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28.08.2017

Kunst und Schach

© Bili Bidjocka/VG Bild-Kunst, Foto: Mathias Völzke

documenta in Kassel, 10. Juni bis 17. September 2017


Kunst und Schach - diese Liaison ist beileibe nicht neu. Dieses Jahr hat sie ihren Weg zur documenta 14 nach Athen bzw. Kassel gefunden. Der Kameruner Künstler Bili Bidjocka (geb. 1962) stellt(e) in beiden Städten aus.

Während Athen seine Pforten für Kunstinteressierte bereits geschlossen hat (8.04. bis 16.07.2017); so stellt Kassel noch bis zum 17. September 2017 aus.

Zum Kunstwerk (siehe Foto): "The Chess Society"
J’ai l’impression qu’il y a une histoire d’amour entre la fille de salle et le grand noir qui fait le ménage (Ich habe das Gefühl, es besteht eine Liebesgeschichte zwischen der Kellnerin und dem großen schwarzen Putzmann, 2017)
Perlenvorhang, Holz, Projektion eines Schachbretts, Wasserbecken, Tische, Stühle, Schachspiele und -uhren, Neon, gefundene Wörter und Gegenstände, webbasiertes Spiel
Graffiti in Zusammenarbeit mit Marcel de Medeiros und Sascha Viering
Maße variabel, Gottschalk-Halle (Universität Kassel)

In einem Auszug auf der Ausstellungswebsite heißt es dazu von Bonaventure Soh Bejeng Ndikungderu:

"In seiner für die documenta 14 produzierten Arbeit setzt sich Bidjocka mit dem Schachspiel auseinander und untersucht dieses als Objekt und Idee. Er erzählt vom Wissen, das Schach – als Spiel wie als Philosophie – in den 1500 Jahren seiner Geschichte verkörpert hat, und von den Epistemologien, die es auf seinem Weg durch den indischen Subkontinent, Persien, Afrika und die arabische Welt bis nach Europa und Nord- und Südamerika brachte. Das königliche Spiel steht hier als Inbegriff für repressive Epochen, Strategien, Herrschaftsinsignien und Strukturen und die nach wie vor daran gebundenen Sehnsüchte, in einer Zeit, in der ein politisches und ökonomisches Machtsystem das andere ablöst. Mit der für ihn typischen Sensitivität für die Poesie des Materials komponiert Bidjocka das Schachspiel als Mise en Scène hinter Vorhängen, die den Ort des Geschehens in Szene setzen und gleichzeitig unserem Blick zu entziehen suchen."

Wer also Lust hat, sich auf die etwas andere Art und Weise Schach zu widmen, dem stellt sich eine Reise nach Kassel als Alternative.

Website documenta14

Louisa Nitsche

// Archiv: DSB-Nachrichten // ID 22307

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