† Reinhart Fuchs

21.12.2017 14:35
Reinhart Fuchs bei der gesamtdeutschen Jugendmeisterschaft 1951 in Leipzig
Edmund Budrich
Reinhart Fuchs bei der gesamtdeutschen Jugendmeisterschaft 1951 in Leipzig

Ein Großer des deutschen Schachs ist von uns gegangen. Am 16. Dezember starb in seiner Heimatstadt Berlin der Internationale Meister Reinhart Fuchs im Alter von 83 Jahren. Fuchs hatte sich 1999 vom aktiven Schach zurückgezogen und lebte mit seiner Frau Mareta in Berlin-Wilhelmshagen. Dort wurde er 2014 vom ehemaligen DSB-Öffentlichkeitsreferenten Raymund Stolze und seinem Freund Wolfgang Thormann zum 80. Geburtstag besucht.

Reinhart Fuchs bestritt 131 Länderspiele für die DDR (sogar 151 nach Angaben von Wolfgang Thormann), darunter allein sechs Schacholympiaden. Seinen ersten Einsatz hatte er 1953 in Sofia beim Länderkampf gegen Bulgarien u.a. an der Seite von Wolfgang Uhlmann und Berthold Koch. 1970 bei der Europa-Mannschaftsmeisterschaft in Österreich hatte er seine letzten sechs Einsätze. Danach widmete er sich bevorzugt seiner schachjournalistischen Karriere, so zum Beispiel als stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift SCHACH.

Bereits in seiner frühestens Jugend zählte Fuchs zu den besten deutschen Schachspielern. 1950 wurde er in Sömmerda Ostzonenmeister der Jugend, 1952 in Sigmaringen gesamtdeutscher Jugendmeister. 1953 und 1956 konnte er den Siegeszug bei den Erwachsenen fortsetzen - er wurde beide Male DDR-Meister.

Mit vielen Großen seiner Zeit kreuzte er die Klingen, darunter mehrere Weltmeister: Paul Keres, Tigran Petrosjan, Boris Spasski, Wassili Smyslow, Wladimir Tukmakow, Viktor Kortschnoi, Lajos Portisch, Vlastimil Hort und natürlich Michail Tal. Den Weltmeister von 1960-61 hatte er beim Turnier in Kislowodsk 1966 in Grund und Boden gespielt. Doch am Ende entschied er sich für Dauerschach:

-
1966

Kislowodsk 1966

Pl. Spieler Land Elo 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 Pkt.
1. Jefim Geller 2455 * 1 ½ 1 ½ ½ 1 ½ 1 1 ½ 1 8,5
2. Leonid Stein 2605 0 * 0 1 ½ 1 1 0 1 1 1 1 7,5
3. Ratmir Cholmow 2550 ½ 1 * ½ 0 1 ½ 1 ½ ½ ½ 1 7,0
4. Anatoli Lutikow 2540 0 0 ½ * ½ ½ 1 1 ½ 1 1 1 7,0
5. Reinhart Fuchs 2430 ½ ½ 1 ½ * 0 ½ 1 ½ ½ ½ 1 6,5
6. Mark Taimanow 2600 ½ 0 0 ½ 1 * 0 1 ½ 0 1 1 5,5
7. Michail Tal 0 0 ½ 0 ½ 1 * 1 0 ½ 1 1 5,5
8. Milan Matulovic 2530 ½ 1 0 0 0 0 0 * ½ 1 1 1 5,0
9. Alexander Nikitin 2400 0 0 ½ ½ ½ ½ 1 ½ * 0 ½ ½ 4,5
10. Wladimir Simagin 2530 0 0 ½ 0 ½ 1 ½ 0 1 * 0 ½ 4,0
11. Svend Hamann 2490 ½ 0 ½ 0 ½ 0 0 0 ½ 1 * ½ 3,5
12. Parik Stefanov 2345 0 0 0 0 0 0 0 0 ½ ½ ½ * 1,5

Quelle

  • ChessBase-Datenbank
Teilnehmer der Jugendmeisterschaft der Ostzone 1949 in Bad Klosterlausnitz
Archiv Gerhard Hund
Teilnehmer der Jugendmeisterschaft der Ostzone 1949 in Bad Klosterlausnitz

Gruppenbild zur deutschen Schach-Jugendmeisterschaft 1949 der Ostzone (23. Juli bis 7. August 1949 in Bad Klosterlausnitz). Von links nach rechts: Kurt Rogler (Turnierleiter), Bruno Ullrich (Der Schachspiegel), Hartmut Kauder, Klaus Kunze, Hubert Walkewitz, Gerhard Hund, Wolfgang Dick, Manfred Kahn, Helmut Heß, Rüdiger Mainz, Wilfried Pflughaupt, Hans Geffke, Wolfgang Paris, Werner Breustedt, Harry Otto, Lothar Kleine, Karl-Heinz Hartung, Reinhart Fuchs, Karl-Heinz Christoph, Edwin Oldekop, Heinz Weckel, Helge Kildal, Konrad Hoffmann, Siegfried Rühlemann, Klaus-Günter Leyendecker, Werner Remmer, Eberhard Lautenschläger, Detlef Hörner, Siegfried Brüchner, Helmut Linke

Die Beerdigung findet am 12. Januar 2018 um 12.30 Uhr in der Taborkirche in Berlin-Wilhelmshagen statt, mit anschließender Beisetzung auf dem Friedhof in Wilhelmshagen.

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