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13.03.2017

Erklärung des DSB-Präsidiums

Der derzeitige Konflikt zwischen dem Referenten für Leistungssport und dem Bundestrainer stellt sich als Gemenge emotionaler, persönlicher und sachlicher Vorbehalte dar.

Das Präsidium des Deutschen Schachbundes stellt ein Fehlverhalten des Bundestrainers mit Verletzung des Arbeitsvertrages und das Verletzen grundlegender Umgangsformen und Werte des respektvollen Umgangs miteinander fest.

Darin spiegeln sich auch generelle Probleme im vorgegebenen Verhältnis zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlich beschäftigten Funktionsträgern des Deutschen Schachbundes wider.

Entgegen Verlautbarungen und Erwartungen in Medien und Öffentlichkeit bevorzugt der Deutsche Schachbund eine differenzierte und konstruktive Herangehensweise, um als Verband der Fairness im Umgang miteinander gerecht zu werden.

Beschluss

(1)    Das DSB-Präsidium beschließt eine förmliche Abmahnung für den Bundestrainer mit der Maßgabe, dass bei weiteren Verstößen gegenüber der im Arbeitsvertrag geregelten Loyalitätspflicht eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses angestrebt wird.

(2)    Das DSB-Präsidium rügt bei beiden Konfliktparteien die Ehrverletzungen und den mangelnden Respekt im Miteinander von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Funktionsträgern des DSB.

(3)    Das Präsidium empfiehlt dem Referenten für Leistungssport, sein Amt bis zum Bundeskongress am 27. Mai in Linstow ruhen zu lassen. Der momentane öffentliche Druck lässt eine objektive und sachgerechte Ausübung des Amtes nach Einschätzung des Präsidiums derzeit nicht zu.

(4)    Das DSB-Präsidium legt fest, dass

(a)    das Präsidium mit genügendem Vorlauf über die Nominierungsvorschläge für die Nationalmannschaften und Anmeldungen für internationale Meisterschaften einschließlich der beabsichtigten Trainer und Begleitpersonen zu informieren ist;

(b)    bei strittigen Punkten die Vizepräsidenten Sport und Finanzen als Moderatoren und Vermittler mit Entscheidungskompetenz eingesetzt werden;

(c)     der Bundestrainer auf Grund seiner illoyalen Aktivitäten von freiwilligen Lohnleistungen im Jahr 2017 ausgeschlossen wird;

(d)    der Bundestrainer verpflichtet wird, bei Anfragen von Medien und Öffentlichkeit den Vizepräsidenten Verbandsentwicklung zu informieren, einzubeziehen und Aktivitäten mit ihm abzustimmen.

(5)    Das Präsidium rügt, dass die Kaderspieler unter Ausschluss der zuständigen Gremien an die Öffentlichkeit gegangen sind. Der Deutsche Schachbund bietet für die vielfältigen Meinungen genügend interne Möglichkeiten zur Klärung, die zunächst zu Rate zu ziehen sind.

Das Präsidium erstellt mit allen zukünftig Beteiligten ein Konzept für die weitere Ausrichtung, Arbeitsteilung und Teamorientierung im Bereich Leistungssport mit einer verbesserten Aufteilung der Aufgaben. Das Präsidium erwartet von allen Beteiligten Respekt im Umgang miteinander und konstruktive Beiträge zu diesem Konzept.

Herbert Bastian, Präsident

// Archiv: DSB-Nachrichten // ID 21774

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