung schon als Sieger feststand.

Im Spiel um Platz 3 setzte sich Kirchweyhe klar durch. Sehr zur Freude der Gastgeber machte Andy Himpenmacher aber einen halben Punkt.

F OSG Baden-Baden DWZ 3:1 SF Deizisau DWZ
1 GM Etienne Bacrot 2692 ½:½ GM Matthias Blübaum 2605
2 GM Arkadij Naiditsch 2688 1:0 GM Georg Meier 2625
3 GM Sergej Movsesjan 2605 ½:½ GM Maxime Lagarde 2627
4 GM Jan Gustafsson 2636 1:0 GM Philipp Schlosser 2478
3 SF Lieme DWZ ½:3½ SK Kirchweyhe DWZ
1 CM René Wittke 2235 0:1 GM Mladen Palac 2554
2 FM Tristan Niermann 2240 0:1 GM Aleksandar Kovacevic 2522
3 Andy Himpenmacher 2171 ½:½ FM Bojan Medak 2366
4 André Wolf 2144 0:1 GM Robert Zelcic 2485
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Frank Hoppe

// Archiv: DSB-Nachrichten - Spielbetrieb // ID 23120

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