Was ist die Summe aus 1 und 1?

Kandidatenturnier in Berlin - Public Viewing in den Vereinen

Klaus Bischoff
Frank Hoppe
Klaus Bischoff

Das Kandidatenturnier in Berlin, bei dem der WM-Herausforderer von Magnus Carlsen gesucht wird, hat viele Schachvereine in Deutschland dazu inspiriert weit mehr anzubieten als die regulären Spielabende. Der Deutsche Schachbund unterstützt diese Aktivitäten u.a. mit der Veröffentlichung der Termine auf unserer Unterseite zum Turnier. Von zwei Vereinen haben wir bereits Erlebnisberichte erhalten, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen - vom SC Grunbach und vom Kölner SK Dr. Lasker. Einen dritten Verein, den Schach-Club Kreuzberg in Berlin, hat der Autor gestern besucht. Hier kommentierte GM Klaus Bischoff. Am Dienstag wird beim größten Schachverein der Haupstadt IM Elisabeth Pähtz den Zuschauern die Partien der acht Weltklassespieler näherbringen.

Public Viewing beim KSK Dr. Lasker 1861 in Köln

Cito und Andrea
Uwe Loseries
Cito und Andrea

Die fünfte Runde des Kandidatenturniers 2018 sollte unseren Vereinsabend gebührend einläuten! Dazu verwandelte sich BiPi’s Bistro für diesen Tag in ein Kaffeehaus für Schachspieler.

Pünktlich stand die Technik, die Verbindung vom Computer zum Fernsehbildschirm blieb stabil und auf den Brettern an den Tischen fanden sich schnell Kenner der Eröffnungen. Natürlich wurden bald Smartphones und Tablets gezückt, um die Varianten der Meister zu überprüfen und zu kommentieren. Am späteren Nachmittag wurde der Zustrom der Zuschauer größer und der Trubel lauter. Auch Spieler anderer Vereine nahmen dankend das Angebot an, den Herausforderern des Weltmeisters zu folgen. Mit Kennermiene ging es hin und her, wenn Züge erläutert und Pläne erklärt wurden. Natürlich fand sich stets ein anderer, dessen abweichende Meinung vom Vorredner sich auch Gehör verschaffen wollte! Andrea und Cito (siehe Foto) waren die guten Geister im Bistro, während an den Analysebrettern die Gemüter sich besonders über die Partie Aronjan – Grischuk erhitzten. Ungläubiges Staunen in der entscheidenden Phase, als Aronjan seinen Vorteil nicht nutzte, und Fassungslosigkeit über 29. Dd8+, der wohl den Gewinn wegwarf. Aber die Zuschauer waren dankbar für solche Aufreger und es war für diese tröstlich zu sehen, dass auch große Meister schwache Momente haben können! Das machte natürlich neugierig auf die Pressekonferenz, die amüsiert und mitleidend von allen verfolgt wurde.

Die Partie von So und Kramnik ging dem Ende entgegen, kein Zuschauer sah eine Möglichkeit für einen verhängnisvollen Fehlgriff und die ersten entschieden sich zu unterhaltsamen Blitzparten.

Das Kandidatenturnier als Public Viewing: Es ist nicht ganz die Fußball-WM, aber für die Eingeweihten eine köstliche Unterhaltung!

Uwe Loseries

www.lasker-koeln.de

Etwa 20 passionierte Schachspieler aller Spielstärken lauschten am 10. März den Ausführungen von GM Spyridon Skembris. Dabei gelang es dem Kommentator ein ums andere Mal die live aus Berlin übertragenen Züge mit besonderen Anmerkungen zu versehen. Dirk König vom SC Grunbach agierte gewissermaßen als Co-Kommentator und trug das eine oder andere Mal Aspekte abseits des Brettgeschehens bei oder übersetzte bei Verständnisschwierigkeiten die in englischer Sprache gehaltenen Kommentare. Dabei trugen die Akteure im fernen Berlin wesentlich zum Gelingen des Nachmittags bei. Keine Spur von vorsichtigen Abtasten, wie sonst bei den Erstrunden solcher Events schon oft gesehen. Am Ende siegen die Favoriten Fabiano Caruana und Wladimir Kramnik mit Weiß und Schachrijar Mamedjarow gelang sogar ein Schwarzsieg. Lediglich Lewon Aronjan wich dem Kampf letztlich aus und willigte in eine Zugwiederholung und damit in ein Remis ein. Die Sicht eines Großmeisters auf den Kampf um die Felder trägt für die anwesenden Amateure wesentlich zum Verständnis des Geschehens in Berlin bei. Diese Antworten auf die Frage „Warum“ ergibt für die Zuhörer einen Trainingseffekt, der die simple Bewertung der im Schachsport verbreiteten Engines bei Weitem übersteigt. Für Außenstehende war es sicher sehr ungewöhnlich: es waren drei sehbehinderte Schachspieler zu Gast in Grunbach. Die Partien wurden dabei auf kleinen Steckschachbrettern ausgeführt. So konnte die blinden Schachfreunde die jeweiligen Stellungen ertasten und dabei den Ausführungen folgen. Der Schachclub Grunbach freut sich, dass die Veranstaltung so gut angenommen wurde. Wenn zum nächsten Public Viewing (18. März) Großmeister Zigurds Lanka die Züge auf Deutsch kommentiert dürfte die Besucherzahl eher noch höher liegen. Die Veranstalter würde es freuen!

Dirk König

schachclub-grunbach.de

Die 5. Runde

5. Runde am 15. März

Br. Weiß Elo Erg. Schwarz Elo
1 GM Lewon Aronjan 2794 ½:½ GM Alexander Grischuk 2767
2 GM Fabiano Caruana 2784 ½:½ GM Sergej Karjakin 2763
3 GM Wesley So 2799 ½:½ GM Wladimir Kramnik 2800
4 GM Ding Liren 2769 ½:½ GM Schachrijar Mamedjarow 2809

5. Runde am 15. März

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Stand nach der 5. Runde

Pl. Spieler Elo Land Pkt. SoBe 1 1 2 2 3 3 4 4 5 5 6 6 7 7 8 8
1. } GM Fabiano Caruana 2784 3,5 8,00 x x 1 ½ ½ ½ 1
2. } GM Wladimir Kramnik 2800 3,0 6,50 0 x x 1 1 ½ ½
2. } GM Schachrijar Mamedjarow 2809 3,0 6,50 ½ x x ½ ½ 1 ½
4. } GM Ding Liren 2769 2,5 6,50 ½ ½ x x ½ ½ ½
5. } GM Lewon Aronjan 2794 2,5 5,50 0 ½ ½ x x ½ 1
6. } GM Alexander Grischuk 2767 2,5 4,75 0 ½ ½ x x ½ 1
7. } GM Sergej Karjakin 2763 1,5 4,50 ½ ½ 0 0 ½ x x
8. } GM Wesley So 2799 1,5 4,25 0 ½ ½ ½ 0 x x

// Archiv: DSB-Nachrichten // ID 23012

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