Spiel, Schach und Sieg für GM Andrej Orlov

31.07.2015 15:24
Gerhard Gorges
Turniersieger Andrej Orlov mit Pokal, rechts Organisator Jaroslav Srokowskij

2. Offene Europameisterschaft im Schachtennis am 25./26. Juli 2015

Schon einmal triumphierte Andrej Orlov in Baden-Baden. Im Jahr 2010 ließ der russische Schach-Großmeister die gesamte Konkurrenz beim Sommer-Open in der Kurstadt an der Oos hinter sich. Heuer stellte sich die Koryphäe auf 64 Feldern erneut der Herausforderung um den Titel mitzuspielen, allerdings im Duathlon der Denksportler mit den Protagonisten des “Weißen Sports” auf rotem Sand.

In der fünften Auflage des Wettbewerbs – ausgetragen als Zweite Offene Europameisterschaft im Schachtennis – siegte mit Andrej schließlich der beste Allrounder in den anschließend nach je sieben Runden Schach und Tennis angesetzten Finals gegen beide Sieger der Einzeldisziplinen. Zuvor meisterten die Favoriten Großmeister Loek van Wely aus den Niederlanden als auch der aus Sao Paulo angereiste ehemalige ATP-Tenniscrack Ricardo Schütt ihre Aufgaben. Der “Ballzauberer vom Zuckerhut” obsiegte in der Vorschlussrunde über Gilbert Koelsch (Frankreich), der – soviel Zeit muss sein – IM Rafael Fridman im Schach schlagen konnte.

Auf der bestens gepflegten Tennisanlage “Rot-Weiß” des ältesten und einer der mitgliederstärksten deutschen Tennisclubs, lieferten sich am Tag eins 30 Teilnehmer aus neun Föderationen heiß umkämpfte Duelle um die weiteren Preise des auf 2000 Euro aufgestockten Preisfonds, gesponsert insbesondere von der hiesigen Volksbank, der Bagirov GmbH sowie Provita.

Nur einen Spaziergang entfernt tauschten am Sonntag die Recken die kurzen Hosen gegen “angemessene Garderobe” im Schachzentrum der Kurstadt, gelegen wie der Centercourt des “weißen Sports” an der Lichtentaler Allee, der Flaniermeile der “Sommerhauptstadt Europas” zur Zeit der “Belle Epoque”.

Den Jugendpreis rockte der 14-jährige Saphir Sahki mit algerischen Wurzeln, der mit 9 von 14 möglichen Punkten das Halbfinale nur wegen ein paar fehlenden Buchholzpunkten verpasste. Die Wertung Ü40 sicherte sich Daniel Krusel (SV Herdringen) vor dem Gesamtsieger von 2011 Dr. Gerald Zimmer (SC Bergen-Enkheim) und Christian Kalla (SG Bünde, alle 8,5 Punkte). Noch vor dem Wertungssieger Ü50, Mario Schubert (SVT Kamplintfort) schnappte sich der Titelträger aus 2013, Wolfgang Rützel (SF Burgsinn, beide 8 Punkte) den Ü60-Sonderpreis.

Nach augeklügeltem Modus wurden die Finals aus einem Guss ausgespielt, nämlich einer Freiluft- Schachpartie mit 15 Minuten Bedenkzeit pro Spieler und Partie, jedoch unterbrochen nach 6 Spielminuten durch das Tennismatch in Abschnitten zu je 6 Punkten.

Last but not least sahen die Zuschauer vom Balkon des “Rundum-Restaurants Rosso-Bianco” eine Offene Europameisterschaft, die im nächsten Jahr ein Neuauflage erfährt.

Pl. Spieler Elo LK Verein/Ort Land Schach Tennis Summe
1. Ricardo de Amorim Schütt 2130 08 São Paulo 4.0 6.0 10.0
2. Andrej Orlov 2535 23 SG Bochum 1931 6.0 4.0 10.0
3. Loek van Wely 2693 23 SG Porz 6,5 3.0 9.5
4. Gilbert Koelsch 2191 09 Frankreich 5.0 4.0 9.0
5. Georgi Davidov 1662 11 SC Rotenburg 3.0 6.0 9.0
6. Saphir Sahki 1841 23 OSG Baden-Baden 4.0 5.0 9.0
7. Daniel Krusel 2041 11 SV Herdringen 4,5 4.0 8.5
Dr. Gerald Zimmer 1975 09 SC Bergen-Enkhe 3.5 5.0 8.5
Christian Kalla 1961 14 SG Bünde 1945 3.5 5.0 8.5
10. Andreas Teuffer 1690 12 SC Schifferstadt 3.0 5.0 8.0
Wolfgang Rützel 2018 09 SF Burgsinn 3.0 5.0 8.0
Kai Schoenwolff 2053 14 SC Diogenes eV 4.0 4.0 8.0
Mario Schubert 1867 20 SVT Kamp-Lintfort 4.0 4.0 8.0
14. Rafael Fridman 2507 23 SG Bochum 1931 4.0 3.5 7.5
Klaus Gschwendtner 2137 13 SC Starnberg 3,5 4.0 7.5
Axel Stephan 2236 16 SC Diogenes 4.5 3.0 7.5
17. Jürgen Kaster 2149 20 SC Heimbach 4.0 3.0 7.0
18. Heinz Grothuesmann 1677 10 SK Recklinghausen 2.5 4.0 6.5
Rudolf Müller 2177 16 Karlsruher SF 3.5 3.0 6.5
Frank Drill 2115 23 SFR Neuberg 4.5 2.0 6.5
21. Fabian Ferster 2137 15 SK Ottenau LIC 3.5 2.5 6.0
22. Tomas Sach 1871 17 2.5 3.0 5.5
Peter Wahl 1887 16 2.5 3.0 5.5
Gert Buchner 2077 23 SV Ruhrspringer 3.5 2.0 5.5
25. Matthias Kobald 1732 20 SV Stuttgart-Wo 1.5 3.0 4.5
Dr. Rolf Sand 1958 23 SV Tübingen 187 3.5 1.0 4.5
Alfred Hügel 1544 18 SF Forst 1971 1.5 3.0 4.5
28. Martin Lehmann 2091 23 Brackweder SV 3.0 1.0 4.0
29 Torsten Schütz 1600 23 vereinslos 0.5 3.0 3.5
30 Dr. Patrick Bruns 1910 23 OSG Baden-Baden 2.5 1.0 3.5

Halbfinale: Orlov 1:0 van Wely, Schütt 1:0 Koelsch
Finale: Orlov 1:0 Schütt

Bilder | chess-tennis.de

Gerhard Gorges

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