Hanna Marie Klek

2005 in Pardubice
Harald Fietz
2005 in Pardubice

Hanna Marie (*) Klek wurde am 11. Januar 1995 in Nürtingen geboren. Im April 1999 zog die Familie - Hanna Marie hat noch zwei Schwestern Clara Lena (15) und Friedrike (12) - von Nürtingen nach Erlangen um.
Im Alter von gerade einmal 6 Jahren wurde Hanna Marie am 11. September 2001, einem die Weltgeschichte prägenden Tag, in die Montessori-Grundschule in Erlangen eingeschult. Im September 2004 wechselte sie auf das Erlanger Ohm-Gymnasium.

In ihrer Familie war sie anfangs die Einzige, die sich für Schach interessierte. Nur ihre sechzehn Monate jüngere Schwester Friederike machte 2006/07 Versuche ihr nachzueifern und spielte einige Partien in der Jugend-MM des Kreises Mittelfranken-Nord.

Hanna Marie erlernte das Spiel achtjährig im Jahr 2003 in einem Schachkurs an der Jugendkunstschule Erlangen. Ihr erster Verein war ab Juni 2003 der TV 1848 Erlangen wo sie von Jugendleiter Michael Balhar betreut wurde. Daneben bekam sie Einzeltraining durch Thomas Walter vom ESV Lok Falkenberg. Als ihr Talent offensichtlich wurde, kamen zwei weitere sehr spielstarke Trainer hinzu. Michael Prusikin trainiert Hanna Marie alle zwei Wochen für 2½ Stunden, der Berliner Michael Richter gibt ihr ebenfalls alle zwei Wochen zwei Stunden Training per Internet.

DJEM 2005
DSJ
DJEM 2005

Ihrem Erlanger Verein hält Hanna Marie die Treue. Zusätzlich ist sie aber seit der Saison 2008/09 Gastspielerin in der 1. Frauenbundesliga beim SC 1957 Bad Königshofen.

Rasante Entwicklung

2005 in Pardubice
Harald Fietz
2005 in Pardubice

Ihre schnelle Spielstärkeentwicklung ist beeindruckend. Innerhalb von drei Jahren nach ihrem ersten großen Turnier als Neunjährige - der Bayerischen U10-Meisterschaft 2004 - hatte sie eine DWZ von über 1900. Das es seitdem etwas beschwerlicher vorwärtsgeht, ist durchaus nicht ungewöhnlich, denn zwischen 1900 und 2100 kommt die Transformation von der soliden Spielerin zur Meisterin. Und da tut sich fast jedes Talent schwer.

Gleich in den ersten beiden Jahren 2004 und 2005 konnte Hanna Marie die Bezirksmeisterschaften der 10jährigen Mädchen für sich entscheiden. Nicht ganz zum großen Erfolg reichte es bei den Bayerischen U10-Meisterschaften. 2004 begann sie mir vier Siegen, landete nach den folgenden drei Niederlagen aber nur auf Platz 4. 2005 verpaßte sie nur knapp den Titel, obwohl sie die spätere Meisterin Ann-Kathrin Schäfer geschlagen hatte. Trotzdem war sie in ihrer Altersklasse 2005 schon die Nummer 1 in ganz Bayern und wurde folgerichtig in den D1-Kader der Bayerischen Schachjugend aufgenommen.

DJEM 2006
DSJ
DJEM 2006

In ihrem noch jungen Leben konnte Hanna Marie schon so manchen Deutschen Jugend-Meistertitel gewinnen. Das dürfte ein gewichtiges Kriterium für die Nominierung in die Jugend-Olympiamannschaft gewesen sein.
2006 und 2007 gewann sie in der Altersklasse U12 und 2008 in der U14. Bei ihrem 2007er Meistertitel erreichte sie sogar die Bronzemedaille in der Gesamtwertung (Jungen und Mädchen)! Drei Deutsche Meistertitel bei vier Teilnahmen sind keine schlechte Ausbeute! 2005 und 2006 wählten sie die Besucher der Internetseiten der Deutschen Schachjugend zur Spielerin des Jahres in der U14.

DJEM 2007
DSJ
DJEM 2007

Hier noch einmal eine Übersicht über ihre DJEM-Ergebnisse:

  • 2005 U10: 12. Platz Gesamt, 2. Platz Mädchen hinter Filiz Osmanodja
  • 2006 U12: 35. Platz Gesamt, 1. Platz Mädchen
  • 2007 U12: 3. Platz Gesamt, 1. Platz Mädchen
  • 2008 U14w: 1. Platz

Bei der Ehrung der Stadt Erlangen für die besten Sportler und Sportlerinnen 2007 erreichte Hanna Marie neben vielen weiteren Sportlern eine Bronzeplakette. Die damals 12jährige Deutsche U12-Meisterin und Jugend-WM-Teilnehmerin war die jüngste der insgesamt 163 geehrten Sportler.

DJEM 2008
DSJ
DJEM 2008

Bei internationalen Jugendmeisterschaften belegte sie Plätze im gehobenen Mittelfeld:

  • 20. Platz Europameisterschaft U10w 2005 mit 5/9
  • 25. Platz Weltmeisterschaft U12w 2006 mit 6/11
  • 30. Platz Weltmeisterschaft U12w 2007 mit 6,5/11

Hanna Marie, die in ihrer Freizeit auch gern Handball und Cello spielt, möchte ihre DWZ auf über 2050 steigern und später einmal Deutsche Meisterin bei den Frauen werden. Außerdem will sie natürlich gut bei der Olympiade im November in Dresden abschneiden.

Quellen:

Autoreninfo

Frank Hoppe Frank Hoppe,
Jahrgang 1964, ist seit dem 1. Januar 2007 für die Internetpräsenz des Deutschen Schachbundes technisch verantwortlich. Er war außerdem von 2003 bis 2009 Referent der Wertungsdatenbank des DSB und von 1996 bis 2010 DWZ-Referent des Berliner Schachverbandes. Zudem betreut er seit 1996 die Webseiten des Berliner Verbandes.

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